Alphabet Aktie: Google holt das Wyoming-Projekt ins Haus

Google kontrolliert nun den Standort in Wyoming; Kaufpreis und Bauzeitplan sind offen, während Alphabet hohe Investitionen verzeichnet.

Die Kernpunkte:
  • Kaufpreis für Standort bleibt unbekannt
  • Google plant bis zu 17 Milliarden US-Dollar
  • Drittes Quartal: Investitionen von 51,4 Milliarden
  • Freier Mittelzufluss bei minus 9,1 Milliarden

Google hat den unfertigen Rechenzentrumsstandort von Crusoe im Südosten Wyomings übernommen. Crusoe bestätigte den Abschluss gestern; der Kaufpreis bleibt offen. Für Alphabet rückt damit die Umsetzung des geplanten Ausbaus in den Vordergrund: TechCrunch zufolge hatte Google Bedenken wegen der Kosten und der Bauzeit unter Crusoes Leitung.

Übernahme nach der Investitionszusage

Am Donnerstag hatte Google angekündigt, langfristig bis zu 17 Mrd. US-Dollar in sein erstes Rechenzentrum in Wyoming zu investieren. Der Standort liegt in Laramie County nahe Cheyenne. Einen Baubeginn oder einen Termin für die Fertigstellung nannte Google selbst bislang nicht.

Mit dem Verkauf endet Crusoes Vorentwicklungsarbeit an dem Standort. Dazu gehörten die Standortwahl, Genehmigungen und eine gemeinsam mit Tallgrass Energy entwickelte Strategie für die Stromversorgung. Crusoe und Tallgrass hatten das Projekt ursprünglich zusammen entwickelt.

Die Übernahme gibt Google mehr Einfluss auf die weitere Umsetzung. Für Alphabet spricht dieser Schritt, sofern sich damit die von TechCrunch beschriebenen Kosten- und Terminrisiken besser steuern lassen. Der offene Bauzeitplan bleibt dabei ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für die Bewertung des Vorhabens.

Crusoe bleibt zugleich an einem anderen Google-Projekt beteiligt: Das Unternehmen entwickelt weiterhin einen Campus in Armstrong County nahe Amarillo in Texas. Der Verkauf in Wyoming beendet somit die Zusammenarbeit an diesem Standort, während das andere Vorhaben weiterläuft.

Stromversorgung bringt langfristige Verpflichtungen

Für die erste Phase ist ein Brennstoffzellenprojekt mit 702 MW vorgesehen. Medienberichten zufolge soll eine Anlage von AEP Google über einen 20-jährigen Take-or-pay-Vertrag mit Strom versorgen. Als Partner nennt Google außerdem Tallgrass Energy, Black Hills Energy und Related Digital.

Google will den gesamten verbrauchten Strom sowie die durch das Wachstum erforderliche Infrastruktur bezahlen. Die geplante Luftkühlung soll den Wasserverbrauch begrenzen. Damit greift das Unternehmen zentrale Belastungen auf, die beim Bau großer Rechenzentren für die Standortgemeinden entstehen können.

Die Stromstrategie kombiniert laut Crusoe Brennstoffzellen, Netzstrom und Erdgasturbinen. Eine CO₂-Abscheidung über den regionalen Speicherhub von Tallgrass ist langfristig vorgesehen. Bei den Tallgrass-Turbinen war die Abscheidung allerdings noch Gegenstand einer technischen Studie.

Für Alphabet kann das Versorgungskonzept den Ausbau absichern, sofern die Anlagen rechtzeitig betriebsbereit werden. Zugleich machen die zugesagte Kostenübernahme und der langfristige Stromvertrag die Wirtschaftlichkeit der späteren Auslastung besonders wichtig.

Investitionsdruck trifft auf negativen freien Mittelzufluss

Alphabet tätigte im dritten Quartal 2026 Sachinvestitionen von 51,4 Mrd. US-Dollar. Der freie Mittelzufluss lag bei minus 9,1 Mrd. US-Dollar. Die Expansion in Wyoming trifft damit auf eine Phase bereits hoher Investitionsausgaben.

Der Standortkauf zeigt, dass Google den Ausbau trotz dieser finanziellen Belastung vorantreibt. Für Anleger entscheidet sich der Nutzen der Übernahme daran, ob Google Baukosten, Energieversorgung und Zeitplan zusammenführen kann. Der nächste belastbare Fortschritt wäre ein konkretisierter Bauplan, der die langfristige Investitionszusage in überprüfbare Umsetzungsschritte übersetzt.

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