Alphabet Aktie: Günstig bewertet vor Zahlen

Ein KGV von rund 16 trifft bei Alphabet auf steigende Umsätze und Gewinne sowie hohe Ausgaben für künstliche Intelligenz.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsbericht erscheint diese Woche
  • KGV liegt bei rund 16
  • Umsatz und Gewinn sind gestiegen
  • Google Cloud profitiert von KI-Nachfrage

Alphabet legt diese Woche Quartalszahlen vor, und die Bewertung sorgt vorab für Gesprächsstoff. Mit einem KGV von rund 16 handelt der Konzern so niedrig wie seit vielen Jahren nicht mehr. Dabei wächst das Geschäft weiter.

Bewertung trifft auf operatives Wachstum

Über lange Zeit zahlten Anleger für Alphabet deutlich höhere Multiplikatoren. Der Abschlag hat Gründe: hohe KI-Investitionen, die Konkurrenz durch ChatGPT und die Sorge, generative KI könnte das Suchgeschäft aushöhlen. Umsatz und Gewinn legten allerdings trotzdem zu.

Das befürchtete Kannibalisierungs-Szenario ist bislang nicht eingetreten. Google bleibt die zentrale Plattform für kommerzielle Suchanfragen, KI-Funktionen wandern zunehmend direkt in die Suche. Gemini lässt sich über Android, Workspace und YouTube an eine riesige Nutzerbasis verteilen.

Google Cloud entwickelt sich derweil zum zweiten großen Gewinnmotor, getrieben vom Bedarf an KI-Rechenleistung. Mit Waymo hält der Konzern zudem eine langfristige Option auf autonomes Fahren.

Datenschutz und neuer Videocodec

Neben den Zahlen gibt es zwei Randthemen. Google hat seine Datenschutzrichtlinien geändert: Künftig könnten unter bestimmten Voraussetzungen Informationen aus Gmail, Google Drive und Google Fotos auch für Werbezwecke genutzt werden. Die Anpassung blieb weitgehend unbemerkt und dürfte Datenschützer beschäftigen.

YouTube wiederum will ab Anfang 2027 erste Filme im neuen Codec AV2 ausliefern, zunächst über das Web. Er soll Bandbreite sparen und bessere Bilder liefern, verlangt aber deutlich mehr Rechenleistung.

Makro-Rahmen der Berichtssaison

Der Rahmen ist anspruchsvoll. Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank über die Zinsen, am Donnerstag folgt die Europäische Zentralbank. Die Inflation lag im September in den USA wie im Euroraum bei 3,7 Prozent, und der Ölpreis bleibt wegen der Spannungen im Nahen Osten ein Unsicherheitsfaktor.

Alphabet berichtet zusammen mit Microsoft und Amazon. Im Kern geht es darum, ob die gewaltigen KI-Investitionen der Konzerne sich in Erlösen niederschlagen. Bleiben Search stabil, Cloud stark und die Margen trotz der Ausgaben robust, ließe sich der Bewertungsabschlag nach Einschätzung von Marktbeobachtern schwerer rechtfertigen.

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