Alphabet Aktie: Härtetest an der 200-Tage-Linie
Alphabet-Aktie rutscht nach Quartalszahlen ab, erstmals negativer Free Cashflow belastet. Analysten sehen trotz KI-Investitionen Kurspotenzial.

- Erstmals negativer Free Cashflow
- Cloud-Umsatz steigt um 82 Prozent
- Kurs nahe 200-Tage-Durchschnitt
- Analysten sehen 35 Prozent Aufwärtspotenzial
Vier Tage nach überraschend starken Quartalszahlen gerät die Alphabet-Aktie ins Trudeln. Der Kurs fiel binnen einer Woche um 7,19 Prozent und schloss am Freitag bei 281,30 Euro. Damit liegt das Papier nur noch 0,25 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 280,61 Euro. Der Auslöser: Alphabet meldete zum ersten Mal in der Firmengeschichte einen negativen freien Cashflow.
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar. Im selben Zeitraum kippte der freie Cashflow ins Minus, mit einem Fehlbetrag von rund 5,9 Milliarden Dollar. Der Grund liegt in den massiv gestiegenen Investitionen für die KI-Infrastruktur.
Für das Gesamtjahr 2026 hebt das Management die Investitionsprognose weiter an. Alphabet plant nun Ausgaben zwischen 195 und 205 Milliarden Dollar. Diese Summe verschiebt die gesamte Bewertungsgrundlage des Konzerns.
Die entscheidende Frage
Bislang lieferte Alphabet Jahr für Jahr wachsende Barmittelüberschüsse. Kann der Konzern zeigen, dass die milliardenschweren KI-Investitionen schnell genug margensteigernde Erträge abwerfen, um den Verlust dieses gewohnten Cashflow-Profils zu rechtfertigen? Die Antwort hängt von zwei Kräften ab, die aktuell in entgegengesetzte Richtungen ziehen.
Bull-Szenario: Die KI-Maschine läuft schon rund
Google Cloud liefert das stärkste Argument für Optimisten. Der Cloud-Umsatz sprang im zweiten Quartal um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar. Im Auftragsbestand stehen bereits 514 Milliarden Dollar an vertraglich gesicherten Erlösen.
Auch das Robotaxi-Geschäft Waymo liefert handfeste Beweise für den Fortschritt. Der Dienst befördert inzwischen mehr als 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche in elf US-Städten. Im Juli 2026 kamen San Diego und Las Vegas als neue Standorte hinzu.
Charttechnisch spricht einiges für eine Bodenbildung. Der RSI liegt bei 32,5 und nähert sich der überverkauften Zone. Seit dem Mai-Hoch von 350,75 Euro hat das Papier bereits 19,80 Prozent verloren – ein Großteil des „Capex-Schocks“ könnte damit eingepreist sein.
Die durchschnittliche Kursziel-Erwartung der Analysten liegt bei 381,11 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 35,5 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs.
Bear-Szenario: Regulatorischer Druck und ein möglicher Cashflow-Bruch
Bricht die Aktie unter den 200-Tage-Durchschnitt von 280,61 Euro, wäre das ein technisches Warnsignal. In diesem Fall rückt das 52-Wochen-Tief von 163,44 Euro wieder in den Blick.
Hinzu kommt regulatorischer Gegenwind aus zwei Richtungen. Die EU verhängte im Juli 2026 eine neue Strafe von 890 Millionen Euro wegen Verstößen gegen den Digital Markets Act. In den USA verfolgt das Justizministerium nach dem Urteil vom April 2025 zum Werbetechnik-Monopol weiterhin eine mögliche Zerschlagung des Konzerns.
Der Umschwung beim freien Cashflow wiegt zusätzlich schwer. Operative Ausgaben von 44,9 Milliarden Dollar im Quartal übertrafen den operativen Cashflow deutlich. Das könnte das Ende der mühelosen Barmittel-Generierung einläuten, zugunsten eines teuren und riskanten Wettlaufs um Infrastruktur.
Ausblick: Die 200-Tage-Linie als letzte Verteidigungslinie
Solange sich die Aktie über dem 200-Tage-Durchschnitt von 280,61 Euro hält, bleibt eine Erholung das wahrscheinlichere Szenario. Nächstes Ziel wäre dann der 100-Tage-Durchschnitt bei 299,91 Euro. Getragen würde diese Erholung vom Rückenwind der vergangenen zwölf Monate, in denen sich der Kurs um 72,11 Prozent verteuert hat.
Schließt die Aktie dagegen deutlich unter der 280-Euro-Marke, dürfte eine längere Konsolidierung folgen. Investoren würden dann auf die Zahlen zum dritten Quartal warten, um zu sehen, ob die KI-Erlöse ähnlich schnell wachsen wie die Kosten.
Zwei Termine dürften den Kurs in den kommenden Wochen bewegen. Zum einen die endgültigen Auflagen im US-Werbetechnik-Verfahren. Zum anderen mögliche Zwischen-Updates zum Nutzerwachstum von Gemini, das aktuell bei 950 Millionen monatlich aktiven Nutzern steht.
Alphabet-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alphabet-Analyse vom 26. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Alphabet-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alphabet-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Alphabet: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




