Alphabet Aktie: John Jumper geht zu Anthropic
Zwei prominente KI-Forscher verlassen Alphabet, der Aktienkurs fällt deutlich. Analysten sehen den Konzern im Wettbewerb um Spitzenkräfte unter Druck.

- Schlüsselforscher wechseln zu OpenAI und Anthropic
- Börsenwert um rund 250 Milliarden Dollar gesunken
- Milliardeninvestitionen in KI-Infrastruktur geplant
- Neue Partnerschaft mit Filmstudio A24 vereinbart
Zwei Abgänge. Rund 250 Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet. Was am Montag bei Alphabet passierte, zeigt, wie empfindlich der Markt auf Personalverluste im KI-Rennen reagiert.
Schlüsselforscher wechseln zur Konkurrenz
Noam Shazeer, Co-Leiter des Gemini-Projekts und Mitautor des wegweisenden Transformer-Papers „Attention Is All You Need“ von 2017, wechselt zu OpenAI. Shazeer war erst 2024 zu Google zurückgekehrt — im Zuge eines Deals rund um Character.AI, der auf rund 2,7 Milliarden Dollar geschätzt wurde.
Kurz darauf folgte die nächste Hiobsbotschaft. John Jumper, Chemie-Nobelpreisträger 2024 und Mitentwickler des Protein-Faltungssystems AlphaFold bei DeepMind, verlässt Google nach fast neun Jahren. Sein Ziel: Anthropic.
Analysten von D.A. Davidson bezeichneten die Abgänge als schweren Schlag im „Talentkrieg“ der KI-Branche. Der Verlust von Grundlagenforschern könnte die Weiterentwicklung des Gemini-Modells bremsen.
Milliarden verbrannt, Kapitalfragen offen
Die Alphabet-Aktie schloss am Montag bei 306,05 Euro — rund 13 Prozent unter dem Allzeithoch von 350,75 Euro aus dem Mai. Der RSI liegt bei 40,5 und nähert sich damit überverkauftem Terrain.
Der Kursrückgang trifft Alphabet in einer Phase massiver Ausgaben. Das Unternehmen plant für das Gesamtjahr 2026 Investitionen zwischen 180 und 190 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. Der freie Cashflow brach im ersten Quartal um 47 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar ein.
Microsoft-Chef Satya Nadella warnte zuletzt vor einer „Kommodifizierung“ von KI. Das schürt Zweifel, ob die enormen Investitionen sich auszahlen — und verstärkt die Nervosität der Anleger.
Partnerschaft als Kontrapunkt
Ausgerechnet am Tag des Ausverkaufs meldete Google DeepMind eine Partnerschaft mit dem Filmstudio A24. 75 Millionen Dollar fließen in die Entwicklung neuer KI-Werkzeuge für die Filmproduktion. Ein Signal, dass Alphabet seine KI-Ambitionen trotz Personalverlusten vorantreibt.
Die Aktie notiert weiterhin deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 268,87 Euro — der langfristige Aufwärtstrend ist intakt. Ob das reicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, hängt maßgeblich davon ab, wie Alphabet die entstandenen Lücken in seiner Forschungsführung schließt. Die nächste Bewährungsprobe liefern die Quartalszahlen im Juli.
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