Alphabet Aktie: KI treibt Erwartungen

Alphabet geht mit starken KI- und Cloud-Wachstumszahlen in die Berichtssaison. Der Konzern profitiert von strategischen Partnerschaften mit Apple und Samsung sowie massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur.

Die Kernpunkte:
  • Starke Erwartungen an Q4-Gewinn und Cloud-Umsatz
  • Massive Investitionen in KI-Infrastruktur und Rechenzentren
  • Strategische KI-Partnerschaften mit Apple und Samsung
  • Hohe Nutzerzahlen für KI-Features in YouTube und Suche

Alphabet geht mit enormem Rückenwind in die Q4-Berichtssaison. Der Konzern profitiert von einer starken KI-Dynamik, einem boomenden Cloud-Geschäft und strategischen Partnerschaften mit Schwergewichten wie Apple und Samsung. Entscheidend wird nun, ob die anstehenden Zahlen Anfang Februar zeigen, dass die hohen Investitionen in künstliche Intelligenz nachhaltig in Gewinne umschlagen.

Starker Lauf vor den Zahlen

Die Alphabet-Aktie hat in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt und liegt seit Jahresbeginn rund 6 % im Plus. Gestern schloss der Titel bei 335,06 US‑Dollar und notiert damit nur minimal unter dem 52‑Wochen-Hoch – ein klares Zeichen, dass der Markt mit kräftigen Ergebnissen rechnet.

Auslöser für die Zuversicht ist nicht nur die Kursentwicklung, sondern auch die schiere Größe: Alphabet bewegt sich mit einer Marktkapitalisierung von rund 4 Billionen US‑Dollar in der Liga von Nvidia, Microsoft und Apple. Diesen historischen Meilenstein hatte der Konzern Mitte Januar kurzzeitig überschritten.

Die Bewertung spiegelt hohe Erwartungen wider: Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt laut Quelltext im niedrigen 30er-Bereich, das Forward-KGV darunter. Anleger setzen also darauf, dass das Gewinnwachstum die jüngste Rally rechtfertigt.

Venture-Deal unterstreicht KI-Fokus

Ein aktueller Deal im Venture-Bereich zeigt, wohin die Reise strategisch geht. Alphabets Risikokapitaltochter GV führte am 26. Januar eine Finanzierungsrunde über 200 Millionen US‑Dollar beim britischen KI-Startup Synthesia an. Die neue Bewertung liegt bei 4 Milliarden US‑Dollar – fast doppelt so hoch wie noch im Januar 2025.

Synthesia entwickelt KI-gestützte Videogenerierung für Unternehmenskunden und kommt bereits auf 150 Millionen US‑Dollar jährlich wiederkehrenden Umsatz, mit dem Ziel, bis Jahresende die Marke von 200 Millionen US‑Dollar zu überschreiten. Neben GV beteiligten sich auch NVentures (Nvidia) sowie Accel und New Enterprise Associates. Damit stärkt Alphabet sein Netzwerk im Bereich generativer KI und Unternehmensanwendungen.

Q4-Ausblick: Deutliches Gewinnplus erwartet

Für den 4. Februar erwartet die Wall Street robuste Zahlen:

  • Erwarteter Q4-Gewinn je Aktie: 2,59 US‑Dollar (+20,5 % gegenüber Vorjahr)
  • Geschätztes Gesamtjahres-EPS 2025: 10,58 US‑Dollar (+31,6 % Wachstum)
  • Prognose für 2026: 11,04 US‑Dollar EPS (+4,4 %)

Alphabet hat in den vergangenen vier Quartalen jeweils die Konsensschätzungen übertroffen. Der Markt geht daher von einem weiteren starken Bericht aus – zugleich ist die Messlatte entsprechend hoch.

Cloud als Wachstumsmotor

Besonders im Cloud-Geschäft hat Alphabet zuletzt deutlich an Tempo gewonnen. In Q3 zeigte sich:

  • Cloud-Umsatz: 15,2 Milliarden US‑Dollar (+34 % gegenüber Vorjahr)
  • Operatives Cloud-Ergebnis: 3,6 Milliarden US‑Dollar (zuvor 1,9 Milliarden US‑Dollar)
  • Auftragsbestand (Backlog): 155 Milliarden US‑Dollar (+82 % im Jahresvergleich)

Damit wächst nicht nur der Umsatz, auch die Profitabilität der Sparte verbessert sich spürbar. Um die KI-Infrastruktur weiter auszubauen, hat Alphabet die Investitionsausgaben im dritten Quartal auf 24 Milliarden US‑Dollar hochgefahren. Für das Gesamtjahr 2025 liegt die Capex-Prognose bei 91 bis 93 Milliarden US‑Dollar – ein massiver Kapitaleinsatz, der vor allem in Rechenzentren und KI-Hardware fließt.

KI im Produktportfolio: Breite Nutzung

Parallel zur Infrastruktur zieht Alphabet die KI-Technologie tief in seine Produkte. YouTube-CEO Neal Mohan skizzierte am 21. Januar die Schwerpunkte für 2026 – die Plattform soll stärker auf KI-gestützte Inhalte setzen. Die Nutzung ist bereits heute beachtlich:

  • Über 1 Million YouTube-Kanäle nutzten im Dezember täglich KI-Erstellungstools
  • Mehr als 20 Millionen Nutzer griffen im Dezember auf das KI-basierte „Ask“-Tool zurück
  • Rund 6 Millionen Zuschauer pro Tag konsumieren automatisch übersetzte („autodubbte“) Inhalte

Auch jenseits von YouTube wächst die KI-Nutzung deutlich. Die Gemini-App kommt auf 650 Millionen monatlich aktive Nutzer, die Anzahl der Anfragen hat sich innerhalb von drei Monaten verdreifacht. Der KI-Modus in der Google-Suche verzeichnet in den USA mehr als 75 Millionen täglich aktive Nutzer. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass Alphabet seine KI-Funktionen nicht nur testet, sondern bereits in der Breite ausrollt.

Apple und Samsung: KI-Reichweite wächst

Ein Schlüsselbaustein für die weitere KI-Strategie ist die im Januar angekündigte mehrjährige Kooperation mit Apple. Demnach soll Gemini die Basis für die nächste Generation der Apple-KI-Modelle bilden. Damit sichert sich Alphabet potenziell den Zugriff auf Hunderte Millionen zusätzlicher Endgeräte im Apple-Ökosystem.

Hinzu kommt die bereits bestehende Partnerschaft mit Samsung. Der Elektronikkonzern will die Zahl der mit Gemini ausgestatteten mobilen Geräte im Jahr 2026 auf 800 Millionen verdoppeln. Zusammen verstärken diese Deals Alphabets Rolle als Infrastruktur- und Plattformanbieter für KI-Funktionen auf Milliarden von Smartphones und anderen Endgeräten.

Kennzahlen im Überblick

Einige zentrale Größen aus dem Quelltext im Schnelldurchlauf:

  • Marktkapitalisierung: rund 4,0 Billionen US‑Dollar
  • Dividendenrendite: 0,25 %
  • Beta: 1,09
  • Performance 2025: etwa +65 %
  • Durchschnittliches Analystenkursziel: 342,89 US‑Dollar

Diese Kombination aus starkem Kursverlauf, moderater Dividende und relativ hoher, aber wachstumsgetriebener Bewertung zeigt, wie stark der Markt Alphabet als KI-Profiteur einpreist.

Fazit: Bericht am 4. Februar als Nagelprobe

Alphabet startet mit hoher Erwartungshaltung in die Q4-Zahlen. Die Wachstumstreiber sind klar: ein schnell wachsendes und profitabler werdendes Cloud-Geschäft, eine aggressive Ausweitung der KI-Infrastruktur, stark steigende Nutzungszahlen von KI-Features in YouTube, Suche und Gemini sowie strategische Partnerschaften mit Apple und Samsung. Der Bericht am 4. Februar wird zeigen, ob sich diese Faktoren bereits deutlich im Gewinnwachstum widerspiegeln und damit die zuletzt sehr starke Kursentwicklung und die hohe Investitionsoffensive rechtfertigen.

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