Alphabet Aktie: Mehrere Baustellen
Cloud-Probleme und ein nicht rechtskräftiges Maps-Urteil belasten Alphabet; SpaceX-Kursschwankungen beeinflussen den Beteiligungsgewinn.

- Google-Cloud-Störung beeinträchtigt europäische Dienste
- Frankfurter Gericht untersagt bestimmte Luftbilder
- SpaceX-Anteil beeinflusst Alphabets Finanzergebnis
- Waymo plant Robotaxi-Start in Madrid 2027
Ein Gerichtsurteil, ein Cloud-Ausfall und eine Milliardenbeteiligung an SpaceX: Bei Alphabet laufen am Dienstag gleich mehrere Themen zusammen. Die Aktie gibt an der NASDAQ zeitweise leicht nach, im Handel notiert sie zuletzt rund 0,6 Prozent tiefer bei 342,20 US-Dollar. Größere Ausschläge blieben aus.
Ausfall in London trifft Banken-Apps
Technische Probleme in der Google-Cloud-Region London haben Online-Dienste in mehreren europäischen Ländern gestört. Betroffen waren auch Finanzdienstleister: Kunden der Digitalbank Revolut klagten über Einschränkungen bei Zahlungen und Kontodiensten. Bei ING gab es ebenfalls Probleme, ein Sprecher führte sie jedoch nicht auf den Google-Ausfall zurück.
Google bestätigte die Störung auf seinen Statusseiten und arbeitete an der Behebung. Ursache und Ausmaß waren zunächst unklar. Für das Cloud-Geschäft, das zuletzt kräftig wuchs, ist ein solcher Vorfall ein Imagerisiko, auch wenn finanzielle Folgen noch nicht absehbar sind.
Frankfurter Urteil zu Google Maps
Das Landgericht Frankfurt untersagt Google, dreidimensionale Luftbilder eines privaten Wohngrundstücks auf Google Earth und Google Maps zu zeigen, wenn der Eigentümer widerspricht. Die Richter sehen das allgemeine Persönlichkeitsrecht verletzt. Besonders kritisch werteten sie, dass die Aufnahmen auch den von der Straße nicht einsehbaren rückwärtigen Bereich zeigen und Google das Material unangekündigt aus der Luft erhebe.
Das Argument der Informationsfreiheit ließ die Kammer nicht gelten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Google kann Berufung beim Oberlandesgericht einlegen. Eine Stellungnahme des Konzerns liegt bislang nicht vor. Der Kläger hatte schon zuvor durchgesetzt, dass sein Haus bei Street View und Apples Look Around unkenntlich gemacht wird. Erinnerungen an den Street-View-Streit von 2010 liegen nahe.
SpaceX als Bilanztreiber
Brisanter für die Zahlen könnte SpaceX werden. Alphabet hält gut 551 Millionen Aktien an dem Raumfahrtkonzern, der heute nach US-Börsenschluss seine Zahlen zum dritten Quartal vorlegt. Seit dem Börsengang im Juni folgt der Wert des Pakets dem Kurs und schlägt direkt auf die Gewinnrechnung durch.
Im zweiten Quartal verbuchte Alphabet Beteiligungsgewinne von 99,0 Milliarden US-Dollar, vor allem aus SpaceX. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg auf 9,11 US-Dollar. Alphabet selbst warnt, dass Kursschwankungen der Beteiligungen das Finanzergebnis künftig stark bewegen können. SpaceX schreibt unter dem Strich zudem weiter Verluste.
Waymo expandiert nach Madrid
Auch operativ gibt es Neues. Die Robotaxi-Tochter Waymo will 2027 in der Region Madrid einen vollständig autonomen Fahrdienst starten, den ersten in Spanien. In den kommenden Tagen sollen Testfahrzeuge mit Sicherheitsfahrern auf die Straßen kommen. Laut Waymo liegt die Flotte bei mehr als 500.000 bezahlten Fahrten pro Woche. London soll noch dieses Jahr folgen, Tokio 2027.
Hinzu kommt Regulierungsdruck in Australien: Die Regierung bereitet Klagen gegen fünf Plattformen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige vor, darunter YouTube.
Den nächsten Gradmesser liefert der Alphabet-Quartalsbericht, der den SpaceX-Anteil zum Stichtag 30. September neu bewertet.
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