Alphabet Aktie: Q2-Bericht am 21. Juli
Google-Mutterkonzern legt am 21. Juli Quartalszahlen vor. Analysten zeigen sich trotz Kursrückgangs mehrheitlich optimistisch für die Aktie.

- Quartalszahlen am 21. Juli erwartet
- Cloud-Sparte mit starkem Wachstum
- Regulatorische Hürden in Europa und USA
- KI-Modell Gemini 3.5 Pro in Aussicht
Alphabet steuert auf einen der wichtigsten Termine des Sommers zu: Der Google-Mutterkonzern will seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 am 21. Juli nach US-Börsenschluss vorlegen, die Analystenkonferenz folgt am 22. Juli um 16:30 Uhr Ostküstenzeit. Der Konsens laut MarketBeat rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 2,87 US-Dollar bei Erlösen von 116,53 Milliarden US-Dollar – ein erwartetes Plus von gut 21 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Die Erwartungen speisen sich aus einem starken ersten Quartal: Alphabet hatte damals mit 5,11 US-Dollar je Aktie die Konsensschätzung von rund 2,68 US-Dollar deutlich übertroffen, der Umsatz kletterte auf 109,9 Milliarden US-Dollar. Google Cloud legte um 63 Prozent auf 20 Milliarden US-Dollar zu, der Auftragsbestand der Sparte wird mittlerweile mit 462 Milliarden US-Dollar beziffert. Für die KI-Infrastruktur hat Alphabet die Investitionsplanung für 2026 auf 180 bis 190 Milliarden US-Dollar angehoben und für 2027 eine weitere Steigerung in Aussicht gestellt.
Analysten bleiben trotz Kursrückgang optimistisch
Die Einschätzungen der Analysehäuser fallen mehrheitlich positiv aus. Nach MarketBeat-Daten stufen 27 Analysten die Aktie als Kauf und fünf als starken Kauf ein, vier sehen sie neutral, der durchschnittliche Kursziel-Konsens liegt zwischen 378,53 und 413,73 US-Dollar. TipRanks kommt mit 28 Kauf- und fünf Halten-Einstufungen auf ein Kursziel von 428,43 US-Dollar, eine Auswertung von AOL nennt bei 58 erfassten Analysten ein durchschnittliches Ziel von 428,54 US-Dollar. Raymond James stufte die Aktie zuletzt als Strong Buy mit einem Kursziel von 425 US-Dollar ein, Truist sieht 430 US-Dollar. Freedom Capital senkte seine Empfehlung dagegen auf Hold, während Zacks Alphabet auf Strong Buy hochstufte. Parallel bauten Investoren wie AlpenGlobal Capital ihre Positionen aus, während Kornitzer Capital Management seinen Bestand im ersten Quartal um 2,6 Prozent reduzierte. Insider verkauften im selben Zeitraum rund 159.415 Aktien.
Regulatorischer Druck aus Europa und den USA
Auf der Belastungsseite bleibt der regulatorische Gegenwind hoch. Die höchsten europäischen Gerichte bestätigten Anfang Juli, dass Google seine Marktmacht missbraucht hat – die Kartellstrafe von 4,1 Milliarden Euro wurde damit rechtskräftig. In der Schweiz eröffnete die Wettbewerbskommission WEKO diese Woche eine Voruntersuchung, weil Google den Auswahlbildschirm für Suchmaschinen auf Android-Geräten im Land entfernt hat – im Europäischen Wirtschaftsraum bleibt die Funktion bestehen. Zusätzlich reichten die Verlage Hachette, Cengage und Elsevier gemeinsam mit dem Autor Scott Turow und der Organisation S.C.R.I.B.E. am 14. Juli beim US-Bezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York eine Sammelklage ein. Der Vorwurf: Google habe urheberrechtlich geschütztes Material ohne Erlaubnis für das Training des KI-Modells Gemini verwendet. Ein internes Dokument soll vor möglichen Strafzahlungen zwischen 10 und 100 Milliarden US-Dollar gewarnt haben. In den USA öffnet Google zudem ab dem 22. Juli den Play Store für alternative App-Marktplätze, allerdings vorerst nur innerhalb der USA.
KI-Tempo: Gemini, Cloud und Talentabwanderung
Auf der Produktseite treibt Alphabet die KI-Strategie weiter voran. Berichten zufolge soll ein neues Modell namens Gemini 3.5 Pro mit deutlich erweitertem Kontextfenster in Kürze erscheinen, eine offizielle Bestätigung samt Termin und technischen Daten steht seitens Google jedoch noch aus. Zugleich baut der Konzern die Cloud-Plattform aus: Über das Model Garden bietet Google Cloud nun auch Anthropics Claude-Modelle als verwalteten Dienst an, inklusive globalem Routing und Compliance-Zertifizierungen. IDC kürte Google zudem zum Leader im MarketScape für Foundation-Model-Software, gestützt auf die Plattform Gemini Enterprise und das schlankere Modell Gemini 3.5 Flash. Auf der anderen Seite verlor Google DeepMind zuletzt mehrere leitende Forscher, darunter Noam Shazeer, der zu OpenAI wechselte, und John Jumper, der zu Anthropic ging – ein Umstand, der die Aktie Ende Juni belastet hatte.
Aktie unter dem 50-Tage-Schnitt
An der Börse notiert Alphabet aktuell bei 313,70 Euro und gibt damit heute um 0,35 Prozent nach. Auf Wochensicht steht ein Minus von 0,96 Prozent zu Buche, über 30 Tage sind es 1,45 Prozent. Der Titel bewegt sich damit knapp unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 321,15 Euro, notiert aber weiterhin deutlich über dem 200-Tage-Schnitt von 277,48 Euro, was einem Abstand von 13,05 Prozent entspricht. Vom 52-Wochen-Hoch bei 350,75 Euro, erreicht am 18. Mai 2026, trennen die Aktie derzeit 10,56 Prozent, während sie gegenüber dem Jahrestief von 157,08 Euro vom 15. Juli 2025 nahezu verdoppelt hat. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 16,57 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 99,71 Prozent. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf rund 3.805 Milliarden Euro, der RSI liegt mit 49,4 im neutralen Bereich.
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