Alphabet Aktie: Rückkaufprogramm nach zehn Jahren gestrichen
Alphabet beendet Aktienrückkäufe und investiert Milliarden in KI-Infrastruktur. Analysten bleiben trotz Engpässen optimistisch.

- Aktienrückkaufprogramm eingestellt
- Milliardeninvestitionen in KI-Rechenzentren
- Kapitalerhöhung bringt 85 Milliarden Dollar
- Analysten sehen Kursziel bei 427 Dollar
Alphabet ist offiziell im Dow Jones angekommen. Der Suchmaschinen-Gigant ersetzte am Montag Verizon im Leitindex. Indexfonds mussten ihre Portfolios entsprechend umschichten. Das trieb den Kurs am ersten Handelstag um rund fünf Prozent nach oben. Hinter den Kulissen vollzieht das Management derweil einen radikalen Strategiewechsel.
KI-Ausbau verschlingt Milliarden
Der Konzern opfert seine bewährte Kapitalpolitik dem Ausbau der Künstlichen Intelligenz. Im ersten Quartal 2026 strich Alphabet sein Aktienrückkaufprogramm. Dies geschah zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt. Das Management benötigt die Liquidität dringend für neue Rechenzentren. Für das Gesamtjahr 2026 plant das Unternehmen Investitionen von bis zu 190 Milliarden US-Dollar.
Um diesen Hunger nach Infrastruktur zu stillen, besorgt sich Alphabet frisches Geld. Seit Ende 2025 sammelte der Konzern über 140 Milliarden US-Dollar ein. Allein eine aktuelle Kapitalerhöhung brachte knapp 85 Milliarden US-Dollar.
Fehlende Serverkapazitäten
Trotz der massiven Ausgaben kämpft der Tech-Riese mit operativen Hürden. Berichte deuten auf massive Engpässe bei der Rechenleistung hin. Alphabet priorisiert interne Projekte. Externe Großkunden wie Meta Platforms erhalten nur noch eingeschränkten Zugang zu den Gemini-Modellen.
Die knappen Server-Ressourcen sorgen für Unmut beim Personal. Führende Forscher wie Noam Shazeer wechselten kürzlich zum Rivalen OpenAI. Parallel dazu warnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich vor einer Blasenbildung. Die Behörde sieht den branchenweiten Investitionsboom von einer Billion US-Dollar kritisch.
Warten auf die Juli-Zahlen
An der Börse notiert die Aktie aktuell bei 310,70 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 15 Prozent auf der Kurstafel. Vom Rekordhoch bei 350,75 Euro ist der Titel allerdings wieder abgerückt.
Analysten zeigen sich unbeeindruckt von den jüngsten Rücksetzern. Derzeit raten 33 Experten zum starken Kauf der Papiere. Sie sehen das durchschnittliche Kursziel bei 427 US-Dollar. Treiber für diesen Optimismus sind das wachsende Cloud-Geschäft und die Fortschritte der Roboterauto-Tochter Waymo.
Im Juli legt Alphabet seine Quartalszahlen vor. Dann muss das Management beweisen, dass die Rekordausgaben tatsächlich in höhere Umsätze münden. Nur ein starkes Wachstum im Cloud- und Suchgeschäft kann die aktuelle Bewertung von 4,2 Billionen US-Dollar stützen.
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