Alstom Aktie: 3-Milliarden-Auftrag von VIA Rail Canada

Alstom liefert 313 Fernverkehrswagen nach Kanada, stärkt dortige Werke und meldet zugleich einen höheren Goldman-Sachs-Anteil am Konzern.

Die Kernpunkte:
  • 313 neue Wagen für VIA Rail
  • Auftragswert von 4,7 Milliarden Kanadadollar
  • Rund 670 Arbeitsplätze direkt gesichert
  • Goldman Sachs hält 5,55 Prozent

Der französische Bahntechnikkonzern Alstom hat einen bedeutenden Großauftrag aus Nordamerika an Land gezogen. Wie heute bekannt wurde, wird Alstom 313 neue Reisezugwagen der Modellreihe Adessia an VIA Rail Canada liefern. Das Gesamtvolumen des Auftrags beläuft sich auf rund 4,7 Milliarden Kanadische Dollar, was umgerechnet etwa 3 Milliarden Euro entspricht.

Erneuerung der Fernzugflotte

Der Vertrag markiert einen Meilenstein für die Modernisierung des kanadischen Schienennetzes. Die neuen Wagen sollen einen Fuhrpark ersetzen, der teilweise bereits seit 77 Jahren im Einsatz ist. Neben der reinen Lieferung umfasst die Vereinbarung einen technischen Support über einen Zeitraum von 15 Jahren, der allein mit rund 700 Millionen Kanadischen Dollar bewertet wird. Die Auslieferung der Züge soll im Jahr 2031 beginnen und bis 2035 abgeschlossen sein.

Die Bestellung umfasst neun verschiedene Konfigurationen, um den unterschiedlichen Anforderungen im Fernverkehr gerecht zu werden. Geplant sind unter anderem 78 Schlafwagen, 58 Wagen für die Economy-Klasse sowie spezialisierte Einheiten wie Panorama- und Speisewagen. Diese Investition soll die Anbindung von rund 400 Gemeinden, darunter auch abgelegene Regionen und indigene Gemeinschaften, langfristig sichern.

Wirtschaftliche Impulse und Jobgarantien

Die Fertigung der Fahrzeuge erfolgt vollständig in Kanada, womit Alstom die lokale Wertschöpfung stärkt. Während das Design in Saint-Bruno-de-Montarville entsteht, werden die Wagenkästen in La Pocatière gefertigt und die Endmontage in Thunder Bay durchgeführt. Laut Medienberichten sichert der Auftrag direkt rund 670 Arbeitsplätze und soll einen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt von 1,6 Milliarden Kanadischen Dollar leisten.

Besonders für den Standort Thunder Bay kommt die Nachricht zur rechten Zeit. Im Frühjahr mussten dort noch rund 200 Mitarbeiter entlassen werden. Alstom plant zudem Investitionen in Höhe von 37 Millionen Kanadischen Dollar in die Modernisierung des dortigen Werks, um die Anforderungen des Großprojekts zu erfüllen. Dieser Schritt wird als wichtiger Teil der finanziellen Erholung des Konzerns gewertet.

Großaktionär überschreitet Meldeschwelle

Flankiert wird die operative Erfolgsmeldung von einer Veränderung im Aktionariat. Goldman Sachs International meldete der französischen Finanzmarktaufsicht AMF, dass die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte und des Kapitals am vergangenen Mittwoch überschritten wurde. Der Finanzdienstleister hält nun direkt 5,55 Prozent an Alstom. Die gesamte Goldman Sachs Group kommt indirekt sogar auf einen Anteil von 5,82 Prozent.

Trotz der positiven Nachrichten aus Kanada und dem verstärkten Engagement des Großaktionärs zeigt sich die Aktie im heutigen Handel verhalten. Das Papier notiert aktuell bei 16,25 Euro, was einem Rückgang von 1,3 Prozent entspricht. Damit verbleibt der Titel deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 30,19 Euro. Der jüngste Großauftrag unterstreicht jedoch die Bemühungen des Unternehmens, seine globale Marktposition im Schienenverkehr weiter zu festigen.

Parallel zum Nordamerika-Geschäft treibt Alstom auch die Modernisierung seiner europäischen Standorte voran. Im französischen Belfort startete am heutigen Montag die Montage einer neuen Generation von Rangierlokomotiven. Diese sind für den europäischen Güterverkehr konzipiert und verfügen über Hybrid-, Elektro- und Batterieantriebe.

Alstom investiert rund 30 Millionen Euro in die Modernisierung dieses Standorts, um der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Antriebslösungen im Logistiksektor gerecht zu werden.

Anzeige

Alstom-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alstom-Analyse vom 7. September liefert die Antwort:

Die neusten Alstom-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alstom-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Alstom: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Alstom