Alstom Aktie: Verlust-Marge und 1,5 Milliarden Cash-Abfluss

Im ersten Halbjahr rutschte die EBIT-Marge ins Minus; für das Gesamtjahr kalkuliert Alstom mit 1,5 Milliarden Euro Mittelabfluss.

Die Kernpunkte:
  • Halbjahresmarge fällt auf minus vier Prozent
  • Umsatz wächst um drei Prozent
  • Jahresmarge von rund einem Prozent erwartet
  • Freier Cashflow mit 1,5 Milliarden Euro Abfluss erwartet

Alstom hat seine Anleger heute kalt erwischt. Der Bahntechnikkonzern kappt die Jahresprognose drastisch, die Aktie sackt im frühen Handel zeitweise um mehr als 28 Prozent ab. Bei einem Intraday-Minus dieser Größenordnung ist die Dramatik gerechtfertigt.

Coradia Max reißt die Marge ins Minus

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026/27 lag die bereinigte EBIT-Marge bei rund minus 4 Prozent, nach plus 6,4 Prozent im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 3 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Das Wachstum verpufft damit, weil die Profitabilität wegbricht.

Hauptursache sind Margenanpassungen bei Projekten, die für und aus Deutschland abgewickelt werden, vor allem bei der Elektrotriebzug-Plattform Coradia Max. Die Industrialisierung verlief schwierig, die Zulassung dauert länger als geplant. Die Produktion wurde im ersten Quartal zeitweise gestoppt, um technische Probleme zu lösen. Die Fahrzeugfertigung sank dadurch um 8 Prozent auf 1.860 Einheiten.

Der Auftragseingang blieb mit 11 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Das Verhältnis von Aufträgen zu Umsatz liegt bei 1,2, die Nachfrage ist also intakt.

Prognose deutlich gesenkt

Für das Gesamtjahr erwartet Alstom nur noch eine bereinigte EBIT-Marge von rund 1 Prozent, zuvor waren es etwa 6,5 Prozent. Das organische Umsatzwachstum soll im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich liegen, bisher peilte der Konzern etwa 5 Prozent an. Die Fahrzeugproduktion soll bei rund 4.000 Einheiten landen, statt bei 4.400 bis 4.500.

Am schwersten wiegt der Cashflow. Statt eines positiven freien Cashflows rechnet das Management nun mit einem Abfluss von 1,5 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung stieg Ende September auf 1,1 Milliarden Euro, Ende März waren es 0,4 Milliarden.

Konzernchef Martin Sion, seit April im Amt, sprach von den Folgen einer Bestandsaufnahme. Ziel sei es, die Leistung des Konzerns ab dem kommenden Geschäftsjahr zu normalisieren.

Schuldenabbau und Kapitalmarkttag

Alstom nennt ein Entschuldungsziel von rund 2 Milliarden Euro. Die Book-to-Bill-Prognose von über 1 für das Gesamtjahr bleibt bestehen.

Die Aktie fiel in Paris auf rund 11,50 Euro und markierte zeitweise ein Tief bei 11,42 Euro. Das ist das niedrigste Niveau seit März 2024. Der Gesamtmarkt gab kaum nach, der Einbruch ist laut Marktbild unternehmensspezifisch.

Konkrete Orientierung verspricht der Kapitalmarkttag im zweiten Quartal 2027. Dort will Alstom darlegen, wie die Normalisierung und der Schuldenabbau gelingen sollen.

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