Altria: Auftragsfertigung mit Philip Morris ab 2027

Altria und PMI vereinbaren gegenseitige Zigarettenproduktion. Die Kooperation zielt auf Steuervorteile ab, während Altria seine Jahresprognose bestätigt.

Die Kernpunkte:
  • Gegenseitige Auftragsfertigung vereinbart
  • Steuervorteile als zentraler Treiber
  • Quartalsgewinn verfehlt Erwartungen leicht
  • Analysten uneins über Aktienbewertung

Altria und Philip Morris International (PMI) rücken operativ wieder enger zusammen. Die beiden Tabakkonzerne haben eine umfassende Vereinbarung zur gegenseitigen Auftragsfertigung von Zigaretten geschlossen. Während die Aktie der Altria Group seit Jahresbeginn bereits ein Plus von 20 % verzeichnet, soll die neue Kooperation vor allem die langfristige Effizienz und Steueroptimierung des US-Geschäfts sichern.

Strategischer Fokus auf Effizienz und Steuervorteile

Das Abkommen sieht vor, dass Nicht-US-Tochtergesellschaften von PMI künftig Zigaretten für Philip Morris USA produzieren. Im Gegenzug übernimmt der Altria-Konzern in seinen US-Werken die Fertigung für den internationalen Markt von PMI. Die ersten Lieferungen im Rahmen dieser Partnerschaft sind für Anfang 2027 geplant. Laut Reuters stellen mögliche US-Steuergutschriften einen wesentlichen Grund für diesen Schritt dar.

Ein zentraler wirtschaftlicher Treiber hinter der Kooperation sind sogenannte „Double Duty Drawbacks“. Dabei handelt es sich um Steuerrückerstattungen für exportierte Waren, von denen Altria durch die neuen Fertigungswege profitieren möchte.

Auf das laufende Geschäftsjahr 2026 wird das Abkommen nach Unternehmensangaben keine wesentlichen Auswirkungen haben. Es dient jedoch als strategischer Baustein für die Erreichung der langfristigen Unternehmensziele bis zum Jahr 2028.

Quartalsbilanz und Ausblick auf 2026

Parallel zur neuen Kooperation bleibt das operative Tagesgeschäft stabil, auch wenn die jüngsten Zahlen gemischte Signale sendeten. Für das zweite Quartal 2026 meldete Altria einen Umsatz von 5,36 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 1,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,48 US-Dollar allerdings knapp unter den Markterwartungen von 1,50 US-Dollar.

Trotz der leichten Verfehlung beim Quartalsgewinn hält das Management an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest. Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde in einer Spanne von 5,61 bis 5,72 US-Dollar bestätigt.

Zudem setzt das Unternehmen verstärkt auf rauchfreie Alternativen. Medienberichten zufolge erhielt Altria jüngst die FDA-Zulassung für weitere Nikotinbeutel-Produkte der Marke on!, die bereits in über 120.000 Verkaufsstellen präsent sind.

Analysten zwischen Kaufempfehlung und Skepsis

Die Reaktionen am Kapitalmarkt fielen am Montag und Dienstag positiv aus, wobei die Aktie nach der Ankündigung zeitweise deutlich zulegen konnte. Im heutigen Handel notiert der Wert bei 58,88 €, womit das Papier etwa 13 % unter seinem 52-Wochen-Hoch steht. Institutionelle Anleger nutzten das zurückliegende Quartal bereits für Zukäufe. So erwarb Northwestern Mutual Wealth Management Anteile im Wert von rund 19,17 Millionen US-Dollar.

Die Einschätzungen der Analystenhäuser gehen derweil auseinander. Lisa Lewandowski von Bank of America Securities bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 82,00 US-Dollar. Sie verweist auf die solide Marktstellung und die Dividendenstärke.

Im Gegensatz dazu beurteilt das Analysehaus Barclays den Titel weiterhin mit „Underweight“ und sieht das Kursziel bei lediglich 58,00 US-Dollar. Der breite Marktkonsens stuft die Aktie derzeit als Halteposition ein.

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