Amagvik Aktie: Portfolio auf zwei Projekte reduziert

Amagvik reduziert nach zwei Immobilienverkäufen sein Portfolio auf zwei Bauprojekte. Ein Führungswechsel soll das Unternehmen stabilisieren.

Die Kernpunkte:
  • Zwei Liegenschaften innerhalb weniger Monate veräußert
  • Portfolio auf zwei Ostschweizer Projekte geschrumpft
  • Neuer Verwaltungsrat mit großer Mehrheit gewählt
  • Halbjahreszahlen im September 2026 erwartet

Das Schweizer Immobilienunternehmen Amagvik hat innerhalb weniger Monate zwei Liegenschaften verkauft und sein Portfolio auf zwei aktive Wohnbauprojekte reduziert. Nach einem Führungswechsel im Frühjahr versucht das Unternehmen, wieder in planbare Strukturen zu kommen.

Die Verkäufe erfolgten unter Zeitdruck: Die Liegenschaft in Wängi brachte im zweiten Halbjahr 2024 einen Erlös von 385.000 Schweizer Franken. Das Projekt Dussnang-Oberwangen folgte im ersten Quartal 2025 — gewinnbringend, wie das Unternehmen mitteilte, ohne Details zu nennen.

Zwei Projekte, unterschiedliche Reifegrade

Übrig bleiben zwei Entwicklungen in der Ostschweiz. In Amriswil plant Amagvik ein größeres Wohnbauprojekt mit mittlerweile 50 Einheiten und sechs Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss. Ursprünglich waren 42 Wohnungen vorgesehen. Die erste Planungsphase mit der Gemeinde lief 2024.

In Romanshorn liegt die Baugenehmigung bereits vor. Geplant sind zwei Mehrfamilienhäuser mit je drei Wohnungen und einer gemeinsamen Tiefgarage mit zwölf Stellplätzen.

Beide Projekte setzen auf Minergie- oder SNBS-Standards — ein Versuch, sich im Segment energieeffizienter Neubauten zu positionieren. Die Nachfrage in diesem Segment gilt als stabil, die Umsetzung hängt jedoch von der Finanzierungskraft ab.

Führungswechsel mit deutlicher Mehrheit

An der außerordentlichen Generalversammlung wurden Joelkis Rosario zum Präsidenten des Verwaltungsrats und Hero M. Eden als neues Mitglied gewählt. Die Anträge passierten mit großer Mehrheit bei einer Präsenz von 90,77 Prozent der Aktienstimmen.

Das Jahresergebnis 2025 wurde am 6. Mai veröffentlicht. Konkrete Finanzkennzahlen nannte das Unternehmen in der Ad-hoc-Mitteilung nicht öffentlich.

Schweizer Mietmarkt stützt Nachfrage

Der Schweizer Mietwohnungsmarkt bleibt angespannt. Laut Wüest Partner stammen die meisten Neubauten, die 2025 auf den Markt kommen, noch aus Baubewilligungen von 2022 und 2023. Die daraus resultierende Angebotsknappheit dürfte die Mietpreise weiter steigen lassen.

Ob Amagvik davon profitieren kann, hängt davon ab, wie schnell die Projekte in Amriswil und Romanshorn realisiert werden. Die „Build and Hold“-Strategie — Aufbau eines Portfolios selbsterstellter Renditeliegenschaften — steht weiterhin auf dem Papier. Nach den Verkäufen der vergangenen Monate ist unklar, ob das Unternehmen die Kapazität hat, diese Strategie umzusetzen.

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 26 Millionen Euro bleibt Amagvik ein sehr kleiner Immobilienwert. Bewertet wird nach Swiss GAAP FER, Wüest Partner fungiert als unabhängiger Schätzer.

Ende September 2026 folgen die Halbjahresergebnisse. Dann wird sichtbar, wie sich die Portfolioverkäufe auf die Bilanz ausgewirkt haben und ob die verbleibenden Projekte planmäßig vorankommen.

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