Amazon: 200 Milliarden CapEx für KI-Infrastruktur
Amazon überzeugt mit starkem AWS-Wachstum und hohen KI-Investitionen. Analysten sehen die operative Marge langfristig auf dem Weg zu 20 Prozent.

- AWS mit stärkstem Wachstum seit Jahren
- KI-Chip Trainium erzielt Milliardenumsätze
- Rekordinvestitionen von 200 Milliarden Dollar geplant
- Werbegeschäft wächst um 24 Prozent
Amazon hat im ersten Quartal 2026 die Skepsis vieler Investoren direkt beantwortet. Nicht mit Worten, sondern mit Zahlen.
Der Konzern erzielte einen Nettoumsatz von 181,5 Milliarden Dollar — ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis kletterte auf 23,9 Milliarden Dollar, was einer Marge von 13,1 Prozent entspricht. CEO Andy Jassy bezeichnete dies auf dem Earnings Call als die höchste Marge, die Amazon je in einem ersten Quartal erzielt hat.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Amazon?
AWS wächst so schnell wie seit Jahren nicht
Der Kern der Geschichte ist die Cloud-Sparte. AWS steigerte seinen Umsatz um 28 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar — das stärkste Wachstum seit 15 Quartalen. Der KI-Anteil allein läuft bereits auf einem Jahresumsatz von mehr als 15 Milliarden Dollar. Die Nachfrage übersteigt die verfügbare Kapazität.
Besonders auffällig: Amazons eigene Chip-Linie Trainium. Das Geschäft damit überschritt eine jährliche Umsatzrate von 20 Milliarden Dollar mit dreistelligem Wachstum. OpenAI sicherte sich rund 2 Gigawatt Trainium-Kapazität ab 2027. Anthropic reservierte bis zu 5 Gigawatt. Trainium3 ist seit Anfang 2026 im Einsatz und nahezu ausgebucht. Trainium4 — noch etwa 18 Monate von der breiten Verfügbarkeit entfernt — ist bereits weitgehend vorgebucht.
Der AWS-Auftragsbestand lag zum Quartalsende bei 364 Milliarden Dollar. Darin ist der neue Anthropic-Deal noch nicht enthalten, den Jassy mit einem Wert von über 100 Milliarden Dollar bezifferte.
Der Capex-Streit: Investition oder Risiko?
Amazon plant für 2026 Investitionen von rund 200 Milliarden Dollar — mehr als jedes andere Unternehmen je in einem einzigen Jahr ausgegeben hat. Zum Vergleich: 2025 waren es 131,8 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow litt entsprechend. Er fiel auf 1,2 Milliarden Dollar über die vergangenen zwölf Monate, nach 25,9 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.
Jassy adressierte die Bedenken direkt: „Wir haben hohes Vertrauen, dass dieser Capex gut monetarisiert wird, da wir bereits für einen erheblichen Teil Kundenzusagen haben.“
Das ist kein leeres Versprechen. Die Anthropic-Partnerschaft allein — Amazon hat insgesamt bis zu 25 Milliarden Dollar zugesagt — verpflichtet den KI-Entwickler zu Ausgaben von mehr als 100 Milliarden Dollar auf AWS-Technologien über zehn Jahre.
Werbung und Handel stabilisieren das Gesamtbild
AWS ist nicht der einzige Wachstumsmotor. Das Werbegeschäft legte um 24 Prozent auf 17,24 Milliarden Dollar zu. Das Nordamerika-Segment wuchs um 12 Prozent auf 104,1 Milliarden Dollar und verbesserte seine operative Marge auf 9,0 Prozent.
Hinzu kommt ein makroökonomischer Rückenwind: Der Anfang Mai vereinbarte Handelsfrieden zwischen den USA und China entlastet Amazon direkt. Rund 30 Prozent der verkauften Waren stammen aus China, chinesische Werbetreibende machen 14 Prozent des Anzeigenumsatzes aus.
Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 234,05 Euro und hat seit Jahresbeginn knapp 20 Prozent zugelegt. Wall Street zieht mit: 62 Analysten empfehlen den Kauf, der Konsens-Zielkurs liegt bei 307,60 Dollar. Raymond James hob sein Kursziel auf 280 Dollar an und verwies auf das AWS-Wachstum und die KI-Partnerschaften.
Analysten sehen die operative Marge langfristig auf dem Weg von derzeit rund 12 Prozent in Richtung 20 Prozent. Den nächsten Datenpunkt liefert Amazon Ende Juli mit dem Q2-Bericht — dann wird sich zeigen, ob AWS-Margen und Investitionsabsorption den eingeschlagenen Kurs bestätigen.
Amazon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Amazon-Analyse vom 15. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Amazon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Amazon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Amazon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




