Amazon Aktie: 200 Milliarden Capex-Plan für 2026
Amazon übertrifft Erwartungen mit Rekordzahlen, doch der freie Cashflow bricht massiv ein. Hohe Investitionen in Rechenzentren belasten die Bilanz.

- Umsatz und Gewinn übertreffen Prognosen
- AWS-Wachstum erreicht 28 Prozent
- Freier Cashflow um 95 Prozent eingebrochen
- Investitionsausgaben von 200 Milliarden geplant
398 Nettobestellungen — nein, hier geht es um eine andere Rekordzahl: 28 Prozent Wachstum bei AWS, dem schnellsten Tempo seit 15 Quartalen. Amazon hat im ersten Quartal 2026 auf ganzer Linie übertroffen. Allerdings zeigt ein Blick hinter die Schlagzeilen, warum die Aktie trotzdem nachgab.
Zahlen, die kaum Wünsche offen lassen
Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 181,5 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie lag bei 2,78 Dollar — Analysten hatten 1,64 Dollar erwartet. Das operative Ergebnis von 23,9 Milliarden Dollar übertraf den Konsens um 15 Prozent. Wolfe Research sprach von einem „clean beat and raise“. Es war Amazons fünfter EPS-Schlag in Folge.
AWS war der entscheidende Treiber. Der Cloud-Arm erzielte 37,6 Milliarden Dollar Umsatz bei einer operativen Marge von 38 Prozent. CEO Andy Jassy nannte einen AI-Services-Jahresumsatz von über 15 Milliarden Dollar. Der Auftragsbestand für künftige AWS-Verträge wuchs um 93 Prozent auf 364 Milliarden Dollar.
Der Preis des Wachstums
Hinter den Rekordwerten steckt ein massiver Kapitalabfluss. Der freie Cashflow brach auf Zwölfmonatsbasis um 95 Prozent ein — auf gerade noch 1,2 Milliarden Dollar. Der Grund: Investitionsausgaben von 44,2 Milliarden Dollar allein im ersten Quartal, nach 25 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
Für das Gesamtjahr 2026 plant Amazon Investitionsausgaben von 200 Milliarden Dollar. Das ist mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Stand vor zwei Jahren. Jassy verteidigte die Ausgaben: Rechenzentren mit einer Lebensdauer von über 30 Jahren rechtfertigten kurzfristige Cashflow-Belastungen. Die langfristigen Schulden stiegen auf 119,1 Milliarden Dollar — ein Risiko, falls sich der Auftragsbestand langsamer als erwartet in Umsatz verwandelt.
Wall Street bleibt optimistisch
Mindestens 14 Banken hoben ihre Kursziele an. JPMorgan setzt nun 330 Dollar, BMO Capital 355 Dollar. Benchmark erhöhte sein Ziel von 275 auf 370 Dollar. Der Konsens von 43 Analysten liegt bei 302 Dollar mit dem Rating „Strong Buy“.
Die Aktie reagierte trotzdem mit einem leichten Rücksetzer. In Euro gerechnet schloss das Papier am Donnerstag bei 225,95 Euro — ein neues 52-Wochen-Hoch. Auf Jahressicht hat die Aktie rund 35 Prozent zugelegt.
Ausblick: Wachstum, aber negativer Cashflow
Für das zweite Quartal erwartet Amazon einen Umsatz zwischen 194 und 199 Milliarden Dollar — ein Wachstum von 16 bis 19 Prozent. Das operative Ergebnis soll zwischen 20 und 24 Milliarden Dollar liegen. Eingerechnet ist ein Kostenanstieg von einer Milliarde Dollar für das Satellitenprojekt Amazon Leo, das im dritten Quartal 2026 in den kommerziellen Betrieb gehen soll.
Das eigentliche Spannungsfeld bleibt die Cashflow-Frage. Bei geplanten Investitionsausgaben von 200 Milliarden Dollar wird Amazon 2026 voraussichtlich einen deutlich negativen freien Cashflow ausweisen. Ob der 364-Milliarden-Auftragsbestand schnell genug in echte Erträge umgewandelt wird, entscheidet darüber, wie lange Investoren diesen Kurs mitgehen.
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