Amazon Aktie: Angriff auf Lieferanten

Amazon verschärft den Druck auf Zulieferer mit rückwirkenden Forderungen und kämpft parallel um eine Milliardenstrafe in Italien. Analysten bleiben trotz der aggressiven Strategie optimistisch.

Die Kernpunkte:
  • Rückwirkende Forderungen bis zu 30 Prozent
  • Rechtsstreit um Milliardenstrafe in Italien
  • Neue Entlassungswelle mit bis zu 30.000 Stellen
  • Analysten heben Kursziel auf 315 Dollar an

Amazon verschärft den Ton gegenüber seinen Zulieferern. Der Tech-Konzern fordert Preissenkungen von bis zu 30 Prozent – und das rückwirkend. Gleichzeitig eskaliert ein Rechtsstreit in Europa, während Analysten optimistisch bleiben. Was steckt hinter der aggressiven Strategie?

Margendruck: Amazon dreht an der Preisschraube

Laut Berichten der Financial Times und Reuters nimmt Amazon Zugeständnisse zurück, die das Unternehmen im vergangenen Jahr gewährt hatte. Damals wurden höhere US-Zölle auf chinesische Importe erwartet – im Schnitt bis zu 57 Prozent. Die Realität fiel deutlich milder aus: Die Zölle liegen seit Ende Oktober 2025 bei durchschnittlich 47 Prozent.

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Diese Differenz nutzt Amazon nun, um die Lieferanten zur Kasse zu bitten. Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren, auch weil heute eine wichtige Entscheidung des US Supreme Court zur Rechtmäßigkeit der Zölle erwartet wird. Sollte das Gericht die Tarife kippen, könnten Importeure Rückzahlungen von bis zu 150 Milliarden Dollar erhalten. Amazon positioniert sich so, dass nicht das Unternehmen selbst, sondern die Zulieferer das Risiko tragen.

Parallel läuft ein zäher Rechtsstreit in Italien. Die dortige Wettbewerbsbehörde AGCM hatte Amazon 2021 mit einer Strafe von 1,13 Milliarden Euro belegt – der Vorwurf: Bevorzugung von Händlern, die Amazons eigenen Logistikdienst “Fulfillment by Amazon” nutzen. Die Strafe wurde später auf 752,4 Millionen Euro reduziert, doch Amazon will eine vollständige Aufhebung erreichen. Die Behörde ihrerseits hat Gegenbeschwerde eingelegt, um die ursprüngliche Summe wiederherzustellen.

Effizienz vor Wachstum

Die harte Linie gegenüber Lieferanten passt ins Bild der “Effizienz-Ära” unter CEO Andy Jassy. Ab dem 26. Januar 2026 startet eine neue Entlassungswelle, die bis Mai bis zu 30.000 Stellen im Konzernbereich treffen könnte. Der Fokus liegt auf Mittelmanagement, während Kapital in Künstliche Intelligenz und AWS-Rechenzentren fließt.

Seit Jahresanfang hat die Aktie bereits rund sieben Prozent zugelegt, auf Monatssicht steht ein Plus von 28 Prozent. Analysten von TD Cowen hoben am 13. Januar ihr Kursziel von 300 auf 315 Dollar an und begründeten dies mit dem starken Wachstum im Werbegeschäft. Bis 2030 soll dieser Bereich Umsätze von 141,7 Milliarden Dollar erreichen – eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 16 Prozent.

Spannende Entscheidung steht an

Die heutige Entscheidung des Supreme Court zur Zollfrage dürfte richtungsweisend sein. Sie beeinflusst nicht nur die Verhandlungsposition Amazons gegenüber Lieferanten, sondern auch die Kosten für verkaufte Waren. Hinzu kommt die Frage, ob die aggressive Preispolitik die Lieferkette destabilisiert oder ob Amazon seine Marktmacht erneut durchsetzen kann.

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