Amazon Aktie: Anthropic plant 110 Milliarden für AWS
Anthropic plant hohe AWS-Ausgaben, während Synopsys und CSL Amazons Cloud-Angebot nutzen; Rosenblatt erhöht das Kursziel.

- Anthropic plant 110 Milliarden Dollar für AWS
- AWS vereinbart Synopsys-Deal über eine Milliarde Dollar
- CSL will AWS entlang der Entwicklungspipeline einsetzen
- Rosenblatt hebt Amazon-Kursziel auf 360 Dollar
Die langfristige Auslastung der Cloud-Infrastruktur von Amazon erhält durch weitreichende Partnerschaften im Bereich der künstlichen Intelligenz zusätzlichen Schub. Laut Medienberichten über Unterlagen zum geplanten Börsengang des KI-Unternehmens Anthropic plant dieses, über einen Zeitraum von sieben bis zehn Jahren rund 110 Milliarden $ für Infrastrukturdienste von Amazon auszugeben.
Zudem wickelte Anthropic im Jahr 2025 knapp die Hälfte seiner Kundenerlöse über Cloud-Partner ab, zu denen neben Amazons Sparte AWS auch Googles Mutterkonzern Alphabet zählt.
Partnerschaften sichern Cloud-Wachstum ab
Die Kooperation mit KI-Entwicklern bildet ein zentrales Element für die Auslastung der weltweiten Rechenzentren. Parallel dazu treibt Amazon Web Services die Kooperation mit Halbleiterspezialisten voran.
Am 30. September schloss AWS mit Synopsys eine mehrjährige Vereinbarung im Wert von über 1 Milliarde $. Der Vertrag sieht vor, dass AWS geistiges Eigentum für das Chip-Design von Synopsys lizenziert. Im Gegenzug greift Synopsys für eigene Entwicklungen auf die Cloud-, Speicher- und KI-Dienste von Amazon zurück.
Auch im Pharmasektor bindet der Konzern namhafte Unternehmenskunden an seine Plattform. So gab das Biotech-Unternehmen CSL bekannt, Technologie von AWS künftig über die gesamte Forschungs- und klinische Entwicklungspipeline hinweg einzusetzen. Für Amazon zahlt sich die Strategie aus, Unternehmenskunden mit spezialisierter Rechenleistung langfristig zu binden.
An der Börse notiert die Amazon-Aktie vorbörslich bei 225,50 Euro, was einem leichten Plus von 0,6 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Zuwachs von 14 Prozent.
Rechtliche Einigung und positive Analystenstimme
Auf der regulatorischen Seite konnte Amazon unterdessen ein Verfahren in den USA beilegen. Der Konzern stimmte am vergangenen Donnerstag einem Vergleich über 8,25 Millionen $ mit dem District of Columbia zu.
Hintergrund waren Ausschlüsse bei Prime-Lieferungen. Die Einigung sieht Rückerstattungen an Kunden in Höhe von 7,25 Millionen $ sowie eine Strafzahlung von 1 Million $ vor. Künftig muss das Unternehmen Kunden über Lieferbeschränkungen vorab informieren.
Auf Seiten der Analysten überwiegt derweil die Zuversicht mit Blick auf das Geschäftsmodell. Am 30. September hob Rosenblatt Securities das Kursziel für Amazon von 335 $ auf 360 $ an und bestätigte die Einstufung mit „Buy“. Die Experten sehen in der Kombination aus etabliertem Handelsgeschäft und wachsender Cloud-Monetarisierung weiterhin solides Potenzial für den Konzern.
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