Amazon Aktie: AWS wächst 37 Prozent, Gewinn 62,6 Milliarden
Amazon beeindruckt mit starkem Cloud-Wachstum und erhöht Investitionen auf 220 Milliarden Dollar. Die Aktie legt nachbörslich deutlich zu.

- Cloud-Umsatz steigt um 37 Prozent
- Investitionsbudget auf 220 Milliarden erhöht
- KI-Beteiligung bringt Milliarden-Gewinn
- Aktie legt nachbörslich neun Prozent zu
Amazon hat am Donnerstagabend Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorgelegt, die die Erwartungen am Markt beim Cloud-Wachstum deutlich übertrafen. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Fünftel auf 200,6 Milliarden US-Dollar. Besonders die Cloud-Sparte AWS erwies sich als Wachstumsmotor und legte um 37 Prozent zu. Die Aktie reagierte im nachbörslichen Handel mit einem deutlichen Plus von zeitweise neun Prozent auf die Meldung.
Cloud-Sparte AWS treibt den Gewinn
Die Cloud-Tochter AWS (Amazon Web Services) erzielte einen Umsatz von 42,2 Milliarden US-Dollar. Laut Reuters lag der Konsens der Analysten zuvor lediglich bei einem Plus von rund 31,2 Prozent. CEO Andy Jassy bezeichnete die Entwicklung der Sparte als „boomend“. Das Betriebsergebnis von AWS stieg um mehr als 60 Prozent auf 16,6 Milliarden US-Dollar, was einer operativen Marge von knapp 40 Prozent entspricht. Jassy betonte, dass das Unternehmen derzeit Schwierigkeiten habe, die enorme Nachfrage nach Kapazitäten für Künstliche Intelligenz (KI) zu bedienen, was voraussichtlich bis in das Jahr 2027 anhalten werde.
Der Nettogewinn des Gesamtkonzerns belief sich auf 62,6 Milliarden US-Dollar, was einem Ergebnis je Aktie von 5,75 US-Dollar entspricht. Ein erheblicher Teil dieses Betrags resultiert jedoch aus einer Neubewertung der Beteiligung am KI-Startup Anthropic, die allein über 53 Milliarden US-Dollar zum Gewinn beitrug. Ohne diesen Sondereffekt lag der bereinigte Gewinn pro Aktie bei 1,88 US-Dollar. Trotz der starken Profitabilität drehte der freie Cashflow auf Sicht von zwölf Monaten ins Negative und lag bei minus 7,6 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte Amazon hier noch einen Zufluss von 18,2 Milliarden US-Dollar verzeichnet.
Milliarden-Investitionen in die Infrastruktur
Um die steigende Nachfrage nach Cloud-Diensten und KI zu decken, hebt Amazon seine Investitionsplanung für das laufende Jahr massiv an. Das Budget wurde um 10 Prozent auf nun 220 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Ein Grund für den Anstieg sind neben dem Ausbau der Rechenzentren auch höhere Kosten für Speicherkomponenten. Jassy erklärte, dass die Investitionen in Gebäude und Infrastruktur langfristige Erträge über Jahrzehnte sichern würden, während sich die eigentlichen KI-Server oft in weniger als drei Jahren amortisierten.
Neben dem Cloud-Geschäft zeigten auch andere Sparten eine positive Dynamik. Die Werbeeinnahmen stiegen um 26 Prozent auf 19,8 Milliarden US-Dollar. Das Online-Shop-Geschäft wuchs um 15 Prozent auf 70,4 Milliarden US-Dollar. Zudem verzeichnete das Unternehmen beim diesjährigen Prime Day Ausgaben der Kunden in Höhe von 26,4 Milliarden US-Dollar.
Gestern schloss das Papier bei 204,60 Euro. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie damit um 3,88 Prozent zulegen. Trotz des jüngsten Aufwinds nach den Quartalszahlen notiert der Wert mit einem Abstand von 14,05 Prozent noch unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im Mai bei 238,05 Euro markiert wurde. Für das kommende dritte Quartal stellt Amazon einen Umsatz zwischen 197 und 202 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Das operative Ergebnis soll sich in einer Spanne von 22,5 bis 26,5 Milliarden US-Dollar bewegen.
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