Amazon Aktie: Blue Origin hält Leo-Rakete am Boden

Der Raketenstart für Amazons Satellitennetz rückt auf Januar 2027; zugleich baut Amazon sein Prime-Angebot mit Uber Eats aus.

Die Kernpunkte:
  • New Glenn startet frühestens im Januar 2027
  • 48 Leo-Satelliten warten auf den Transport
  • Prime-Mitglieder in den USA sparen Liefergebühren
  • AWS wächst um 39 Prozent

Amazons Satelliteninternet Leo hängt an einer Rakete, die vorerst am Boden bleibt. Blue Origin verschiebt den Wiedereinstieg seiner New Glenn auf Januar 2027. Für das Weltraumprojekt des Konzerns bedeutet das weitere Wartezeit.

Leo wartet auf New Glenn

Blue-Origin-Chef Dave Limp teilte den Mitarbeitern mit, der Zeitplan verschiebe sich, weil der Wiederaufbau der Startrampe in Cape Canaveral länger dauere. Schlechtes Wetter im Sommer habe zusätzlich gebremst. Auslöser war eine Explosion bei einem Hot-Fire-Test im Mai, die die Anlage in Florida schwer beschädigte.

Der Zeitpunkt war unglücklich. Wenige Tage später hätte die Rakete 48 Satelliten für Amazons Leo-Konstellation ins All bringen sollen. Der Aufbau des Netzes, das teilweise von Blue Origin abhängt, verzögert sich damit. Firmengründer Jeff Bezos hatte zuletzt noch einen Flug im Dezember in Aussicht gestellt.

Uber Eats für Prime-Kunden

An anderer Stelle treibt Amazon sein Prime-Angebot voran. Gemeinsam mit Uber startet der Konzern eine Partnerschaft: Prime-Mitglieder in den USA zahlen bei Restaurantbestellungen ab 25 Dollar keine Liefergebühr, wenn sie direkt über Amazon bestellen. Die Auslieferung übernimmt Uber Eats.

Der Konzern rechnet mit möglichen Ersparnissen von mehr als 175 Dollar im Jahr. Neukunden erhalten zudem Rabatt auf die ersten beiden Bestellungen. Vorbörslich legte die Aktie am Donnerstag um rund 1,5 Prozent zu.

Quartal mit Rekordmarge, Börse mit Vorbehalten

Die jüngsten Zahlen lieferten ein gemischtes Bild. Die operative Marge erreichte einen Rekord, das operative Ergebnis übertraf die Erwartungen. Das Cloudgeschäft AWS wuchs um 39 Prozent, blieb damit aber knapp hinter den Hoffnungen der Anleger zurück. Nachbörslich fiel die Aktie zunächst um etwa 8 Prozent.

Die Skepsis gilt den hohen Investitionen in künstliche Intelligenz und dem negativen Free Cashflow. Analysten sehen das unterschiedlich. Mizuho hob das Kursziel auf 335 Dollar und lobt den Zweijahresausblick für AWS. TD Cowen senkte auf 340 Dollar, wegen der Sorgen um die Investitionsplanung.

Inzwischen hat sich der Kurs erholt. Mit rund 266 Dollar liegt die Aktie etwa 9 Prozent über dem Niveau, zu dem Deutschland-Chef der Stores-Sparte Douglas Herrington am 2. November im Rahmen eines Handelsplans 1.000 Aktien verkaufte. Auch der klare Wahlausgang bei den US-Midterms stützte zuletzt große Technologiewerte wie Amazon.

Der nächste greifbare Termin für Leo ist damit der Januar 2027. Bis dahin bleibt Amazon bei den Satellitenstarts auf Blue Origins Reparaturfortschritt angewiesen.

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