Amazon Aktie: CapEx auf 220 Milliarden Dollar erhöht
Amazon meldet starkes Q2 mit AWS-Boom und hebt Investitionsziel auf 220 Mrd. Dollar an. Kartellklage in New Jersey belastet das Bild.

- AWS-Umsatz steigt um 36,7 Prozent
- Investitionsprognose auf 220 Mrd. Dollar erhöht
- Kartellklage in New Jersey eingereicht
- Drohnen-Lieferung startet in Großbritannien
Der Online-Gigant Amazon hat mit seinen jüngsten Geschäftszahlen und einer deutlichen Anhebung der Investitionsprognosen die Aufmerksamkeit der Märkte auf sich gezogen. Während das Cloud-Geschäft AWS eine bemerkenswerte Beschleunigung erfährt, sieht sich der Konzern gleichzeitig mit neuen rechtlichen Herausforderungen an der US-Ostküste konfrontiert.
Cloud-Sparte AWS als Wachstumstreiber
Anfang August veröffentlichte Amazon Ergebnisse für das zweite Quartal 2026, die die Erwartungen vieler Marktteilnehmer übertrafen. Der Gesamtumsatz kletterte auf 200,6 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders hervor stach die Cloud-Sparte AWS, die mit einem Erlösplus von 36,7 Prozent auf 42,2 Milliarden US-Dollar das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen verzeichnete.
Die operative Marge in diesem Segment sprang um 520 Basispunkte auf 38,1 Prozent nach oben. Laut Unternehmensangaben wuchs der Auftragsbestand von AWS im Jahresvergleich dreistellig auf mittlerweile 496 Milliarden US-Dollar an. Parallel dazu haben sich die Geschäfte mit künstlicher Intelligenz und kundeneigenen Computerchips als eigenständige Säulen etabliert: Beide Bereiche erreichten jeweils eine annualisierte Umsatzrate von über 25 Milliarden US-Dollar.
Massive Ausweitung der Investitionsausgaben
Um die rasant steigende Nachfrage im Bereich der künstlichen Intelligenz zu bedienen, erhöht Amazon seine Ausgaben für die Infrastruktur massiv. CEO Andy Jassy kündigte eine Anhebung der Investitionsprognose (CapEx) für das Gesamtjahr 2026 auf 220 Milliarden US-Dollar an. Zuvor war der Konzern im Februar noch von 200 Milliarden US-Dollar ausgegangen.
Jassy begründete diesen Schritt unter anderem mit steigenden Preisen für Speicherchips im Zuge des KI-Ausbaus. Er betonte zudem, dass Amazon trotz der erhöhten Ausgaben Schwierigkeiten haben dürfte, die Nachfrage im laufenden Jahr vollständig zu decken. Diese Dynamik werde sich voraussichtlich bis ins Jahr 2027 fortsetzen, wobei bereits jetzt ein deutliches Interesse für das Jahr 2028 spürbar sei. Für das laufende dritte Quartal stellt das Management einen Nettoumsatz zwischen 197 und 202 Milliarden US-Dollar in Aussicht.
Klageflut und operative Expansion
Abseits der Bilanzzahlen geriet das Unternehmen am vergangenen Dienstag juristisch unter Druck. Die Generalstaatsanwältin von New Jersey, Jennifer Davenport, reichte eine Kartellklage gegen Amazon ein. Medienberichten zufolge wird dem Konzern vorgeworfen, seine Macht gegenüber Drittanbietern bei Lieferdiensten zu missbrauchen, um den Wettbewerb zu unterdrücken und die Arbeitsbedingungen für Fahrer zu verschlechtern. Amazon wies die Vorwürfe als sachlich falsch zurück. Zudem laufen in New Jersey Verfahren wegen der vermeintlichen Fehlklassifizierung von Flex-Fahrern sowie wegen des Umgangs mit schwangeren Angestellten.
Operativ treibt Amazon hingegen seine globale Präsenz weiter voran. Am Freitag eröffnete der Konzern den ersten Standort für Drohnen-Zustellungen im Vereinigten Königreich. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Amazon Pharmacy nun GLP-1-Medikamente für berechtigte Medicare-Patienten in den USA zustellt. Bereits am Mittwoch expandierte der neue KI-Assistent Alexa+ nach Australien.
An der Börse spiegelte sich die operative Stärke zuletzt in einer positiven Tendenz wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von 20,53 Prozent. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 237,40 Euro. Damit liegt der Kurs aktuell knapp 4,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 249,00 Euro, das erst am 3. August markiert worden war.
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