Amazon Aktie: Cerence verklagt wegen Alexa-Patente

Cerence verklagt Amazon wegen Patentverletzung bei KI-Sprachsteuerung und fordert Importstopp für vernetzte Geräte.

Die Kernpunkte:
  • Klage vor ITC und Bundesgericht eingereicht
  • Patente für sprachgesteuerte KI betroffen
  • Importverbot für Echo, Fire TV & Co. gefordert
  • Verfahren mit Signalwirkung für Apple und Google

Amazon feiert an der Börse Rekorde mit seiner KI-Infrastruktur. Parallel dazu droht dem Konzern an anderer Front ein empfindlicher Rückschlag. Das Softwareunternehmen Cerence will den Import von Amazons vernetzten Geräten in die USA gerichtlich stoppen.

Cerence hat bei der US-Handelsbehörde ITC sowie vor einem Bundesgericht in Texas Klage eingereicht. Im Zentrum des Streits stehen Patente für sprachgesteuerte Künstliche Intelligenz. Die Kläger fordern ein Einfuhrverbot für eine breite Palette an Hardware. Betroffen wären smarte Lautsprecher, Displays, Fernseher und Tablets.

Der Vorwurf zielt nicht auf Randfunktionen ab. Die Klage greift die grundlegende Architektur der Alexa-Sprachsteuerung an. Stimmt die ITC einer Untersuchung zu und stellt eine Patentverletzung fest, könnte dies Amazons gesamtes Geräte-Ökosystem auf dem US-Markt ausbremsen.

Milliarden-Wetten auf eigene Chips

Am Markt spielt die juristische Auseinandersetzung bislang eine untergeordnete Rolle. Investoren fokussieren sich auf das boomende Geschäft mit maßgeschneiderten Halbleitern. Die Sparte rund um die hauseigenen Trainium- und Graviton-Chips erreichte im ersten Quartal eine annualisierte Umsatzrate von über 20 Milliarden US-Dollar.

Amazon baut seine Kapazitäten massiv aus. Allein im ersten Quartal flossen 43,2 Milliarden US-Dollar in Investitionsausgaben. Die Nachfrage nach der neuen Chip-Generation Trainium3 ist hoch, während der Nachfolger bereits weitreichend reserviert ist. Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate schrumpfte durch die aggressive Expansion auf 1,2 Milliarden US-Dollar.

Diese Wachstumsfantasie treibt den Aktienkurs. Am Freitag schloss das Papier bei 231,55 Euro und notiert damit nur gut ein Prozent unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn verbucht die Aktie ein Plus von knapp 20 Prozent.

Der Ausgang des Patentstreits strahlt über Amazon hinaus. Ein Urteil oder ein Lizenzabkommen wird die rechtlichen Grenzen für sprachgesteuerte KI neu definieren. Konkurrenten wie Apple und Google müssen die Verfahrensschritte der ITC genau verfolgen, da der Fall branchenweite Präzedenzwirkung für künftige KI-Anwendungen entfaltet.

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