Amazon Aktie: Cloud-Tempo, Kursrutsch

AWS steigerte Umsatz und operatives Ergebnis deutlich, doch Amazons Weihnachtsquartal-Ausblick blieb hinter den Markterwartungen.

Die Kernpunkte:
  • AWS-Umsatz wächst um 39 Prozent
  • Operatives Ergebnis steigt um 61 Prozent
  • Weihnachtsquartal-Prognose verfehlt Markterwartungen
  • Amazon plant 220 Milliarden Dollar Investitionen

Starke Cloud-Zahlen, schwacher Ausblick: Amazon hat im dritten Quartal operativ deutlich zugelegt, die Aktie rutschte nachbörslich dennoch um mehr als fünf Prozent ab. Auslöser ist die Prognose fürs Weihnachtsquartal, die unter den Markterwartungen liegt.

AWS beschleunigt auf 39 Prozent

Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 201,9 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis sprang um 61 Prozent auf 28,1 Milliarden Dollar. Unter dem Strich sank der Gewinn dagegen leicht auf 20,7 Milliarden Dollar, weil im Vorjahresquartal Bewertungsgewinne aus der Anthropic-Beteiligung in Höhe von 9,5 Milliarden Dollar das Ergebnis aufgebläht hatten.

Der Treiber ist die Cloud-Sparte AWS. Sie wuchs um 39 Prozent auf knapp 46 Milliarden Dollar, im Quartal davor waren es noch rund 37 Prozent. Das operative Ergebnis der Sparte legte um 55 Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar zu. Beide Werte übertrafen die Konsensschätzungen.

AWS steuert inzwischen fast 23 Prozent zum Konzern bei, ein Rekord. Im Quartal schloss die Sparte Vereinbarungen mit Meta und OpenAI, erweiterte ihr Angebot an Nvidia-Chips und übernahm das Datenanalyse-Startup DuckLabs.

Der Wettbewerb schläft allerdings nicht. Auch bei Alphabet und Microsoft hat sich das Cloud-Wachstum beschleunigt, die Google-Cloud-Sparte legte zuletzt kräftig zu. Amazon bleibt nach Umsatz die Nummer eins, der Abstand wird aber umkämpfter.

Ausblick und Investitionen drücken

Für das vierte Quartal peilt Amazon einen Umsatz zwischen 240 und 247 Milliarden Dollar an. Das operative Ergebnis soll 28,5 bis 33,5 Milliarden Dollar erreichen, nach 21,2 Milliarden im Vorjahr. Die Erwartungen des Marktes lagen jedoch höher, vor allem beim Ergebnis.

RBC-Analyst Brad Erickson bleibt trotzdem bei „Outperform“ und einem Kursziel von 330 Dollar. Er verweist darauf, dass das dritte Quartal beim Umsatz im Rahmen der Erwartungen lag und beim operativen Ergebnis darüber. Die Lücke beim Ausblick nennt er klar als Schwachpunkt.

Hinzu kommt der Preis des KI-Booms. Der Ausbau der Rechenzentren verschlingt Summen, allein für 2026 veranschlagt Amazon Investitionen von rund 220 Milliarden Dollar. Marktbeobachter dürften daran messen, ob das AWS-Wachstum die Kosten dauerhaft rechtfertigt.

Am Donnerstag hatte die Aktie bereits 4,25 Prozent auf 243,79 Dollar verloren. Nachbörslich ging es zeitweise auf rund 230 Dollar nach unten. Zum Handelsstart am Freitag zeigt sich, ob der Abschlag Bestand hat.

Anzeige

Stand heute, 30. Oktober: Amazon – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Amazon investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Amazon: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Amazon