Amazon Aktie: Doppelschlag vor Zahlen
Amazon führt einen Aufschlag auf Versandgebühren ein, der Händler zusätzlich belastet. Die Quartalszahlen Ende April zeigen, ob AWS-Wachstum die Belastungen ausgleichen kann.

- Neuer Aufschlag auf FBA-Gebühren ab April
- Händler leiden unter Zöllen und Rohstoffpreisen
- Breite Analystenmeinungen vor Quartalsbericht
- Satellitenprogramm verursacht hohe Mehrkosten
Ab morgen wird es für Amazons Händler teurer. Der Konzern führt einen Aufschlag von 3,5 Prozent auf alle FBA-Gebühren ein — mitten in einer Phase, in der Zölle und steigende Rohstoffpreise die Margen der rund zwei Millionen Drittanbieter bereits belasten. Und am 29. April folgen die Quartalszahlen.
17 Cent mehr pro Paket
Der neue „Fuel and Logistics Surcharge“ trifft ab dem 17. April alle US- und Kanada-Verkäufer, die Amazons Fulfillment-Netzwerk nutzen. Im Schnitt bedeutet das 17 Cent Mehrkosten pro FBA-Einheit. Ab dem 2. Mai gilt der Aufschlag auch für Buy with Prime und Multi-Channel Fulfillment.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Amazon?
Amazon begründet den Schritt mit gestiegenen Energiekosten. Der Krieg im Iran treibt den WTI-Ölpreis auf über 111 Dollar pro Barrel. In der Händler-Community hält sich die Überzeugung, dass der Aufschlag wirklich temporär bleibt, in Grenzen. Ein Verkäufer auf dem Branchenforum Sellers Ask Sellers brachte es auf den Punkt: „Hat irgendjemand je gesehen, dass ein Surcharge bei Amazon wieder verschwunden ist?“
Die FBA-Gebühren für Standardprodukte sind seit dem Start des Marktplatzes um mehr als 96 Prozent gestiegen. Allein seit 2020 legten die reinen Versandgebühren um über 30 Prozent zu.
Zölle verschärfen den Druck
Der Aufschlag trifft Händler in einem bereits angespannten Umfeld. Auf chinesische Waren erhebt die USA derzeit 145 Prozent Zoll. Wedbush Securities schätzt, dass bis zu 70 Prozent der Amazon-Produkte aus China stammen. Viele Händler hatten Lagerbestände vorgezogen, um Zollkosten zu umgehen — doch dieser Puffer ist laut CEO Andy Jassy weitgehend aufgebraucht.
Das Ergebnis: Preiserhöhungen auf der Plattform werden wahrscheinlicher. Jassy hat bereits eingeräumt, dass sich Zölle in einigen Produktkategorien im Preis niederschlagen.
Was der 29. April zeigen wird
Die Aktie notiert bei 210,40 Euro und liegt damit rund 14 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt — der Markt preist bislang keine größere Gewinnwarnung ein. Amazon erwartet für Q1 einen Umsatz zwischen 173,5 und 178,5 Milliarden Dollar sowie ein operatives Ergebnis zwischen 16,5 und 21,5 Milliarden Dollar.
Die Spanne ist breit. Das allein zeigt, wie viel Unsicherheit im System steckt.
Morgan Stanley modelliert für AWS ein Wachstum von 29 Prozent im ersten Quartal und sieht einen Pfad zu einem GAAP-Gewinn je Aktie von 10 bis 11 Dollar im Jahr 2027. Goldman Sachs senkte sein Kursziel leicht auf 275 Dollar, behält aber die Kaufempfehlung. Wells Fargo hob sein Ziel auf 305 Dollar an und nennt Amazon seinen Top-Pick im Internet-Sektor.
Hinzu kommt: Das Leo-Satellitenprogramm belastet das Nordamerika-Segment im ersten Quartal mit rund einer Milliarde Dollar Mehrkosten gegenüber dem Vorjahr. Der Markt wird am 29. April sehen, ob AWS-Wachstum und operative Disziplin stark genug sind, um diesen Gegenwind zu kompensieren.
Amazon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Amazon-Analyse vom 16. April liefert die Antwort:
Die neusten Amazon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Amazon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Amazon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




