Amazon Aktie: Doppelstrategie
Amazon kündigt erneut tausende Stellenstreichungen an und startet zugleich eine souveräne Cloud-Infrastruktur in Europa. Die Doppelstrategie aus Kostensenkung und Wachstumsinvestitionen steht vor dem Quartalsbericht.

- Zweite große Entlassungsrunde mit 14.000 Stellen
- Start der europäischen Sovereign Cloud in Brandenburg
- Investitionen von 7,8 Milliarden Euro bis 2040
- Quartalszahlen am 5. Februar 2026 erwartet
Amazon steht vor einer entscheidenden Phase: Der Konzern bereitet eine zweite große Entlassungswelle im Verwaltungsbereich vor und baut gleichzeitig seine Cloud-Infrastruktur in Europa deutlich aus. Beides passiert kurz vor der Vorlage der Zahlen für das vierte Quartal 2025 Anfang Februar. Wie ordnet sich diese Doppelbewegung aus Kostensenkung und Investition ein?
Zweite Entlassungsrunde im Konzern
Laut Reuters plant Amazon, bereits diese Woche rund 14.000 zusätzliche Stellen im Konzernbereich zu streichen. Es handelt sich um die zweite größere Runde innerhalb weniger Monate. Bereits im Oktober 2025 hatte das Unternehmen eine ähnliche Größenordnung an Jobs abgebaut.
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In Summe zielt Amazon damit auf den Abbau von rund 30.000 Büro- und Verwaltungsposten. Betroffen sind mehrere Sparten, darunter:
- Amazon Web Services (AWS)
- das Handelsgeschäft
- Prime Video
- Personalabteilung (People Experience and Technology)
Die geplanten 30.000 Stellen entsprechen knapp 10 % der weltweiten Konzernbelegschaft im White-Collar-Bereich. Bezogen auf die gesamte Belegschaft von rund 1,58 Millionen Beschäftigten – überwiegend in Logistikzentren und Lagern – ist der Anteil deutlich kleiner.
Begründung durch das Management
Auf der Telefonkonferenz zu den Q3-2025-Zahlen führte CEO Andy Jassy die Stellenstreichungen vor allem auf Strukturen und Unternehmenskultur zurück, nicht auf akuten Kostendruck oder den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Über die Jahre hätten sich zu viele Ebenen und Hierarchien gebildet, was Organisation und Entscheidungswege aufgebläht habe.
Branchenbeobachter sehen allerdings auch mögliche Effekte durch Automatisierung und KI im Hintergrund. Gene Munster von Deepwater Asset Management etwa hält es für plausibel, dass technologische Effizienzgewinne eine größere Rolle spielen, als das Management öffentlich betont.
AWS startet European Sovereign Cloud
Parallel zum Konzernumbau treibt Amazon den Ausbau seiner Cloud-Sparte in Europa voran. Am 15. Januar hat AWS seine European Sovereign Cloud offiziell gestartet. Der neue Standort in Brandenburg stellt eine physisch und logisch getrennte Infrastruktur von den übrigen globalen AWS-Regionen dar.
Investitionsvolumen und Struktur
Für die European Sovereign Cloud hat Amazon Investitionen von über 7,8 Milliarden Euro in Deutschland bis 2040 zugesagt. Der Betrieb erfolgt über eigene europäische Gesellschaften nach deutschem Recht. Das operative Personal besteht ausschließlich aus Einwohnern der EU.
Mit der neuen Struktur reagiert AWS auf zunehmende europäische Anforderungen an Datensouveränität und den Umgang mit dem US CLOUD Act. Dieser verpflichtet US-Anbieter unter bestimmten Umständen zur Herausgabe von Daten, auch wenn diese im Ausland gespeichert sind. AWS betont, dass die European Sovereign Cloud bei Bedarf auch unabhängig vom restlichen globalen Netzwerk betrieben werden kann, etwa bei unterbrochener internationaler Konnektivität.
Q4-Zahlen im Blick
Amazon will am 5. Februar die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorlegen. Im dritten Quartal 2025 hatte der Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen:
- Ergebnis je Aktie: 1,95 US-Dollar (Konsens: 1,57 US-Dollar)
- Umsatz: 180,17 Milliarden US-Dollar (Erwartung: 177,53 Milliarden US-Dollar)
Für das laufende vierte Quartal 2025 hatte Amazon zuvor einen Umsatzkorridor von 206 bis 213 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt.
Aktuelle Bewertung an der Börse
Die Amazon-Aktie schloss am 23. Januar bei 239,16 US-Dollar, ein Tagesplus von rund 2 %. Auf dieser Basis liegt die Marktkapitalisierung bei etwa 2,56 Billionen US-Dollar.
Ausblick auf den 5. Februar
Mit der anstehenden Entlassungsrunde, den hohen Investitionen in die europäische Cloud-Struktur und der engen Führungsspanne der Q4-Umsatzprognose bündelt sich die Aufmerksamkeit nun klar auf den 5. Februar. Dann wird sich zeigen, wie stark das operative Geschäft im wichtigen Weihnachtsquartal war und ob das Management seine Strategie aus Restrukturierung und Wachstumsinvestitionen mit frischen Zahlen untermauern kann.
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