Amazon Aktie: Ergebnis-Termin für 29. Oktober angekündigt

Analysten sehen weiteres AWS-Wachstum, während Kostendruck und Stellenabbau die Profitabilität in den Fokus rücken.

Die Kernpunkte:
  • Ergebnis-Telefonkonferenz für 29. Oktober angesetzt
  • Wells Fargo senkt Amazon-Kursziel auf 329 Dollar
  • Cantor Fitzgerald reduziert Ziel auf 310 Dollar
  • AWS sagt Cloudguthaben bis 50 Millionen Dollar zu

Amazon hat gestern die Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des dritten Quartals 2026 für den 29. Oktober angekündigt. Damit steht der nächste Termin fest, an dem Anleger die Wachstumserwartungen für das Cloudgeschäft und die Sorgen über steigende Kosten überprüfen können. Beides prägt die jüngsten Analysteneinschätzungen.

Hohe Erwartungen an das Cloudgeschäft

Wells Fargo senkte am Montag das Kursziel für Amazon von 338 $ auf 329 $. Die Einstufung „Overweight“ blieb unverändert. Ken Gawrelski verwies auf Kostendruck, erwartete zugleich aber Quartalsergebnisse oberhalb der Konsensschätzungen und eine weitere Wachstumsbeschleunigung bei Amazon Web Services.

Die Einschätzung verdeutlicht den Spannungsbogen vor dem Bericht: Ein niedrigeres Kursziel bedeutet hier keine grundsätzlich negative Geschäftserwartung. Vielmehr stehen den erwarteten Zuwächsen Belastungen auf der Kostenseite gegenüber. Für Anleger wird deshalb nicht allein das Wachstum wichtig, sondern auch dessen Zusammenspiel mit der Ergebnisentwicklung.

Auch Cantor Fitzgerald reduzierte am Montag das Kursziel von 320 $ auf 310 $ und behielt „Overweight“ bei. Das Haus erwartete vor dem Quartalsbericht Wachstum im Cloudgeschäft und starke EBIT-Margen.

Beide Häuser verbanden ihre vorsichtigeren Kursziele somit mit weiterhin positiven operativen Erwartungen. Diese Prognosen sind allerdings noch keine gemeldeten Geschäftszahlen. Der angekündigte Bericht wird zeigen, ob Amazon die hohen Erwartungen erfüllen kann.

Stellenabbau rückt Kosten in den Blick

Amazon bestätigte am 7. Oktober weitere Stellenstreichungen, hauptsächlich im Bereich Stores. Reuters berichtete unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person, dass weniger als 1.000 Büroangestellte betroffen waren.

Der Personalabbau macht die Kostenseite zu einem zusätzlichen Thema vor der Ergebnisvorlage. Aus der Stellenzahl allein lässt sich jedoch kein konkreter Ergebniseffekt ableiten. Entscheidend für die Einordnung bleibt, wie sich die tatsächlichen Geschäftszahlen zu den Erwartungen der Analysten verhalten.

Investitionszusagen laufen parallel weiter

Parallel dazu sagte Amazon Web Services am 8. Oktober Cloudguthaben von bis zu 50 Millionen $ über drei Jahre zu. Das Programm Golden Age of Science Accelerator soll wissenschaftliche Forschung und KI-Anwendungen für die Wissenschaft im Zusammenhang mit der Genesis Mission des Weißen Hauses unterstützen.

Dabei handelt es sich um eine Förderzusage in Form von Cloudguthaben, nicht um gemeldeten Umsatz. Für die anstehende Ergebnisbewertung bleibt die Trennung wichtig: Neue Initiativen zeigen die Aktivitäten im Cloudgeschäft, während der Quartalsbericht dessen wirtschaftliche Entwicklung messbar machen soll. Amazons nächste Bewährungsprobe ist damit das Verhältnis von Wachstum, Kosten und Profitabilität.

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