Amazon Aktie: FCC prüft Globalstar-Übernahme

Die US-Regulierungsbehörde hat das Verfahren zur Übernahme des Satellitenbetreibers Globalstar durch Amazon offiziell eröffnet.

Die Kernpunkte:
  • FCC-Verfahren zur Globalstar-Übernahme gestartet
  • Amazon will Satellitenfirma komplett übernehmen
  • Direkte Satellitenverbindung für iPhones geplant
  • Nächster Leo-Satellitenstart für Juni angesetzt

Die US-Regulierungsbehörde FCC hat das Verfahren zur Genehmigung der Globalstar-Übernahme durch Amazon offiziell gestartet. Damit rückt ein zentrales Puzzlestück für Amazons Satellitenstrategie in die entscheidende Phase — mit einem klaren Zeitplan und offenem Ausgang.

Globalstar soll vollständig zu Amazon gehören

Amazon und Globalstar haben gemeinsam eine Lizenzübertragung beantragt. Die FCC prüft dabei die Übertragung von Globalstars Weltraumstationslizenzen, Erdstationslizenzen sowie nationalen und internationalen Betriebsgenehmigungen. Nach einer ersten formalen Prüfung akzeptierte die Behörde den Antrag als einreichungsfähig — das Verfahren ist damit eröffnet, aber noch nicht abgeschlossen.

Einwände können bis zum 6. Juli eingereicht werden. Gegendarstellungen folgen bis zum 21. Juli, Antworten darauf bis zum 31. Juli.

Das Ziel: Amazon übernimmt 100 Prozent von Globalstar, inklusive aller Tochtergesellschaften und Lizenzen. Globalstar würde eine vollständig integrierte Amazon-Tochter, behält aber ihre bestehenden Unternehmensstrukturen in den USA.

Direktverbindung zum iPhone — und zu Amazon Leo

Die strategische Bedeutung der Übernahme geht weit über Satellitentechnik hinaus. Globalstar bringt Spektrumlizenzen mit globaler Reichweite mit, die Amazon für sein Low-Earth-Orbit-Netzwerk Amazon Leo nutzen will. Das Ziel ist eine direkte Gerätekonnektivität — also Satellitenkommunikation ohne Mobilfunkmast.

Besonders relevant: Amazon und Apple haben eine Vereinbarung geschlossen, nach der Amazon Leo Satellitendienste für iPhone- und Apple-Watch-Modelle betreiben soll. Dazu gehört auch der Notfall-SOS-Dienst via Satellit. Die FCC-Prüfung entscheidet damit nicht nur über Breitbandkapazitäten, sondern auch über die Infrastruktur hinter einem Verbraucherdienst mit Millionen potenzieller Nutzer.

Formal läuft Globalstar künftig als Tochter von Kuiper Systems LLC — dem Unternehmen, das Amazon inzwischen als Amazon Leo führt. Amazons Konstelation soll mit Globalstars bestehenden Satelliten und der geplanten nächsten Generation, der C-3-Flotte, zusammenarbeiten.

FCC gibt Amazon Leo mehr Spielraum

Parallel zur Globalstar-Prüfung hat die FCC Amazon Leo in einem separaten Beschluss entgegengekommen. Die Behörde verzichtet darauf, die Zahl der bis zum 30. Juli 2026 genehmigten Satelliten als Obergrenze festzuschreiben. Hintergrund: Nur SpaceX versorgt derzeit amerikanische Verbraucher aus dem niedrigen Erdorbit mit Breitband. Die FCC will eine zweite große Konstellation fördern und verweist auf Amazons Investitionen von mehr als zehn Milliarden Dollar.

Bedingungslos ist die Ausnahmeregelung allerdings nicht. Satelliten, die nach dem 30. Juli 2026 noch nicht im Betrieb sind, verlieren vorübergehend ihren Prioritätsstatus — bis spätestens 30. März 2028 oder bis Amazon Leo 50 Prozent seiner Konstellation betreibt. Wer früher fertig ist, kann diesen Zeitraum auf den 30. Oktober 2027 verkürzen.

Nächste Mission startet in wenigen Tagen

Operativ läuft der Aufbau der Konstellation auf Hochtouren. Über 330 Satelliten hat Amazon Leo seit April 2025 in zwölf Missionen ins All gebracht. Am 17. Juni soll Mission LE-03 folgen — mit 36 Satelliten die bislang größte Nutzlast für Amazon Leo und die Trägerrakete Ariane 6.

Die Aktie reagierte auf die regulatorischen Neuigkeiten kaum. Der Kurs lag bei 245,22 Dollar, ein Minus von 0,32 Prozent. Das spiegelt wider, wie der Markt die Situation einordnet: Die FCC-Prüfung ist ein notwendiger Schritt, kein Auslöser für kurzfristige Kursphantasie. Entscheidend wird sein, ob Amazon die Genehmigung ohne Auflagen erhält — und ob die Satellitenstarts den ambitionierten Zeitplan halten.

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