Amazon Aktie: Freier Cashflow bricht auf 1,2 Milliarden ein
Amazon legt erstmals detaillierte Wasser- und Energieverbrauchsdaten seiner Rechenzentren offen, um Bedenken zur Nachhaltigkeit der KI-Expansion zu zerstreuen.

- Siebenmal effizienter als Branchenschnitt
- Wasserverbrauch um über 50 Prozent gesenkt
- AWS-Umsatz steigt auf 37,6 Milliarden Dollar
- Freier Cashflow bricht auf 1,2 Milliarden ein
Künstliche Intelligenz braucht Rechenleistung. Rechenleistung verbraucht enorm viel Strom und Wasser. Amazon steuert nun gegen die wachsende Skepsis der Anleger und Anwohner. Der Konzern legt erstmals detaillierte Effizienzdaten für seine Rechenzentren vor. Das Ziel: Die teure KI-Expansion muss nachhaltig bleiben.
Die Ressourcen-Frage
Im Jahr 2025 verbrauchten die weltweiten Amazon-Rechenzentren 0,12 Liter Wasser pro Kilowattstunde. Damit arbeitet der Konzern siebenmal effizienter als der Branchendurchschnitt. Seit 2021 hat sich diese Quote um mehr als die Hälfte verbessert. Intelligente Kühlsysteme machen das möglich.
Insgesamt entnahm Amazon im vergangenen Jahr rund 2,5 Milliarden Gallonen Wasser. An den eigenen Standorten sank der direkte Verbrauch parallel dazu leicht. Das Unternehmen nutzt in neun von zehn Fällen reine Luftkühlung. Nur an sehr heißen Tagen kommt Verdunstungskühlung zum Einsatz.
Das Thema birgt Zündstoff. Umfragen zeigen eine massive Ablehnung neuer Rechenzentren in der US-Bevölkerung. Wasserverbrauch und Umweltbedenken stehen dabei ganz oben. Verzögerungen durch Bürgerproteste können den Ausbau der Infrastruktur empfindlich stören.
Kostenpunkt Künstliche Intelligenz
Für Aktionäre geht es hier um harte Dollars. Die Cloud-Sparte AWS bleibt der wichtigste Gewinnbringer des Konzerns. Im ersten Quartal stieg der AWS-Umsatz auf 37,6 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn erreichte 14,2 Milliarden US-Dollar.
Aber dieses Wachstum verschlingt massiv Kapital. Die Folge: Der freie Cashflow brach in den zwölf Monaten bis Ende März auf 1,2 Milliarden US-Dollar ein. Im Vorjahr standen hier noch fast 26 Milliarden US-Dollar. Der Grund sind gigantische Investitionen in neue Ausrüstung für Künstliche Intelligenz.
Blick auf den Kurs
An der Börse sorgt diese Kapitalintensität für Zurückhaltung. Die Amazon-Aktie schloss zuletzt bei 208,40 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnet das Papier ein Minus von knapp zehn Prozent. Der RSI-Wert von 36,5 signalisiert eine kurzfristig überverkaufte Situation.
Trotz des jüngsten Rücksetzers bleibt der übergeordnete Trend intakt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 7,80 Prozent auf der Anzeigetafel. Die Aktie notiert aktuell solide über ihrer 200-Tage-Linie.
Die neuen Effizienzdaten beruhigen eine wichtige operative Sorge. Die eigentliche Bewährungsprobe steht Amazon allerdings noch bevor. Der Markt achtet nun genau auf die kommenden Quartalsberichte. AWS muss beweisen, dass die teuren KI-Investitionen dauerhaft höhere Renditen abwerfen.
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