Amazon Aktie: FTC prüft Werbesparte
Amazon kämpft mit EU-Gatekeeper-Einstufung für AWS und FTC-Ermittlungen, während 13 Milliarden Dollar in Indien investiert werden.

- EU stuft AWS als Gatekeeper ein
- 13 Milliarden Dollar für Indien
- FTC untersucht Werbesparte
- Aktie knapp über 200-Tage-Linie
Auf der einen Seite ein 13-Milliarden-Dollar-Versprechen für Indien. Auf der anderen Seite wachsender Druck aus Brüssel und Washington. Amazon erlebt gerade eine Woche, die zeigt, wie eng Wachstum und Regulierungsrisiko inzwischen beieinanderliegen.
AWS als Gatekeeper eingestuft
Die EU-Kommission hat Amazon Web Services am 25. Juni vorläufig als „Gatekeeper“ unter dem Digital Markets Act eingestuft. Die Entscheidung folgt einer siebenmonatigen Untersuchung des Cloud-Markts. Regulatoren begründen die Klassifizierung mit hohen Wechselkosten und der Abhängigkeit von Kunden, die sich kaum aus dem AWS-Ökosystem lösen können.
Als Gatekeeper muss AWS künftig strenge Regeln zur Interoperabilität und Datenportabilität einhalten. Verboten ist außerdem „Self-Preferencing“ — also die bevorzugte Einbindung eigener Dienste. Wer gegen die finalisierten Regeln verstößt, riskiert Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Amazon hat die Einstufung kritisiert und warnt, sie schrecke Investitionen in der EU ab. Auch Microsoft Azure ist betroffen.
13 Milliarden für den indischen Markt
Einen Tag später, am 26. Juni, kündigte Amazon eine Investition von 13 Milliarden Dollar in Indien an. Das Kapital fließt in KI, Cloud-Infrastruktur und Logistik. Der Schritt soll die stark wachsende Nachfrage nach Cloud-Diensten und KI-Kapazitäten im indischen Markt bedienen.
Das Vorhaben ist Teil einer breiteren Strategie. Amazon plant KI-bezogene Investitionsausgaben von insgesamt rund 200 Milliarden Dollar — eine Zahl, die Anleger zuletzt mit Blick auf Margen und Cashflow beschäftigt.
FTC nimmt Werbesparte ins Visier
Parallel dazu verdichtet sich der Druck in den USA. Die FTC soll eine Kartellbeschwerde gegen Amazons Werbesparte vorbereiten, die rund 70 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr erzielt. Zusammen mit der EU-Gatekeeper-Einstufung entsteht damit ein regulatorisches Doppelrisiko für zwei der margenstarken Wachstumstreiber des Konzerns.
Technisches Bild: Knapp über der Haltelinie
Die Aktie schloss den Freitag mit einem Plus von 2,10 Prozent bei 203,90 Euro — ein kleines Aufatmen nach einem Wochenverlust von gut vier Prozent und einem Monatsminus von fast 13 Prozent. Kritisch: Der 200-Tage-Durchschnitt bei 199,98 Euro liegt nur knapp darunter. Dieser Bereich gilt als wichtige Orientierungsmarke für langfristig orientierte Investoren. Der RSI von 40,9 signalisiert, dass die Aktie noch nicht überverkauft ist — aber die Luft nach unten wird dünner.
Dass Prime Day 2026 mit rund 26,3 Milliarden Dollar an Konsumausgaben ein Rekord war, zeigt die Stärke des Kerngeschäfts. Ob das reicht, um die steigenden Regulierungskosten und KI-Investitionen im zweiten Halbjahr zu kompensieren, werden die Quartalszahlen für Q2 zeigen — erwartet Mitte Juli.
Amazon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Amazon-Analyse vom 27. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Amazon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Amazon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Amazon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




