Amazon Aktie: FTC verklagt Werbegeschäft

Die FTC und 22 US-Bundesstaaten werfen Amazon manipulierte Anzeigenpreise vor, während AWS expandiert und der Konzern Milliardenumsätze meldet.

Die Kernpunkte:
  • FTC klagt mit 22 Bundesstaaten
  • Werbekunden sollen Milliarden verloren haben
  • AWS plant Cloud-Region in Saudi-Arabien
  • Amazon meldet 200,6 Milliarden Dollar Umsatz

Der US-Online-Riese Amazon sieht sich mit einer weitreichenden kartellrechtlichen Auseinandersetzung konfrontiert, die das lukrative Werbegeschäft des Konzerns ins Visier nimmt.

Die US-Handelsbehörde FTC hat am Montag zusammen mit den Generalstaatsanwälten von 22 Bundesstaaten Klage bei einem Bundesgericht eingereicht. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, seine Marktposition ausgenutzt zu haben, um Werbepreise heimlich zu manipulieren und Werbekunden systematisch zu übervorteilen.

Vorwurf der systematischen Preismanipulation

Laut CNBC wirft die FTC Amazon vor, Mindestpreise für Anzeigen auf der eigenen Plattform verdeckt angehoben und das interne Auktionssystem manipuliert zu haben. Diese Praktiken sollen dazu geführt haben, dass Werbetreibende ohne ihr Wissen mit massiven Mehrkosten belastet wurden. Medienberichten zufolge beläuft sich der geschätzte Schaden für die betroffenen Unternehmen auf mindestens 20 Milliarden US-Dollar.

Amazon reagierte am Dienstag mit einer deutlichen Zurückweisung der Vorwürfe. In einem offiziellen Blog-Beitrag bezeichnete der Konzern das juristische Vorgehen der Behörden als „irrig“.

Die Klage folgt auf Berichte des Wall Street Journal, wonach die Behörden das Auktionssystem für Werbeplätze bereits seit längerer Zeit genau unter die Lupe genommen hatten. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Klageabsichten verzeichnete das Papier im späten Handel Kursrücksetzer.

Kursentwicklung und finanzielle Rahmenbedingungen

Trotz der juristischen Unsicherheiten zeigt sich die Aktie im langfristigen Vergleich stabil. Gestern verabschiedete sich der Titel mit einem Schlusskurs von 222,60 Euro aus dem Handel. Damit liegt das Papier seit Jahresbeginn weiterhin mit 13 Prozent im Plus. Vom bisherigen 52-Wochen-Hoch bei 249,00 Euro, das Anfang August markiert wurde, ist der Kurs aktuell rund 11 Prozent entfernt.

Finanziell rüstet sich das Unternehmen derweil für die hohen Anforderungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Laut Reuters gehört Amazon in diesem Jahr neben der Google-Mutter Alphabet zu den aktivsten Emittenten am europäischen Anleihenmarkt, um die notwendigen Mittel für KI-Investitionen aufzubringen.

Expansion der Cloud-Infrastruktur

Parallel zu den juristischen Auseinandersetzungen treibt die Tochtergesellschaft AWS (Amazon Web Services) ihre globale Präsenz voran. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, soll im kommenden Dezember die erste Cloud-Infrastrukturregion in Saudi-Arabien an den Start gehen.

Zudem wurde eine engere Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten Microsoft bekanntgegeben, die darauf abzielt, die Konnektivität zwischen AWS und der Cloud-Plattform Azure zu verbessern.

Operativ blickt der Konzern auf ein starkes zweites Quartal 2026 zurück, in dem ein Umsatz von 200,6 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet wurde. Für das laufende dritte Quartal prognostiziert das Management einen Nettoumsatz in einer Spanne von 197 bis 202 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis wird für diesen Zeitraum zwischen 22,5 und 26,5 Milliarden US-Dollar erwartet.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass das Unternehmen trotz der regulatorischen Herausforderungen in den USA weiterhin auf einem soliden Wachstumspfad agiert.

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