Amazon Aktie: Fünf Opfer identifiziert

Nach dem Unglück in Miami untersucht die NTSB die Flugschreiber. Amazon war nur Markeninhaber, während 21 Air den Jet betrieb.

Die Kernpunkte:
  • Fünf Reinigungskräfte kamen ums Leben
  • NTSB sicherte beide Flugschreiber
  • Unfallursache bleibt weiterhin ungeklärt
  • Amazon-Aktie gab moderat nach

Der tödliche Frachtflugzeug-Unfall am Flughafen Miami hat jetzt Namen bekommen. Die fünf Todesopfer waren Angestellte einer Reinigungsfirma, die für Fluggesellschaften arbeitet — Rolando Aleman Leon, Yoel Rodriguez Naranjo, Julio C. Pineda, Carlos Acosta Fajardo und Javierkys Reyes Quevedo, im Alter zwischen 47 und 75 Jahren. Alle saßen in einem Van, als die Boeing 767-300 beim Landeanflug über die Bahn hinausschoss.

Die von 21 Air betriebene und im Amazon-Look lackierte Frachtmaschine befand sich auf ihrem dritten Flug des Tages, zurück aus San Juan in Puerto Rico. Sie erfasste zunächst Flughafenausrüstung, prallte dann auf den Van der Reinigungsfirma, durchbrach einen Perimeterzaun und kollidierte schließlich mit einem SUV auf einer angrenzenden Straße. Fünf weitere Personen wurden verletzt, zwei davon schweben weiterhin in kritischem Zustand. Die beiden Piloten kamen mit ambulanter Behandlung davon.

NTSB wertet Flugschreiber aus

Die US-Flugsicherheitsbehörde NTSB hat sowohl den Flugdatenschreiber als auch den Stimmenrekorder aus dem Cockpit geborgen. Die Auswertung soll klären, warum die Maschine die Landebahn verfehlte. Zeugen wurden aufgerufen, Fotos und Videos einzureichen, um den Unfallhergang zu rekonstruieren. Die Ursache bleibt vorerst offen.

Amazon selbst war an dem Unfall nur als Markeninhaber des Frachtjets betroffen — betrieben wurde die Maschine von der Charterfluggesellschaft 21 Air. Die Aktie reagierte am Dienstag mit moderaten Abschlägen im Bereich von einem Prozent, blieb aber im Rahmen üblicher Tagesschwankungen.

Chipdeal überschattet vom Unglück

Parallel zur Aufarbeitung des Unfalls meldete Qualcomm eine mehrjährige Kooperation mit Amazon Web Services. Die beiden Unternehmen wollen kundenspezifische Chips für KI-Rechenzentren entwickeln und gemeinsam an optischer Hochgeschwindigkeits-Konnektivität für KI-Infrastruktur arbeiten, mit Datenraten von bis zu 1,6 Terabit. Qualcomm plant zudem, verstärkt auf AWS-Infrastruktur wie Amazon Bedrock für Chipdesign-Prozesse zu setzen.

Die Ermittlungen zum Flugzeugunglück dürften sich über Wochen hinziehen, bis die NTSB belastbare Ursachen präsentiert. Bis dahin bleibt der Vorfall vor allem eine menschliche Tragödie am Boden von Miami — für die Amazon-Aktie hat er sich bislang nicht als kursbestimmender Faktor erwiesen.

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