Amazon Aktie: Klage in Australien um Prime Video

Amazon kämpft mit regulatorischen Klagen, steigenden KI-Energiekosten und höheren Emissionen. Anleger blicken gespannt auf die Cloud-Zahlen.

Die Kernpunkte:
  • Klage in Australien wegen Prime Video
  • KI-Boom treibt Energiekosten und Emissionen
  • EU prüft möglichen Cloud-Datendiebstahl
  • Fokus auf AWS-Quartalszahlen Ende Juli

Amazon feiert seinen 32. Geburtstag. Die Stimmung beim E-Commerce-Riesen dürfte trotzdem getrübt sein. Weltweit wächst der regulatorische Gegenwind. Parallel dazu treibt der KI-Boom die Energiekosten in die Höhe. Anleger reagieren gelassen. Die Amazon-Aktie schloss am Freitag bei 212,50 Euro. Damit steht seit Jahresbeginn ein solides Plus von knapp zehn Prozent auf der Kurstafel.

Ärger in Australien

In Australien verschärfen die Behörden den Ton. Die Wettbewerbskommission ACCC reichte Ende Juni Klage ein. Der Vorwurf lautet auf unfaire Vertragsbedingungen beim Streamingdienst Prime Video. Das Vorgehen fällt in eine sensible Phase. Amazon baut seine physische Präsenz in der Region massiv aus. Der Konzern plant ein gewaltiges Verteilzentrum nahe eines Großflughafens.

Der Vorstoß ins Geschäft mit Haushaltsgroßgeräten ruft lokale Händler auf den Plan. Anbieter wie Harvey Norman fürchten um ihre Marktanteile. Marktbeobachter fordern bereits eine umfassende Monopolprüfung. Schließlich dominierte Amazon zuletzt fast 40 Prozent des US-Onlinehandels. Australische Regulierer wollen eine ähnliche Machtkonzentration auf ihrem Kontinent offenbar verhindern.

KI-Boom belastet Klimaziele

Ein weiteres Spannungsfeld eröffnet sich beim Klimaschutz. Die rasant wachsende KI-Infrastruktur frisst enorme Mengen Strom. Im vergangenen Jahr kletterten Amazons Emissionen um 16 Prozent. Der Ausstoß erreichte rund 81 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. Besonders die energiehungrigen Rechenzentren treiben diese Werte nach oben.

In den USA formiert sich lokaler Widerstand. Bundesstaaten wie New Mexico und Michigan planen Moratorien für große Datenzentren. Sie fürchten Wasserknappheit und steigende Strompreise für Bürger. Die Folge: Amazon Web Services (AWS) reagiert auf die knappen Kapazitäten. Der Konzern erhöhte die Preise für bestimmte GPU-Dienste kürzlich um etwa 20 Prozent.

Abseits der USA sorgt eine Untersuchung in Europa für Unruhe. Die EU-Kommission prüft einen möglichen Datendiebstahl. Ein Angreifer will 350 Gigabyte aus der Cloud-Infrastruktur erbeutet haben. Ungeachtet dieser Störfeuer investiert Amazon weiter kräftig in seine Logistik. Allein in Großbritannien fließt eine Milliarde Pfund in neue hochautomatisierte Versandzentren.

Ausblick auf die Quartalszahlen

Hinzu kommen strategische Umbauten im Service-Bereich. Die Crowdsourcing-Plattform „Mechanical Turk“ nimmt ab Ende Juli keine neuen Kunden mehr an. Im stationären Handel wächst das Liefernetz mit vier neuen Lebensmittel-Hubs im Großraum Phoenix. Das Ziel: Lieferfenster von 30 Minuten.

Ende Juli öffnet Amazon die Bücher für das zweite Quartal. Anleger achten dann besonders auf das Cloud-Geschäft. AWS bleibt der wichtigste Ertragstreiber des Unternehmens. Prognosen stellen für das Gesamtjahr einen Bereichsumsatz von 140 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die Aktie notiert aktuell rund elf Prozent unter ihrem Jahreshoch. Ein starkes Cloud-Ergebnis könnte diesen Abstand schnell schmelzen lassen.

Anzeige

Amazon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Amazon-Analyse vom 6. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Amazon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Amazon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Amazon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Amazon