Amazon Aktie: Logistik-Unabhängigkeit

Amazon startet neue Expresslieferungen in den USA und plant gleichzeitig, seine Abhängigkeit vom US-Postdienst drastisch zu reduzieren. Der Konzern investiert Milliarden in ein eigenes, unabhängiges Liefernetz.

Die Kernpunkte:
  • Start von 1- und 3-Stunden-Lieferungen in den USA
  • Geplante Reduzierung des USPS-Volumens um zwei Drittel
  • Milliardeninvestitionen in ländliche Lieferinfrastruktur
  • Prime-Mitglieder erhalten günstigere Expresspreise

Amazon baut seine Lieferinfrastruktur gerade in zwei Richtungen gleichzeitig um. Seit dem 17. März rollen neue 1-Stunden- und 3-Stunden-Lieferoptionen in den USA aus — und gleichzeitig bereitet der Konzern den weitgehenden Rückzug aus seiner Partnerschaft mit dem US-Postdienst USPS vor. Beides zusammen ergibt ein klares Bild: Amazon will seine Logistik vollständig in eigene Hände nehmen.

Ultraschnell und flächendeckend

Die neuen Lieferoptionen sind ab sofort in Teilen der USA verfügbar. Die 3-Stunden-Lieferung deckt rund 2.000 Städte und Gemeinden ab, die 1-Stunden-Option steht in Hunderten dieser Orte zur Verfügung. Mehr als 90.000 Produkte sind lieferfähig — von Reinigungsmitteln über rezeptfreie Medikamente bis hin zu Kleidung und Spielzeug.

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Prime-Mitglieder zahlen 9,99 Dollar für die 1-Stunden- und 4,99 Dollar für die 3-Stunden-Lieferung. Nicht-Mitglieder werden mit 19,99 bzw. 14,99 Dollar deutlich stärker zur Kasse gebeten — ein klarer Anreiz, Prime-Abonnent zu bleiben oder zu werden.

Für den Ausbau braucht Amazon keine komplett neue Infrastruktur. Der Konzern nutzt bestehende Same-Day-Delivery-Standorte und hat diese mit dedizierten Arbeitsstationen, neuen Kennzeichnungssystemen und optimierten Abläufen aufgerüstet. Laut dem Einzelhandelsanalysten Neil Saunders von GlobalData verbessert das Amazons Position gegenüber stationären Händlern wie Walmart, die ihrerseits auf schnelle Lieferung aus Filialen setzen. Bereits im Dezember hatte Amazon zudem den Testbetrieb von „Amazon Now“ gestartet — einem separaten Dienst mit Lieferzeiten unter 30 Minuten für Lebensmittel und Haushaltswaren.

Der Bruch mit der Post

Parallel dazu berichtet das Wall Street Journal, Amazon plane, seine Sendungsvolumen über die USPS bis zum Herbst um mindestens zwei Drittel zu reduzieren. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Im Oktober läuft der aktuelle Liefervertrag aus. Im vergangenen Jahr wickelte die USPS über eine Milliarde Pakete für Amazon ab — rund 15 Prozent des gesamten inländischen Paketvolumens der Behörde, die im Fiskaljahr 2025 einen Nettoverlust von neun Milliarden Dollar auswies.

Amazon selbst widerspricht der Darstellung. Ein Sprecher erklärte, man habe über ein Jahr in gutem Glauben verhandelt und wolle das Volumen mit der Post eigentlich erhöhen, nicht senken. Gleichzeitig räumte er ein, dass Amazon sich auf alle Szenarien vorbereiten müsse — unabhängig vom Ausgang der laufenden Ausschreibung.

Das eigentliche Problem liegt in der Fläche. Für 30 bis 40 Prozent seiner ländlichen Lieferrouten ist Amazon nach wie vor auf die USPS angewiesen, weil diese Strecken für eigene Netzwerke bislang zu teuer waren. Um diese Lücke zu schließen, hat Amazon angekündigt, bis Ende 2026 mehr als vier Milliarden Dollar in den Ausbau seiner ländlichen Lieferinfrastruktur zu investieren.

Investitionsdruck bleibt hoch

Der Umbau der Logistik fällt in eine Phase massiver Kapitalausgaben. Für 2026 plant Amazon Investitionen von insgesamt 200 Milliarden Dollar — eine Summe, die Anleger zunehmend nach konkreten Renditeerwartungen fragen lässt. Im Gesamtjahr 2025 erzielte Amazon einen Nettoumsatz von 716,9 Milliarden Dollar, ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis des zuletzt berichteten Quartals stieg auf 25,0 Milliarden Dollar, nach 21,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Die Ergebnisse der USPS-Ausschreibung werden im zweiten Quartal erwartet. Bis dahin laufen die Verhandlungen weiter — mit erheblichen Konsequenzen für beide Seiten. Für die USPS steht ein substanzieller Teil ihres Paketgeschäfts auf dem Spiel. Für Amazon ist es der nächste Schritt auf dem Weg zu einem Liefernetz, das ohne externe Partner auskommt.

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