Amazon Aktie: Milliarden für KI

Amazon finanziert seine milliardenschwere KI- und Cloud-Strategie mit einer 37-Milliarden-Dollar-Anleihe, während die Robotaxi-Tochter Zoox in zehn US-Städte expandiert. Der freie Cashflow steht unter Druck.

Die Kernpunkte:
  • Rekordemission von 37 Milliarden US-Dollar
  • Investitionen in KI-Rechenzentren und OpenAI
  • Zoox expandiert auf zehn US-Metropolen
  • Freier Cashflow durch hohe Ausgaben gesunken

Amazon stemmt eine der größten Unternehmensanleihen der Geschichte – 37 Milliarden Dollar in US-Dollar-Bonds, ergänzt durch eine geplante Euro-Tranche von bis zu zehn Milliarden Euro. Das Kapital fließt direkt in den Aufbau von KI-Infrastruktur und Cloud-Kapazitäten. Gleichzeitig weitet die Amazon-Tochter Zoox ihr Robotaxi-Netz auf zehn US-Städte aus. Der Konzern setzt 2026 auf Wachstum durch massive Investitionen – auf Kosten des freien Cashflows.

Rekordanleihe mit Rekordnachfrage

Die Anleihe wurde ursprünglich mit einem Volumen von 25 bis 30 Milliarden Dollar angekündigt – und auf 37 Milliarden Dollar aufgestockt. Der Grund: Die Nachfrage überstieg das Angebot bei weitem. Auf dem Höhepunkt der Vermarktung lagen Kaufaufträge von rund 126 Milliarden Dollar vor, was die Emission mehrfach überzeichnet machte.

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Die Mittel sind zweckgebunden. Amazon plant für 2026 Investitionen von rund 200 Milliarden Dollar, ein erheblicher Teil davon für Rechenzentren in Spanien und Virginia sowie für mehrjährige Kapazitätsverträge mit OpenAI. Die Anleihe soll einen Teil dieser Ausgaben vorfinanzieren.

Der freie Cashflow zeigt, wie stark das Investitionsprogramm bereits auf die Finanzen drückt: Er fiel im Zwölfmonatszeitraum von 38,2 Milliarden auf 11,2 Milliarden Dollar – getrieben durch einen Anstieg der Investitionsausgaben um 50,7 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis im vierten Quartal stieg dagegen auf 25,0 Milliarden Dollar, nach 21,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Zoox rollt auf zehn Märkte aus

Parallel zur Finanzierungsoffensive macht Amazons Robotaxi-Tochter Zoox einen weiteren Expansionsschritt. Dallas und Phoenix werden als neue Teststandorte hinzugefügt, womit Zoox nun in zehn US-Städten aktiv ist – darunter Las Vegas, San Francisco, Seattle, Miami und Washington D.C.

In beiden neuen Städten eröffnet Zoox Fahrzeugdepots. In Scottsdale, Arizona, entsteht zudem ein sogenanntes Fusion Center, das als zentrale Steuerungseinheit für Flottenoperationen, Fernsteuerung und Fahrgastunterstützung dient. Den Auftakt in den neuen Märkten machen umgerüstete Toyota Highlander SUVs, bevor das eigens entwickelte, steuer- und pedallose Zoox-Fahrzeug zum Einsatz kommen soll – sofern die ausstehende Bundesgenehmigung erteilt wird.

Bislang hat Zoox mehr als eine Million autonome Meilen zurückgelegt und über 300.000 Fahrgäste befördert. Im Wettbewerb mit dem Marktführer Waymo (Alphabet) und Tesla bleibt Zoox jedoch der kleinste der drei Akteure.

AWS unter Druck, Aktie unter dem Jahreshoch

Der Kurs liegt seit Jahresbeginn rund 4,5 Prozent im Minus und notiert deutlich unterhalb des Allzeithochs vom November 2025. Ein zentraler Grund für die Zurückhaltung vieler Anleger ist die Wettbewerbssituation bei Amazon Web Services: Google Cloud und Microsoft Azure investieren aggressiv in KI-Infrastruktur und gewinnen Marktanteile in einem Segment, das für Amazon die wichtigste Gewinnquelle darstellt.

Amazons Strategie für 2026 ist damit klar umrissen: Der Konzern setzt auf langfristige Infrastrukturführerschaft in KI und Cloud, nimmt dafür kurzfristig erheblichen Druck auf den freien Cashflow in Kauf und finanziert sich über den Anleihenmarkt zu günstigen Konditionen. Ob die Rechenzentren, KI-Partnerschaften und Robotaxis die erwarteten Renditen liefern, wird sich frühestens in den Quartalsergebnissen der zweiten Jahreshälfte 2026 zeigen.

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