Amazon Aktie: Nvidia-Chips auf Halde

Morgan Stanley hob Amazons Kursziel auf 350 Dollar; ein Bericht über Nvidia-Chipkäufe und die AWS-Zahlen am 29. Oktober prägen den Ausblick.

Die Kernpunkte:
  • Morgan Stanley kürt Amazon zum Top Pick
  • Kursziel auf 350 Dollar angehoben
  • Bericht meldet umfangreiche Nvidia-Chipkäufe
  • AWS-Quartalszahlen folgen am 29. Oktober

Amazon legt einen kräftigen Lauf hin, doch am Dienstagmorgen mischt sich ein Störgeräusch in die Stimmung. Ein Bericht über angeblich auf Vorrat gekaufte Nvidia-Chips fällt in eine Phase, in der die Märkte ohnehin nervös auf KI-Infrastruktur blicken.

Morgan Stanley macht Amazon zum Top Pick

Am Montag zog die Aktie um gut fünf Prozent an und führte damit die Gewinnerliste im Dow Jones an. Auslöser war Morgan Stanley: Das Haus erklärte Amazon zum Top Pick und hob das Kursziel auf 350 Dollar.

Analyst Brian Nowak sieht vor allem im Cloudgeschäft AWS erhebliches Potenzial. Der Bereich profitiere von der steigenden Nachfrage nach KI-Rechenleistung. Grundlage seiner Annahmen sind höhere erwartete Auslieferungen von Nvidia-GPUs.

Die Prognosen fallen ambitioniert aus. Für 2027 erwartet Nowak ein Umsatzplus bei AWS von 47 Prozent, für 2028 weitere 42 Prozent. Beim Gewinn je Aktie hält er 2028 rund 16,50 Dollar für möglich.

Warnsignal aus Südkorea

Die Rahmenbedingungen sind allerdings alles andere als ruhig. Der südkoreanische Rechenzentrumsbetreiber Elice verlor nach seinem Börsengang rund 32 Prozent. Marktbeobachter werten das als Warnsignal für Datencenter-Aktien und -Anleihen und fürchten, die Erholung vom Montag könnte enden.

Hinzu kommt ein Bericht, wonach Amazon Nvidia-Chips in großem Umfang auf Vorrat gekauft haben soll. Das stützt die These einer enormen Nachfrage, weckt aber zugleich Zweifel, ob die Investitionen sich rechnen. Morgan Stanleys Szenario hängt genau an diesen Lieferungen.

Auch das Umfeld bleibt fragil. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei rund 5,14 Prozent. In Asien stehen Kospi sowie Chipwerte wie SK Hynix und Samsung unter Druck.

Termin im Blick

Konkreten Anlass zur Neubewertung liefern die Quartalszahlen am 29. Oktober. Dann zeigt sich, ob AWS das Wachstumstempo liefert, das Morgan Stanley für die kommenden Jahre unterstellt.

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