Amazon Aktie: OpenAI-Modelle kommen zu AWS
Amazon erweitert den Kreis der Prime-Erstattungsberechtigten und integriert erstmals OpenAI-Modelle in AWS-Angebote.

- Prime-Erstattungen steigen auf bis zu 200 Dollar
- Weitere US-Kunden erhalten ab Oktober Rückzahlungen
- AWS stellt zwei OpenAI-Modelle bereit
- Rechenzentrumsausbau in Indien wird geprüft
Rund 1,5 Milliarden US-Dollar stehen für Kundenentschädigungen bereit: Der Rechtsstreit um Amazons Prime-Abonnements geht in die nächste Phase. Nachdem ein US-Gericht die Anpassung eines Vergleichs mit der Handelsaufsicht FTC genehmigte, erhalten ab dem 1. Oktober Millionen weitere US-Kunden automatische Rückerstattungen.
Gleichzeitig treibt der Online- und Cloudkonzern seine Technologieoffensive voran und bindet erstmals quelloffene Modelle von OpenAI in die konzerneigene Cloudplattform ein.
An der Börse notierte das Papier des Konzerns am Freitag bei einem Schlusskurs von 219,05 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus der Aktie damit auf 11 Prozent.
Höhere Erstattungssätze für Prime-Mitglieder
Hintergrund der anstehenden Auszahlungswelle ist ein umfassender Vergleich mit der US-Verbraucherschutzbehörde FTC aus dem Jahr 2025 über insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar.
Die Vereinbarung setzt sich aus einer Milliarde US-Dollar Zivilstrafe sowie 1,5 Milliarden US-Dollar an Kundengeldern zusammen, wobei Amazon Vorwürfe eines Fehlverhaltens bestritt. Anspruchsberechtigt sind Verbraucher in den USA, die sich zwischen Juni 2019 und Juni 2025 über bestimmte Anmeldeseiten registrierten oder vergeblich kündigen wollten.
Durch die neuen Richtlinien erhalten nun auch Verbraucher Entschädigungen, die elf bis zwanzig Prime-Vorteile innerhalb eines Jahres beanspruchten. Zudem klettert die maximale Erstattungssumme pro Person von zuvor 51 auf bis zu 200 US-Dollar. Nach Angaben der FTC flossen bis September bereits mehr als 845 Millionen US-Dollar an Betroffene zurück. Die Abwicklung der Überweisungen soll bis April 2027 vollständig abgeschlossen werden.
Trotz der millionenschweren Zahlungsabwicklung bleibt das operative Kerngeschäft von den Altlasten weitgehend unberührt. Das Prime-Ökosystem zählt unverändert zu den wichtigsten Kundenbindungs- und Ertragsquellen des Konzerns.
AWS setzt auf Open-Source-Modelle von OpenAI
Parallel zur Bereinigung der Verbraucherschutzthemen setzt die Cloudsparte Amazon Web Services (AWS) neue Akzente im Markt für künstliche Intelligenz. AWS stellt erstmals Modelle von OpenAI öffentlich bereit. Entwicklern stehen die Open-Weight-Systeme gpt-oss-120B und gpt-oss-20B über die Plattformen Amazon Bedrock sowie SageMaker JumpStart zur Verfügung.
Die Modelle zielen auf automatisierte Arbeitsabläufe, logisches Schließen sowie Programmierung ab und lassen sich auf lokaler Hardware betreiben. Durch diesen Schritt öffnet AWS seine KI-Umgebung weiter für externe Modellarchitekturen, um Kunden größere Flexibilität bei der Auswahl spezialisierter Softwarewerkzeuge zu bieten.
Wachsende Investitionen in die Recheninfrastruktur
Flankiert wird der Softwareausbau von einer massiven Erweiterung der Rechenkapazitäten. AWS prüft derzeit unter anderem einen Ausbau seiner Rechenzentren in Indien auf eine Leistung von bis zu 2,3 Gigawatt, unterstützt durch lokale Steuervergünstigungen.
Diese globale Expansion erfordert jedoch erhebliche finanzielle Mittel. Der weltweite Ausbau der Rechenleistung zwingt führende Cloudanbieter zu drastischen Investitionen. Der Apollo-Chefökonom Torsten Slok wies in diesem Zusammenhang auf die steigenden Belastungen durch schuldenfinanzierte Infrastrukturen hin.
Während der Kapitalbedarf für Server und Netzanbindungen hoch bleibt, müssen die Hyperscaler in den kommenden Jahren beweisen, dass die Erträge aus KI-Diensten mit den getätigten Ausgaben Schritt halten können.
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