Amazon Aktie: Seller Assistant startet!

Seller Assistant automatisiert Händleraufgaben; zugleich investiert Amazon in AWS-Kapazitäten und sieht sich regulatorischer Kritik gegenüber.

Die Kernpunkte:
  • KI-Dienst unterstützt Drittanbieter im Handel
  • Software übernimmt Angebote und Bestandskontrolle
  • Senatoren fordern FTC-Untersuchung von Amazon
  • Notstromvertrag mit Generac über 2,4 Milliarden Dollar

Am Mittwoch stellte Amazon einen neuen Dienst namens Seller Assistant vor. Das auf sogenannten KI-Agenten basierende System soll Drittanbietern helfen, zentrale Abläufe im Onlinehandel zu automatisieren.

Nach Unternehmensangaben übernimmt die Software Aufgaben wie das Erstellen von Produktangeboten, die Preisgestaltung, Werbeaktionen sowie die Bestandsüberwachung. Der Dienst ist kostenlos sowie optional und verbindet sich zunächst mit Amazon Quick und der KI Claude von Anthropic.

An den Finanzmärkten sorgten die technologischen Initiativen zuletzt für eine Atempause nach vorangegangener Kursschwäche. Gestern stabilisierte sich das Papier: Der Schlusskurs lag am Donnerstag bei 219,35 €, was einer Veränderung von 0,1 % entspricht. Auf Jahressicht verzeichnet der Titel damit einen Zuwachs von 11 %.

Marktplatzkontrolle und politischer Gegenwind

Mit den neuen Funktionen baut Amazon das hauseigene Handelsökosystem gezielt aus. Gleichzeitig schirmt der Konzern seine Plattform gegen externe Schnittstellen ab. Am Dienstag sperrte Amazon laut Reuters den Einkaufs-Agenten des Anbieters Muse aus dem eigenen Marktplatz aus.

Parallel dazu wächst der regulatorische Druck auf die KI-gestützten Verkaufsmechanismen. Am 17. September wandten sich die US-Senatoren Tammy Baldwin und Rick Scott an die Handelskommission FTC. Sie forderten eine Untersuchung von Amazon und Walmart.

Hintergrund ist der Vorwurf, Einkaufs-Chatbots könnten US-Produkte benachteiligen und fehlerhafte Herkunftsangaben übersehen. Amazon wies diese Vorwürfe zurück. Am selben Tag betonte das Unternehmen öffentlich, KI-Modelle sollten grundsätzlich erst nach umfassenden Tests und mit klaren Schutzmaßnahmen veröffentlicht werden.

Milliardeninvestitionen in die Rechenzentren

Die Ausweitung der Software- und Cloud-Anwendungen erfordert eine leistungsfähige technische Basis. Um die Ausfallsicherheit der Rechenzentren von Amazon Web Services zu gewährleisten, sicherte sich der Konzern zusätzliche Kapazitäten.

Am 16. September unterzeichnete Amazon einen langfristigen Vertrag mit dem Ausrüster Generac. Laut Reuters beläuft sich das anfängliche Liefervolumen von Notstromaggregaten auf rund 2,4 Milliarden $. Die Konzerntochter Amazon.com NV Investment Holdings erhielt im Rahmen dieser Vereinbarung einen Optionsschein.

Zusätzlich treibt das Unternehmen die Netzanbindung seiner Rechenzentren voran. Am 18. September vereinbarten die Partner Prysmian und Rio Tinto die Lieferung von Stromkabeln aus emissionsarmem Aluminium für einen AWS-Standort im Bundesstaat Ohio.

In Übersee dämpfen geopolitische Spannungen das operative Geschäft. Wie AWS am 15. September mitteilte, lassen sich die Systeme in Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten nach kriegsbedingten Schäden vorerst nicht hochfahren. Die vollständige Behebung der Schäden in Bahrain verschiebt sich bis Anfang 2027.

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