Amazon Aktie: Workflows starten!
Neben dem geplanten Ausbau in Indien führte Amazon ein KI-Werkzeug für Händler ein und vereinbarte Energie- sowie Anleihegeschäfte.

- Drei Milliarden Dollar bis 2030 geplant
- KI-Werkzeug automatisiert Händleraufgaben
- Generac-Lieferungen ab 2027 vorgesehen
- Anleihen über 4,242 Milliarden Pfund ausgegeben
Mit gezielten Milliardeninvestitionen und neuen Softwarewerkzeugen will Amazon seine Marktposition im weltweiten Handel weiter festigen. Im Zentrum der jüngsten Aktivitäten stehen Pläne für einen massiven Ausbau des schnellen Liefergeschäfts in Asien sowie der Einsatz automatisierter Systeme für gewerbliche Händler auf der Plattform.
Ausbaupläne im indischen Liefermarkt
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters plant Amazon, bis zum Jahr 2030 insgesamt 3 Milliarden $ in das indische Schnellliefergeschäft zu investieren. Die Mittel sollen gestaffelt fließen: Vorgesehen sind demnach 1 Milliarde $ bis Ende 2027 sowie weitere 2 Milliarden $ bis 2030. Das Unternehmen selbst lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab.
Der Schritt zielt auf das wachsende Segment der Sofortlieferdienste, in dem Kunden Bestellungen binnen kürzester Zeit erhalten. Um das Geschäft im Online-Handel effizienter zu gestalten, führte der Konzern am Mittwoch zudem einen neuen Dienst namens „workflows“ ein. Dieses kostenlose, optionale Werkzeug auf Basis agierender künstlicher Intelligenz soll Drittanbietern administrative Aufgaben abnehmen. Das System übernimmt die Automatisierung von Produktlistungen, der Bestandsverwaltung, der Preisgestaltung sowie von Werbeaktionen.
Grenzen für externe Systeme und politische Prüfungen
Gleichzeitig schirmt der Konzern seine Plattform gegen automatisierte Zugriffe Dritter ab. Medienberichten zufolge blockierte das Unternehmen am Montag den Einkaufsassistenten „Muse AI“ von Meta Platforms auf der eigenen Einzelhandelsseite. Zuvor hatte der Konzern Meta vergeblich aufgefordert, das Tool zu entfernen. Automatisierte Einkaufswerkzeuge Dritter müssten die Entscheidungen der Plattformbetreiber über eine Teilnahme respektieren.
Gegenwind droht unterdessen aus der US-Politik. Am 17. September forderten die Senatoren Tammy Baldwin und Rick Scott die US-Handelsbehörde Federal Trade Commission auf, das System „Alexa for Shopping“ zu untersuchen. Sie werfen dem Dienst vor, in den USA hergestellte Produkte zu benachteiligen und unzureichende Kennzeichnungen hinsichtlich Betrugsrisiken zu nutzen.
Amazon wies die Anschuldigungen zurück. Grundsätzlich betonte das Unternehmen, KI-Modelle sollten erst nach gründlichen Tests und mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen veröffentlicht werden, sprach sich jedoch gegen eine allgemeine Entwicklungsbremse in der Branche aus.
Milliardenschwere Energieverträge und Anleihen
Neben dem Handelsgeschäft treibt der Konzern die Absicherung seiner Infrastruktur voran. Am 16. September vereinbarte Amazon den Kauf von Notstromaggregaten des Herstellers Generac.
Erste Lieferungen sollen in den Jahren 2027 und 2028 ein Gesamtvolumen von etwa 2,4 Milliarden $ umfassen. Im Zuge der Vereinbarung erhielt Amazon.com NV Investment Holdings Optionsscheine für bis zu 1,69 Millionen Generac-Aktien.
Finanziell sicherte sich der Konzern am 14. September frische Mittel durch die Ausgabe öffentlicher Anleihen im Gesamtvolumen von 4,242 Milliarden £ mit Laufzeiten zwischen 2029 und 2045, woraus dem Unternehmen ein geschätzter Nettoerlös von rund 4,235 Milliarden £ zufloss.
An der Börse notierte das Papier am Freitag bei 219,05 Euro. Damit liegt der Kurs 5,4 % über dem 200-Tage-Durchschnitt von 207,82 Euro.
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