Amazon Aktie: Zwei Millionen Nvidia-GPUs für AWS
AWS integriert zwei Millionen Nvidia-Chips und baut KI-Angebot aus. Analysten sehen trotz jüngster Kursverluste deutliches Aufwärtspotenzial.

- Zwei Millionen Nvidia-GPUs für AWS
- Amazon führt bei Rechenzentrums-Kapazitäten
- Gespräche über Umsatzbeteiligung mit Moonshot AI
- Analysten bestätigen Kursziel von 315 Dollar
Amazon setzt ein deutliches Ausrufezeichen im globalen Wettlauf um die Vorherrschaft bei künstlicher Intelligenz. Die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) plant eine massive Erweiterung ihrer Hardware-Kapazitäten und wird zwei Millionen zusätzliche Grafikprozessoren (GPUs) von Nvidia in ihre weltweite Infrastruktur integrieren. Damit reagiert der Konzern auf den rasant steigenden Bedarf an Rechenleistung für KI-Anwendungen, während die Aktie mit einem Schlusskurs von 223,50 Euro am Mittwoch versucht, den Abstand zu ihren bisherigen Höchstmarken zu verkürzen.
Dominanz beim Ausbau der Rechenzentren
Wie die Finanzchefin von Nvidia gestern bestätigte, wird AWS die zwei Millionen Einheiten über seine globalen Standorte hinweg bereitstellen. Diese Investition ist Teil einer umfassenden Infrastrukturoffensive.
Daten der Analysten von Jefferies unterstreichen die führende Rolle von Amazon in diesem Bereich: Der Konzern verfügt aktuell über eine Kapazität von 20,6 Gigawatt an bereits errichteten oder im Bau befindlichen Rechenzentren. Weitere 28,1 Gigawatt sind bereits angekündigt. Damit liegt Amazon deutlich vor seinen engsten Konkurrenten im Hyperscaler-Segment.
Der enorme Hunger nach Kapazitäten spiegelt sich in der gesamten Branche wider. Laut Jefferies erreichten die Leasingverträge für Rechenzentren in Nordamerika im zweiten Quartal 2026 ein Rekordniveau von 25,5 Gigawatt, was einer Steigerung von 346 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Für das laufende Jahr wird erwartet, dass die Investitionsausgaben (Capex) der fünf größten Technologiekonzerne, angeführt von Amazon, insgesamt rund 811 Milliarden US-Dollar erreichen werden.
Neue Partnerschaften und Erlösmodelle
Parallel zum Hardware-Ausbau treibt Amazon die inhaltliche Seite seiner KI-Strategie voran. Medienberichten zufolge verhandelt das Unternehmen derzeit mit Moonshot AI über eine Umsatzbeteiligung für das neue Modell Kimi K3. Das Modell, das über 2,8 Billionen Parameter verfügt, soll über die AWS-Plattform verfügbar gemacht werden.
Im Gespräch ist eine Beteiligung von bis zu 30 Prozent an den generierten Umsätzen. Dies unterstreicht das Bestreben von AWS, nicht nur als Infrastrukturbereitsteller, sondern auch als zentraler Marktplatz für leistungsfähige KI-Lösungen zu fungieren.
Diese strategischen Schritte folgen auf eine Phase der Konsolidierung. Seit den Quartalszahlen vor rund zwei Wochen, in deren Folge die Aktie um 7,2 Prozent nachgab, rückt nun die langfristige Wachstumsstory wieder in den Fokus. Auch die Verkäufe von Amazon-Aktien durch Jeff Bezos vor gut drei Wochen, nach denen der Wert zeitweise 9,4 Prozent verlor, scheinen durch die operativen Nachrichten in den Hintergrund zu treten.
Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Die Analysten von Citizens bekräftigten am Mittwoch ihre Einstufung „Market Outperform“ für die Amazon-Aktie. Trotz der jüngsten Marktvolatilität halten die Experten an einem Kursziel von 315 US-Dollar fest.
Begründet wird dies insbesondere mit der starken Dynamik bei AWS und der Effizienz in der Logistiksparte. Im zweiten Quartal konnte Amazon den Umsatz um 20 Prozent auf 200,6 Milliarden US-Dollar steigern, wobei das operative Ergebnis mit 27,5 Milliarden US-Dollar die Erwartungen übertraf.
Gestern ging die Aktie im deutschen Handel bei 223,50 Euro aus dem Markt. Damit notiert der Wert derzeit etwa 10 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 249,00 Euro, das Anfang August markiert wurde.
Innerhalb der Analystengemeinschaft herrscht weitgehende Einigkeit über die Aussichten des Konzerns: Bei insgesamt 40 vorliegenden Einschätzungen ergibt sich ein Konsens von „Strong Buy“, wobei das durchschnittliche Kursziel mit 333 US-Dollar sogar noch über der Prognose von Citizens liegt. Das niedrigste Kursziel der Expertenrunde liegt derzeit bei 250 US-Dollar.
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