Amazon fällt in die roten Zahlen – Und die Aktie?

In gewisser Weise ähnelten die Amazon-Zahlen denen von Facebook. Denn während es bei der Umsatzentwicklung nichts zu meckern gab, ließen die Gewinne deutlich zu wünschen übrig. Der Grund: Hohe Investitionen in neue Projekte.

 

amazonOhne Frage: Das Umsatzwachstum des eCommerce-Giganten konnte sich auch im 1. Quartal sehen lassen. So schaffte Amazon einen Zuwachs um 15% auf rund 22,7 Mrd. Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen, die nur mit 22,4 Mrd. Dollar gerechnet hatten.

Dabei kam der Zuwachs nicht nur von den bekannten Sparten. Zum ersten Mal lüftete Amazon auch den Schleier über seine neuste Sparte, die Amazon Web Services. In diesem Geschäftsbereich bietet das Unternehmen unter anderem Rechenzentren für Start-ups und andere Unternehmen, wie z. B. auch den Online-Streaming-Dienst Netflix, an.

 

Neue Sparte lässt aufhorchen

Im Auftaktquartal machte die Sparte schon einen Umsatz von 1,57 Mrd. Dollar. Dies aufs Jahr hoch gerechnet käme die Sparte auf einen Gesamtumsatz von knapp 6,3 Mrd. Dollar, was am unteren Ende der bisherigen Erwartungsspanne der Analysten, die zwischen 6 und 9 Mrd. Dollar beträgt, liegen würde. Aber angesichts des Daten- und Speicherhungers der IT- und insbesondere Webdienste dürfte hier über das Jahr noch deutlich Luft nach oben sein.

Hinzu kommt: Auch wenn es noch nicht explizit ausgesprochen wurde, so sehen viele Marktbeobachter die Amazon Web Services als Spin-off-Projekt. Und mit den genannten Umsatzerwartungen kann man sich schon ausmalen, wo hier ein Wertansatz bei einem IPO liegen könnte.

 

Amazon darf Stammgeschäft nicht aus den Augen verlieren

Bis es so weit ist, muss Amazon aber auch zusehen, in seinem Stammgeschäft nicht nachzulassen. Denn die Konkurrenz ist hart und Amazon antwortet darauf, indem man in immer neue Dienstleistungen und Produkte investiert. Dazu gehören Streaming-Projekte genauso wie die Auslieferung per Drohnen. Das kostet natürlich erst einmal Geld. Und so legten die operativen Kosten, die sowohl die Versandkosten als auch Forschung & Entwicklung enthalten, um 15 auf 22,46 Mrd. Dollar zu.

Was dazu führte, dass unter dem Strich statt eines Gewinns wie im letzten Jahr (23 Cents je Aktie) nun ein Verlust von 12 Cents je Aktie bzw. 57 Mio. Dollar herauskam. Immerhin erschreckte das nicht zu sehr, da der Analystenkonsens schon damit gerechnet hatte. Immerhin konnte die operative Marge mit 1,1% etwas besser abschneiden als im Vorjahresquartal, allerdings war sie dennoch schlechter als im 4. Quartal (2%).

 

Amazon-Aktie: Kauflimit versuchen

Im Fazit zeigte sich der Markt im nachbörslichen Handel wenig erfreut. So ging die Aktie, die im regulären Handel noch leicht im Plus lag, später um über 3% zurück. Was auch damit zu tun hat, dass viele befürchten, Amazon könnte sich mit diesen vielen Projekten verzetteln.

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Immerhin blieb Amazon selbst mit diesem Abschlag noch im derzeitigen Aufwärtstrendkanal. Und es besteht eine gute Chance, dass die Aktie nicht nach unten rausfällt. Mutige können hier versuchen, mit einem Kauflimit bei 375 Dollar zum Zuge zu kommen. Alle anderen warten ab, ob sich der untere Trendkanal bestätigt, dann wird mit entsprechender Stopp-Loss-Absicherung gekauft.

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