Amazon nach den Zahlen: Wohin führt der Weg der Aktie?

Vor der Bekanntgabe der Zahlen zum dritten Quartal haben Anleger und Analysten noch von der 1.000-Dollar-Marke geträumt. Nun musste die Amazon-Aktie jedoch nach den jüngsten Zahlen einen Dämpfer hinnehmen und hat rund fünf Prozent verloren. Selbst das Allzeithoch scheint nun wieder in weiter Ferne zu liegen. Bei dem Titel, der seit einem Zwischentief im Februar zwischenzeitlich mehr als 70 Prozent zulegen konnte, spielen vor allem die Erwartungen eine Rolle – normales Wachstum reicht bei der Bewertung nicht mehr aus.

© Amazon.com
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Die Zahlen sind eigentlich beeindruckend: Im Vergleich zum Vorjahr hat Amazon den Umsatz im dritten Quartal um 29 Prozent auf 32,7 Milliarden Dollar steigern können, während der Gewinn von 79 Millionen Dollar auf 252 Millionen kletterte. Wie kann es sein, dass sich Anleger enttäuscht zeigten und die Aktie in den Keller rutschte? Ganz einfach: Analysten hatten teilweise mit noch besseren Zahlen gerechnet.

Analysten-Erwartungen müssen erfüllt werden

Bei einer solchen Boom-Aktie wie Amazon sind die Erwartungen an das Wachstum gigantisch. Denn die Bewertung des Titels ist nicht mit normalen Maßstäben zu messen, eine Amazon-Aktie kostet heute etwa 2,5 Mal so viel wie vor 24 Monaten. Die Marke von 1.000 Dollar scheint nicht mehr unerreichbar zu sein, da reichen mittelmäßige Zahlen meist nicht mehr aus.

Damit ist die Aktie jedoch noch nicht zwangsläufig zu teuer, denn die Wachstumsphantasien waren und sind ja durchaus gerechtfertigt: Das Unternehmen punktet inzwischen mit stetig steigenden Gewinnen, die Cloud-Sparte AWS läuft hervorragend und man erschließt sich immer wieder neue Geschäftsfelder – aktuell zum Beispiel Lebensmittel.

Amazon-Aktie: Langfristige Prognose kaum möglich

Hier liegt jedoch auch die Schwierigkeit bei der Aktien-Bewertung: Rational ist bei diesen Notierungen nicht mehr viel. Die Erwartungen sind hoch und diese sollten auch erfüllt – oder noch besser übertroffen – werden, damit die Rallye weitergehen kann. Dass Amazon auch deshalb einen etwas schwächeren Ausblick auf das laufende Quartal geliefert hat, weil es hohe Investitionen tätigt? Spielt keine Rolle, Analysten hatten mit einem besseren Ausblick gerechnet.

Kurzfristig hängt das Wohl der Amazon-Aktie also an den Nachrichten und Zahlen des Unternehmens. Toppen die US-Amerikaner die Erwartungen etwa vom laufenden Weihnachtsquartal noch, kann es durchaus wieder Richtung Allzeithoch gehen. „Enttäuscht“ man aber mit geringeren Wachstumsraten als erhofft, wird es für den Titel in den kommenden Monaten schwer. Eine seriöse Langfrist-Prognose ist derzeit allerdings nicht wirklich möglich. Wie die Zahlen in einem bis zwei Jahren genau aussehen, ahnen noch nicht einmal Analysten.

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