Ambu: 13-Prozent-Sturz nach Prognosesenkung
Ambu senkt wegen schwacher Anästhesie-Nachfrage die Umsatzprognose. Das dritte Quartal verfehlt die Gewinnerwartungen, die Aktie bricht ein.

- Umsatzprognose für 2025/26 reduziert
- Anästhesie-Segment bremst Wachstum
- Quartalsgewinn verfehlt Analystenschätzungen
- Aktie verliert rund 13 Prozent
Der dänische Medizintechnikkonzern Ambu hat gestern seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorgelegt und dabei die Erwartungen am Markt gedämpft.
Während die Kernsparte für Einweg-Endoskope weiterhin zweistellige Zuwächse verzeichnet, sorgt eine schwächere Nachfrage in anderen Segmenten für eine Anpassung der Jahresziele. Die Anleger reagierten am heutigen Mittwoch mit deutlichen Verkäufen; das Papier notiert bei 9,07 € und verliert rund 13 %.
Schwäche in der Anästhesie-Sparte belastet
Im Zentrum der Enttäuschung steht die gesenkte Prognose für das organische Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2025/26. Das Unternehmen geht nun von einem Plus von etwa 10 % aus, nachdem zuvor eine Spanne von 10 % bis 12 % in Aussicht gestellt worden war. Als Hauptgrund für diese Anpassung nannte das Management eine langsamere Volumenentwicklung im Bereich Anästhesie und Patientenüberwachung.
In diesem Segment wurde lediglich eine Wachstumsrate im niedrigen einstelligen Prozentbereich verzeichnet. Die Sparte Endoscopy Solutions konnte diesen Rückgang trotz eines organischen Wachstums von 16 % nicht vollständig kompensieren. Medienberichten zufolge ist dies bereits die zweite Anpassung der Erwartungen im laufenden Jahr.
Quartalsergebnis verfehlt Analystenerwartungen
In den drei Monaten bis Ende Juni stieg der Konzernumsatz um 9 % auf 1.640 Millionen Dänische Kronen (DKK). Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal von 170 Millionen auf 221 Millionen DKK, was einer Marge von 13,5 % entspricht. Dennoch blieb das Nettoergebnis mit 156 Millionen DKK hinter den Schätzungen der Analysten zurück.
Diese hatten im Vorfeld mit einem Gewinn von 172 Millionen DKK gerechnet. Ein Jahr zuvor hatte das Nettoergebnis im dritten Quartal noch bei 123 Millionen DKK gelegen. Dass der Gewinn trotz des Umsatzplus die Markterwartungen verfehlte, belastet die Stimmung der Investoren zusätzlich zur Prognosesenkung.
Neunmonatszahlen und operativer Ausblick
Für den Zeitraum der ersten neun Monate weist die Bilanz einen Gesamtumsatz von 4.771 Millionen DKK aus. Der Nettogewinn sank in diesem Zeitraum jedoch deutlich auf 395 Millionen DKK, verglichen mit 494 Millionen DKK im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Trotz der reduzierten Umsatzprognose hält Ambu an seinem Ziel für die EBIT-Marge von 12 % bis 14 % fest und erwartet hierbei nun, das obere Ende der Spanne zu erreichen.
Analysten der Danske Bank und von Nordea hatten im Vorfeld darauf hingewiesen, dass Zollrückerstattungen die Margen stützen könnten, auch wenn die allgemeine Unsicherheit bezüglich künftiger Zölle bestehen bleibt.
Mit dem heutigen Kursrutsch vergrößert sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 14,87 € auf 39 %. Damit setzt sich die volatile Entwicklung der letzten Monate fort, während das Unternehmen versucht, die Profitabilität in einem schwierigeren Marktumfeld zu stabilisieren.
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