AMD Aktie: 12,26-Prozent-Sprung auf 421,30 Euro

AMD-Aktie springt dank milliardenschwerer KI-Verträge mit Cloud-Riesen um 12 Prozent. Analysten sehen weiteres Potenzial, Quartalszahlen am 4. August als Härtetest.

Die Kernpunkte:
  • Kurssprung von 12,26 Prozent
  • Milliarden-Deals mit OpenAI, Meta
  • Microsoft-Cloud-Wachstum stützt Nachfrage
  • Quartalszahlen am 4. August

Ein Kurssprung von 12,26 Prozent macht aus einem angeschlagenen Halbleiter-Titel wieder einen Favoriten der KI-Rally. AMD schloss am Donnerstag bei 421,30 Euro – der stärkste Tagesgewinn seit Monaten. Der Markt sendet damit ein klares Signal: AMD gilt nicht mehr nur als Zulieferer, sondern als unverzichtbarer Partner beim globalen Ausbau der KI-Infrastruktur.

Trotz des Sprungs bleibt die Aktie 17,67 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 511,70 Euro aus Ende Juni. Der Rally fehlt also noch die letzte Überzeugung. Was sie trägt, sind harte Vertragsdaten aus der Cloud- und KI-Branche.

Milliardenverträge mit den KI-Schwergewichtern

Der Deal mit Core Scientific sichert AMD ab 2027 Zugang zu mehr als 500 Megawatt Rechenzentrumskapazität, mit einer Option auf 2,5 Gigawatt. Analysten schätzen das Umsatzpotenzial dieser einen Partnerschaft auf rund 14 Milliarden Dollar über 15 Jahre.

OpenAI und Meta sichern sich Berichten zufolge jeweils bis zu 6 Gigawatt an AMD-Rechenleistung. Bei Anthropic geht AMD noch weiter: Der Chiphersteller investiert Berichten zufolge bis zu 5 Milliarden Dollar, um sich einen Deal über 2 Gigawatt Infrastruktur zu sichern – inklusive der MI450-basierten Helios-Systeme.

Das sind keine gewöhnlichen Hardware-Verkäufe. Es sind langfristige strukturelle Abhängigkeiten. Sie untermauern das Ziel des Managements, bis 2027 einen zweistelligen Milliardenbetrag an KI-Umsätzen zu erreichen.

Microsofts Cloud-Boom als Rückenwind

Microsofts Cloud-Sparte Azure wuchs zuletzt um 43 Prozent – das schnellste Tempo seit 2022. Der Jahresumsatz der Sparte liegt inzwischen über 100 Milliarden Dollar. Microsoft und andere Hyperscaler erhöhen ihre Investitionsausgaben immer weiter, zuletzt auf 41 Milliarden Dollar allein im vergangenen Quartal.

Solange die Cloud-Riesen so aggressiv investieren, bleibt die Nachfrage nach AMDs Instinct-Beschleunigern und EPYC-Servern robust. Auch bei der Software holt AMD auf – bislang ein Schwachpunkt gegenüber Nvidias CUDA-Ökosystem.

Mit dem Start der Plattform ROCm.AI am 22. und 23. Juli 2026 brachte AMD neue Werkzeuge wie den GEAK-Agenten und den Hyperloom-Orchestrator. Auf MI355X-Hardware verbesserten diese Innovationen den Durchsatz um mehr als 21 Prozent. Der Rückstand auf Nvidia schrumpft damit spürbar.

Teure Bewertung und der Härtetest im August

Die Bewertung ist unbestreitbar sportlich. Die Aktie notiert weit über ihrem langfristigen Durchschnitt und zeigt extrem hohe Kursschwankungen. Das ist das Muster eines überlaufenen Trades, bei dem viele Anleger auf dieselbe Seite setzen.

Trotzdem trauen Analysten der Aktie noch mehr zu: Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 499,35 Euro – ein Aufwärtspotenzial von 18,5 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag. Susquehanna hob ihr Kursziel kürzlich auf 500 US-Dollar an und begründet das mit einer möglicherweise fünffachen Steigerung des Gewinns je Aktie, getrieben von der Stärke im Rechenzentrumsgeschäft.

Der nächste Härtetest folgt am 4. August 2026, wenn AMD die Zahlen zum zweiten Quartal vorlegt. Das Management muss nicht nur die hohen Erwartungen erfüllen, sondern auch eine aggressive Prognose für die für 2026 erwartete „MI450-Rampe“ liefern.

Solange der Wechsel von der 5-Nanometer- zur 2-Nanometer-Fertigung im Zeitplan bleibt, spricht vieles für eine Fortsetzung der Rally – auch wenn scharfe Kursschwankungen dabei zum Programm gehören. Der Bericht am 4. August wird zeigen, ob die milliardenschweren KI-Deals tatsächlich das Umsatzwachstum liefern, das die aktuelle Bewertung schon einpreist.

Anzeige

AMD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue AMD-Analyse vom 31. Juli liefert die Antwort:

Die neusten AMD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für AMD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

AMD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu AMD