AMD Aktie: AI-Schub

AMD sichert sich langfristig Rechenzentrumskapazitäten für KI und profitiert von hoher Nachfrage bei Servern. Analysten heben Kursziele an, während Lieferengpässe im Konsumentensegment bestehen.

Die Kernpunkte:
  • Langfristiger Infrastrukturvertrag mit Riot Platforms
  • Analysten sehen Kursziele bis zu 300 US-Dollar
  • Server-Kapazitäten für 2026 nahezu ausverkauft
  • Lieferengpässe treiben Grafikkartenpreise an

AMD profitiert weiter vom Rückenwind im KI-Geschäft. Ein großer Infrastrukturdeal, ausverkaufte Server-Kapazitäten und ein vollgepackter Produktfahrplan sorgen für Fantasie – trotz Engpässen im Konsumentensegment. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Konzern seine starke Position 2026 in Wachstum und höhere Margen ummünzen kann.

Neuer Deal mit Riot Platforms

Der wichtigste Impuls der vergangenen Tage ist ein strategisches Infrastrukturabkommen mit Riot Platforms. Am 17. Januar 2026 haben beide Unternehmen einen langfristigen Mietvertrag für Rechenzentrumskapazitäten am Standort Rockdale, Texas, unterzeichnet. AMD tritt dort als sogenannter „Hyperscale Tenant“ auf und sichert sich damit zentrale Ressourcen für das KI-Geschäft.

Die Eckpunkte des Vertrags:

  • Initiale Nutzung von 25 MW kritischer IT-Leistung mit Start ab Januar 2026
  • Erweiterungsoption um bis zu 175 MW auf insgesamt bis zu 200 MW
  • Laufzeit von 10 Jahren mit einem Basisvolumen von rund 311 Mio. US-Dollar
  • Verlängerungsoptionen könnten den Gesamtwert des Vertrags auf bis zu 1 Mrd. US-Dollar erhöhen

Damit adressiert AMD direkt zuvor geäußerte Sorgen von Investoren, das Unternehmen könnte beim Ausbau seiner Rechenzentrums-Kapazitäten ins Hintertreffen geraten. Der langfristig gesicherte Zugang zu Strom und Infrastruktur schafft Planbarkeit für den Rollout neuer KI-Lösungen.

Analysten heben Kursziele an

Die positive Nachrichtenlage spiegelt sich in mehreren frischen Analystenkommentaren wider. KeyBanc-Analyst John Vinh stufte die Aktie zuletzt auf „Overweight“ hoch und setzte das Kursziel auf 270 US-Dollar. Grundlage sind Berichte, wonach AMDs Server-CPU-Kapazitäten für 2026 nahezu vollständig ausverkauft sein sollen. Das verschafft dem Konzern Spielraum, die Preise bereits im ersten Quartal um 10 bis 15 % anzuheben.

Jefferies-Analyst Blayne Curtis bestätigte am 16. Januar 2026 sein „Buy“-Rating und sieht den fairen Wert sogar bei 300 US-Dollar. Vom aktuellen Niveau aus entspricht das einem deutlich zweistelligen Aufwärtspotenzial. Im Konsens liegt das mittlere Kursziel bei rund 283 US-Dollar. Insgesamt signalisieren die Einschätzungen, dass der Markt AMD gute Chancen einräumt, im KI- und Servergeschäft weiter Marktanteile – auch gegenüber Nvidia – zu gewinnen.

Lieferengpässe bei Grafikkarten

Parallel dazu zeigen sich im Hardware-Massengeschäft klare Belastungsfaktoren. Berichte vom 17. Januar sprechen von einem ausgeprägten DRAM-Mangel, der die Preise für AMD-Grafikprodukte treibt. Besonders betroffen ist die Radeon-RX-9000-Reihe, deren Modelle bereits um 10 bis 17 % teurer geworden sind.

Beispielsweise liegt die RX 9070 XT nun rund 17 % höher, während auch ältere RX-7000-Modelle Preisaufschläge von bis zu 13 % verzeichnen. Das Management rechnet damit, dass die Engpässe in der Lieferkette bis 2028 anhalten könnten. Für das Gaming-Segment bedeutet das Gegenwind auf der Absatzseite, gleichzeitig deuten die höheren Preise bei knapper Ware auf robuste Nachfrage und potenziell bessere Margen bei verfügbaren Stückzahlen hin.

Produktroadmap: Zen 6 und Ryzen AI

Auf der technologischen Seite bleibt AMD in hoher Schlagzahl unterwegs. Am 17. Januar tauchten glaubwürdige Leaks zur ersten „Zen 6“-APU mit dem Codenamen „Medusa Point“ auf. Parallel wurden Informationen zu den kommenden Ryzen AI 9 HX475 Desktop-APUs bekannt.

Demnach plant AMD Konfigurationen mit 12 Kernen und einer deutlich gesteigerten KI-Leistung von rund 60 TOPS (Tera-Operationen pro Sekunde). Diese Daten legen nahe, dass der Konzern seine Roadmap konsequent darauf ausrichtet, sowohl im Rechenzentrum als auch im Consumer-Bereich mit spezialisierten KI-Funktionen zu punkten. Für Investoren ist das ein Hinweis, dass AMD nicht nur auf kurzfristige Nachfrage, sondern auf eine mehrjährige Technologiewelle setzt.

Institutionelle Käufer, Insider nehmen Gewinne mit

Ein Blick auf die Eigentümerstruktur zeigt unterschiedliche Strategien. Ritholtz Wealth Management hat seine Position im letzten Quartal um 13,0 % auf über 26.000 Aktien ausgebaut. Größere Vermögensverwalter nutzen die jüngste Stärke also, um ihr Engagement zu erhöhen.

Auf der anderen Seite realisieren Insider auf dem hohen Kursniveau Gewinne. CEO Lisa Su trennte sich zuletzt von Anteilen im Wert von rund 26,9 Mio. US-Dollar. Solche Verkäufe werden am Markt oft mit Vorsicht betrachtet, müssen aber nicht zwangsläufig eine negative Einschätzung der weiteren Geschäftsentwicklung bedeuten – insbesondere, wenn gleichzeitig institutionelle Investoren deutlich aufstocken.

Kursniveau und nächste Bewährungsprobe

Am Freitag schloss die Aktie bei 231,83 US-Dollar und liegt damit exakt auf ihrem aktuellen 52-Wochen-Hoch. In den vergangenen 30 Tagen ergibt sich ein Plus von rund 37 %, auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs sogar mehr als verdoppelt.

Der nächste klare Wegweiser steht bereits fest: Am 3. Februar 2026 legt AMD die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Dann wird sich zeigen, ob der Mix aus gesicherter KI-Infrastruktur, fast ausverkauften Server-Kapazitäten, Lieferengpässen im Konsumentengeschäft und ambitionierter Produktpipeline sich bereits messbar in Umsatzwachstum und Margenverbesserung niederschlägt.

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