AMD Aktie: Angebot als Wachstumsbremse
AMD will die Chipproduktion 2027 substanziell ausweiten, bleibt jedoch bei Wafern und Speicher auf Zulieferer angewiesen.

- KI-Chipnachfrage über Jahre sehr hoch
- AMD kündigt mehr Angebot für 2027 an
- Quartalsumsatz steigt um 50 Prozent
- Investitionen erreichen 808 Millionen Dollar
Lisa Su sieht bei AMD nicht die Nachfrage als Problem, sondern die Menge der lieferbaren Chips. Die Konzernchefin kündigte in Taipeh an, das Angebot 2027 „substanziell“ zu erhöhen. Die Nachfrage nach KI-Beschleunigern bleibe auf Jahre „sehr, sehr hoch“, warnte aber zugleich vor Engpässen trotz massiver Produktionssteigerungen.
Wafer und Speicher als Nadelöhr
Bereits 2026 konnte AMD das Angebot steigern. Für die kommenden Jahre braucht der Konzern nach Sus Worten jedoch deutlich mehr Kapazität bei hochmodernen Wafern. Sie traf den Auftragsfertiger Foxconn, ein Gespräch mit TSMC soll folgen. AMD plane drei bis fünf Jahre voraus.
Heikler ist die Speicherversorgung. Speicherchips sind weltweit knapp, Su reiste noch am selben Tag nach Südkorea, in die Heimat von Samsung und SK hynix. Auf die Frage nach einer Beteiligung an einem möglichen neuen TSMC-Werk in Texas antwortete sie nicht direkt.
Im Risikokatalog der Quartalsmitteilung nennt AMD die Verfügbarkeit essenzieller Komponenten und die Lieferfähigkeit von Drittfertigern selbst als Risiko.
Zahlen unterstreichen den Druck
Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 50 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft verdoppelte sich nahezu und legte um 107 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar zu. Für das dritte Quartal peilt AMD rund 13 Milliarden Dollar an.
Mehr Kapazität soll auch neue Großprojekte tragen, etwa den für das erste Halbjahr 2027 geplanten Einsatz von MI450-GPUs bei Anthropic. Der Preis dafür steigt: Die Investitionsausgaben lagen im zweiten Quartal bei 808 Millionen Dollar, im Vorquartal waren es 389 Millionen. Mit dem Ausbau wächst zudem die Abhängigkeit von Zulieferern.
Aktie reagiert verhalten
Die Börse nimmt die Ankündigung bisher gelassen auf. Vorbörslich legte das Papier zeitweise um gut ein Prozent auf 638,60 Dollar zu. Ein technisches Analysemodell sieht kurzfristig weiteres Aufwärtspotenzial.
Hinweise auf die Speicherlage dürfte Sus Station in Südkorea liefern. Belastbare Zahlen zur Wirkung auf das Geschäft könnte AMD mit den Ergebnissen zum dritten Quartal vorlegen, die für den 3. November erwartet werden.
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