AMD Aktie: Anthropic-Deal über 5 Milliarden
AMD präsentiert mit Helios eine leistungsstarke KI-Infrastruktur und sichert sich Milliarden-Deal mit Anthropic. Analysten heben Kursziele an.

- Neue Helios-Rack-Lösung für KI
- Milliarden-Kooperation mit Anthropic
- Analysten erhöhen Kursziele deutlich
- Aktie trotz Rücksetzer stark im Plus
Der Halbleiterhersteller AMD verschärft den Wettbewerb im Markt für künstliche Intelligenz und zielt mit einer neuen Systemlösung direkt auf die Marktführerschaft von Nvidia. Am vergangenen Donnerstag präsentierte das Unternehmen auf dem „Advancing AI“-Event in San Francisco mit „Helios“ eine Rack-Scale-Lösung, die speziell für großskalierte KI-Anwendungen entwickelt wurde. Damit wandelt sich AMD vom reinen Komponentenlieferanten zum Anbieter kompletter Infrastruktursysteme.
Rack-Lösung Helios setzt auf Effizienz
Das Helios-System integriert 72 Instinct MI455X-Grafikprozessoren, 18 Epyc-Prozessoren der sechsten Generation sowie Netzwerktechnologie von Pensando in einem flüssigkeitsgekühlten Rack. Laut Unternehmensangaben bietet die Plattform eine Rechenleistung von bis zu 2,9 Exaflops im FP4-Format und verfügt über einen 31 Terabyte fassenden HBM4-Arbeitsspeicher. AMD betont dabei insbesondere die Wirtschaftlichkeit: Das System soll bei der Inferenz-Verarbeitung rund 30 Prozent mehr Tokens pro investiertem Dollar liefern als vergleichbare Lösungen des Wettbewerbers Nvidia.
Zusätzlich zur Hardware stellte AMD die Software-Plattform ROCm.ai vor, die durch das Werkzeug Hyperloom ergänzt wird. Diese Software soll es Entwicklern erleichtern, bestehende CUDA-Anwendungen von Nvidia auf die AMD-Architektur zu portieren. Die Auslieferung der Helios-Systeme soll im späten dritten Quartal 2026 beginnen. Parallel dazu kündigte AMD den Grafikbeschleuniger MI450X an, der als wichtiger Wachstumstreiber für das vierte Quartal gesehen wird.
Milliardenschwere Kooperation mit Anthropic
Flankiert wird die Hardware-Offensive durch massive Investitionen in das Partner-Ökosystem. AMD hat eine Vereinbarung mit dem KI-Spezialisten Anthropic geschlossen, die ein Investitionsvolumen von bis zu 5 Milliarden US-Dollar umfasst. Anthropic hat sich im Gegenzug verpflichtet, Helios-Infrastruktur mit einer Kapazität von bis zu 2 Gigawatt zu nutzen. Auch andere Tech-Giganten wie Microsoft Azure, Meta und OpenAI planen den Einsatz der neuen Systeme in ihren Rechenzentren.
Diese Großaufträge stützen die ambitionierten Umsatzprognosen für das Geschäftsjahr 2026. Medienberichten zufolge wird für das laufende Jahr ein Gesamtumsatz von 52,3 Milliarden US-Dollar erwartet. AMD konnte bereits im ersten Quartal überzeugen und meldete einen Gewinn je Aktie von 1,37 US-Dollar, womit die Erwartungen von 1,29 US-Dollar übertroffen wurden. Der Quartalsumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 37,8 Prozent auf 10,25 Milliarden US-Dollar.
Analysten heben Kursziele deutlich an
Die Analystenzunft reagiert positiv auf die technologischen Fortschritte und die Marktanteilsgewinne im Bereich der KI-Beschleuniger, wo AMD derzeit auf einen Anteil von etwa 5 bis 7 Prozent kommt. Die Analysten von GF Securities haben ihr Kursziel für die Aktie auf 640 US-Dollar angehoben und verweisen auf den MI450X als Katalysator für das Jahresende. Auch das Analysehaus Jefferies bestätigte ein Kursziel von 640 US-Dollar.
Trotz der positiven Nachrichtenlage verzeichnete der Wert am Freitag einen Rücksetzer und schloss bei 457,75 €. Damit notiert das Papier aktuell rund 10,54 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 511,70 €, das Ende Juni erreicht worden war. Dennoch bleibt die langfristige Performance beeindruckend: Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits um 148,75 % zugelegt.
Während institutionelle Investoren ihre Positionen zuletzt teilweise aufstockten – so erhöhte etwa die OMERS Administration ihre Beteiligung im ersten Quartal um über 27 Prozent –, gab es auf der Innenseite Verkäufe. CEO Lisa Su veräußerte am 10. Juni 125.000 Aktien zu einem Kurs von 460,69 US-Dollar. Insgesamt summierten sich die Insiderverkäufe in den vergangenen 90 Tagen auf ein Volumen von rund 141 Millionen US-Dollar.
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