AMD Aktie: Barclays hebt Kursziel auf 665 Dollar
AMD verzeichnet deutlichen Kursverlust, während Analysten das Potenzial der Server-CPUs im KI-Boom hervorheben.

- Wöchentlicher Kursverlust von 8,67 Prozent
- Analysten erhöhen Kursziele für AMD
- EPYC-Prozessoren als KI-Wachstumstreiber
- Umsatzplus von 38 Prozent im ersten Quartal
AMD bekommt den Kontrast der KI-Rally zu spüren. Die Story rund um Rechenzentren, Server-Prozessoren und KI-Infrastruktur bleibt intakt, doch der Kurs hat zum Wochenschluss deutlich nachgegeben. Das macht die Lage spannend: Operativ liefert AMD Wachstum, am Markt werden die Erwartungen nach dem starken Lauf aber härter geprüft.
Am Freitag schloss die AMD-Aktie bei 404,55 Euro, ein Minus von 10,19 Prozent für den Tag und 8,67 Prozent auf Wochensicht. Der Kurs liegt damit 14,11 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 471,00 Euro, das am 03.06.2026 erreicht wurde.
Analysten setzen auf Server-CPUs
Der positive Gegenpol kommt von der Analystenseite. Barclays-Analyst Tom O’Malley erhöhte sein Kursziel für AMD auf 665 Dollar nach zuvor 500 Dollar und bestätigte seine Einstufung mit „Overweight“. Seine Begründung: Mit agentischen KI-Anwendungen steigt nicht nur der Bedarf an Grafikprozessoren, sondern auch an leistungsfähigen Server-CPUs.
Mizuho zog ebenfalls nach und hob das Ziel auf 615 Dollar von zuvor 515 Dollar an. Die Einstufung bleibt dort bei „Outperform“. Der gemeinsame Kern der Einschätzungen: AMD könnte vom Ausbau der KI-Infrastruktur breiter profitieren, als es eine reine GPU-Betrachtung zeigt.
Das ist wichtig, weil Rechenzentren nicht nur Beschleunigerchips brauchen. Komplexe KI-Systeme benötigen auch Prozessoren für Orchestrierung, Speicherzugriffe, Netzwerke und Datenbewegung. Genau hier setzt AMD mit seinen EPYC-Prozessoren an.
Starke Zahlen, hohe Erwartungen
AMD selbst stützt diese These mit den jüngsten Geschäftsdaten. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 10,253 Milliarden Dollar, ein Plus von 38 Prozent zum Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte auf 1,37 Dollar zu.
Besonders stark bleibt das Geschäft mit Rechenzentren. Der Segmentumsatz erreichte 5,8 Milliarden Dollar und wuchs damit um 57 Prozent. Treiber waren laut Unternehmen die Nachfrage nach EPYC-Prozessoren und anhaltende Auslieferungen der AMD-Instinct-GPUs.
Auch der Ausblick bleibt offensiv. Für das zweite Quartal erwartet AMD rund 11,2 Milliarden Dollar Umsatz, mit einer Spanne von 300 Millionen Dollar nach oben oder unten. Am Mittelpunkt der Prognose entspräche das einem Wachstum von etwa 46 Prozent.
Die bereinigte Bruttomarge soll bei rund 56 Prozent liegen. Das signalisiert, dass AMD nicht nur auf Volumen setzt, sondern auch auf eine robuste Profitabilität im KI- und Servergeschäft. Kein Wunder, dass die Aktie nach dem Lauf besonders sensibel auf jede Neubewertung reagiert.
Chart bleibt gestreckt
Trotz des Rücksetzers ist der langfristige Aufwärtstrend im Kursbild nicht verschwunden. Auf Sicht von 30 Tagen liegt die Aktie noch 12,75 Prozent im Plus, seit Jahresanfang sogar 112,14 Prozent. Über zwölf Monate steht ein Zuwachs von 299,99 Prozent zu Buche.
Der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten zeigt, wie stark der Titel gelaufen ist. AMD notiert 30,82 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und 90,65 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 55,3 signalisiert zwar keine extreme kurzfristige Überhitzung mehr, die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 84,55 Prozent bleibt aber hoch.
Der nächste klare Termin ist der 23. Juli 2026. Dann richtet AMD in San Francisco „Advancing AI 2026“ aus und will neue Entwicklungen rund um KI-Lösungen, Chips und Software zeigen. Bis dahin trifft eine starke fundamentale Wachstumsstory auf eine Aktie, die nach der massiven Neubewertung kaum Spielraum für Enttäuschungen lässt.
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