AMD Aktie: Dell-Auftrag über 24,4 Milliarden Dollar

Dells Rekordumsatz und KI-Server-Aufträge treiben AMD. Trotz Gewinnmitnahmen bleibt der positive Trend im Mai bestehen.

Die Kernpunkte:
  • Dell meldet Rekordumsatz von 43,8 Milliarden Dollar
  • AMD profitiert von KI-Server-Aufträgen
  • Wochenplus von knapp 10 Prozent für AMD
  • AMD investiert Milliarden in Taiwan-Infrastruktur

Dell Technologies hat AMD eine Steilvorlage geliefert. Der Hardwarekonzern meldete für sein erstes Fiskaljahr-Quartal einen Rekordumsatz von 43,8 Milliarden Dollar — ein Plus von 88 Prozent gegenüber dem Vorjahr. KI-Server-Aufträge im Wert von 24,4 Milliarden Dollar und ein angehobenes Jahresziel von rund 60 Milliarden Dollar für KI-optimierte Server sorgten im vorbörslichen Handel für Auftrieb bei Halbleiterwerten.

Dell-Zahlen als Katalysator

Der entscheidende Punkt für AMD: Dell hat sein KI-Angebot um AMD-Instinct-Beschleuniger erweitert. Das macht Dell zu einem direkten Vertriebskanal für AMDs GPU-Sparte. Investoren werteten Dells Wachstum daher nicht nur als Nvidia-Story, sondern als Signal für den gesamten Markt für GPU-Beschleuniger und Hochleistungsspeicher.

Trotzdem schloss AMD am Freitag leicht im Minus. Der Kurs gab 0,42 Prozent nach und beendete die Woche bei 442,95 Euro — knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 444,80 Euro vom Vortag. Kein Wunder: Nach einem wochenlangen Lauf nehmen Anleger Gewinne mit.

Starke Woche, starker Monat

Der Wochenverlauf zeigt das Muster deutlich. AMD legte am Montag 7,78 Prozent zu, verlor am Dienstag 1,66 Prozent, gewann am Mittwoch 4,55 Prozent und gab am Freitag leicht nach. Unterm Strich steht ein Wochenplus von knapp 10 Prozent.

Der Mai war noch beeindruckender. Seit Ende April hat AMD rund 53 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus 132 Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt liegt bei über 116 Prozent — ein Maß dafür, wie weit sich die Aktie von ihrer eigenen Basis entfernt hat.

Fundamentale Basis und Lieferkette

Die Bewertungsausweitung hat eine fundamentale Grundlage. AMD meldete im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 10,3 Milliarden Dollar, 38 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Für das zweite Quartal erwartet AMD rund 11,2 Milliarden Dollar Umsatz bei einer Non-GAAP-Bruttomarge von etwa 56 Prozent.

Parallel dazu treibt AMD die eigene Infrastruktur voran. Das Unternehmen investiert mehr als 10 Milliarden Dollar im Taiwan-Ökosystem, um Kapazitäten für Advanced Packaging auszubauen. Die Helios-Rack-Plattform mit Venice-CPUs und Instinct-MI450X-GPUs soll ab der zweiten Jahreshälfte 2026 in Multi-Gigawatt-Rechenzentren eingesetzt werden.

Speicher als Engpassfaktor

Ein weiterer Baustein kam am Freitag von Samsung. Der Konzern begann mit der Auslieferung erster HBM4E-Muster mit 48 GB Kapazität und einer Speicherbandbreite von bis zu 3,6 Terabyte pro Sekunde. Für AMD ist das relevant: Hochleistungsspeicher ist eine der zentralen Engpassstellen bei der Skalierung von KI-Beschleunigern. Mehr Verfügbarkeit stützt AMDs eigene Wachstumspläne.

Technisches Bild nach dem Lauf

Der RSI liegt bei 47 — technisch neutral, was nach dem starken Monat eher beruhigend wirkt. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 282,59 Euro liegt rund 57 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Eine erste Unterstützung findet sich nahe 430 Euro, wo sich die jüngsten Intraday-Tiefs häufen.

Ob AMD das Tempo halten kann, hängt davon ab, wie schnell die Nachfrage nach KI-Servern in konkrete Aufträge für Instinct-GPUs und EPYC-Prozessoren mündet. Dells Prognose von 60 Milliarden Dollar KI-Server-Umsatz für das Fiskaljahr 2027 setzt die Messlatte — und AMDs Quartalszahlen für Q2 im Juli werden zeigen, wie viel davon auf AMDs Konto geht.

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