AMD Aktie: Goldman hebt Ziel um 42 Prozent

Cathie Woods ARK reduziert AMD-Anteile, während Goldman Sachs und Cantor Fitzgerald die Kaufempfehlung bekräftigen und hohe Kursziele nennen.

Die Kernpunkte:
  • ARK Invest verkauft AMD-Aktien im Wert von Millionen
  • Goldman Sachs erhöht Kursziel für AMD deutlich
  • Cantor Fitzgerald nennt höchstes Kursziel aller Analysten
  • AMD-Aktie bleibt trotz Verkäufen nahe Rekordhoch

Cathie Wood verkauft. Wall Street kauft. Bei Advanced Micro Devices driften Fondsmanager und Analysten gerade auseinander wie selten zuvor.

Die AMD-Aktie schloss am Freitag bei 489,00 Euro, ein Plus von 2,24 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Anstieg von 5,33 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 156,42 Prozent. Damit zählt der Chiphersteller weiterhin zu den stärksten Large-Cap-Techwerten des Jahres 2026, auch nach dem leichten Rückgang vom Rekordhoch.

ARK trennt sich von Anteilen, hält aber an der Kernposition fest

Während der Kurs klettert, baut Cathie Woods ARK Invest ihre Position seit Tagen kontinuierlich ab. Über den ARKK-ETF verkaufte der Fonds zuletzt 10.774 AMD-Aktien im Wert von rund 5,6 Millionen Dollar. Es war nicht der einzige Verkauf der Woche.

Am Montag trennte sich ARK bereits von 15.576 Aktien im Gegenwert von gut 8 Millionen Dollar, der größte Einzeltrade der Woche. Am Dienstag folgten weitere Verkäufe im Volumen von 4,5 Millionen Dollar. Auch am Donnerstag reduzierte der Fonds seine AMD-Position, zusammen mit Anteilen an Robinhood Markets und Roku.

Trotz der Verkaufswelle bleibt AMD eine der größten Wetten im Portfolio von ARK. Auf konsolidierter Basis ist der Chiphersteller die zweitgrößte Position des Fonds, nur Tesla wiegt schwerer. Der Anteil ist über eine Milliarde Dollar wert und macht 8,92 Prozent des Portfolios aus. Marktbeobachter werten die Verkäufe eher als laufendes Portfoliomanagement denn als Vertrauensverlust in das Unternehmen.

Analysten sehen bei AMD mehr als nur die KI-Chips

Der Kontrast zur Wall Street könnte kaum größer sein. Goldman-Sachs-Analyst James Schneider hob sein Zwölf-Monats-Kursziel für AMD deutlich an und bestätigte die Kaufempfehlung. Die Anhebung entspricht einem Plus von 42 Prozent auf ein Kursziel für eine Aktie, die bereits 157,77 Prozent im Jahresverlauf zugelegt hat.

Interessant dabei: Goldmans Optimismus stützt sich nicht in erster Linie auf die vielbeachtete GPU-Sparte. Weder der Hochlauf der Instinct-MI450-Chips noch die Ausgabenwelle der Hyperscaler für KI-Infrastruktur stehen im Zentrum der Analyse. Die Bank sieht den eigentlichen Hebel im Server-CPU-Geschäft der EPYC-Reihe, getrieben von einem Trend, den der Markt laut Goldman erst jetzt richtig einpreist: agentenbasierte KI-Systeme.

Cantor Fitzgerald geht noch weiter. Die Bank hob ihr Kursziel von 500 auf 700 Dollar an, der höchste Wert unter allen Analysten.

Die Zuversicht speist sich auch aus den jüngsten Zahlen. AMD meldete einen Umsatz von 10,3 Milliarden Dollar, ein Plus von 38 Prozent zum Vorjahr. Die Data-Center-Sparte wuchs mit 5,8 Milliarden Dollar sogar um 57 Prozent. Goldman verweist zusätzlich auf die anstehende Advancing-AI-Konferenz als möglichen Kurstreiber vor dem nächsten Quartalsbericht.

Die Bewertung wird zum Streitpunkt

Der Rekordlauf hat seinen Preis. AMD notiert mittlerweile mit dem 74-Fachen des diesjährigen Gewinns und dem 41-Fachen der für 2027 erwarteten Erträge. Das ist ambitioniert.

Der Vergleich mit Nvidia zeigt die Krux. Der wertvollste Konzern des Landes wächst mit zuletzt 85 Prozent Umsatzplus mehr als doppelt so schnell wie AMD und lässt so höhere Multiplikatoren leichter rechtfertigen.

Charttechnisch bleibt das Bild trotzdem stabil. AMD notiert derzeit 14,92 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 425,53 Euro und liegt mit knapp 95 Prozent deutlich über der 200-Tage-Linie bei 250,27 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 511,70 Euro, aufgestellt Ende Juni, fehlen nur 4,44 Prozent. Der RSI von 57,8 signalisiert weder Überkauf noch Überverkauf, es bleibt also Spielraum in beide Richtungen.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, welches Lager richtig liegt. Mit der Advancing-AI-Konferenz und dem nächsten Quartalsbericht stehen zwei konkrete Termine an, die entweder Goldmans These vom unterschätzten Server-Geschäft bestätigen oder der vorsichtigeren Haltung von ARK Invest recht geben könnten.

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