AMD Aktie: MEXT senkt Speicherkosten um 50%

AMD treibt KI-Strategie voran: Startup-Übernahme und Cloud-Investitionen stärken Position gegen NVIDIA. Analysten heben Kursziele an.

Die Kernpunkte:
  • Übernahme von Speicher-Startup MEXT
  • Beteiligung an KI-Cloud TensorWave
  • Analysten erhöhen Kursziele deutlich
  • Gespräche über Samsung-Chipfertigung

AMD baut seinen Einfluss im KI-Markt systematisch aus. Zwei Schritte stechen dabei heraus: die Übernahme des Speicher-Startups MEXT und eine milliardenschwere Wette auf KI-Cloud-Infrastruktur. Der Kurs gibt am Freitag leicht nach — auf 462,55 Euro, ein Minus von rund 1,5 Prozent gegenüber dem Vortag. Das Jahresplus liegt bei beeindruckenden 143 Prozent.

MEXT löst ein hartnäckiges KI-Problem

Mitte Juni 2026 übernahm AMD das Startup MEXT. Das Unternehmen entwickelt Software, die einen der größten Engpässe in KI-Hardware adressiert: DRAM ist teuer und knapp. MEXT nutzt KI-Algorithmen, um Daten intelligent zwischen NAND-Flash und DRAM zu verschieben. Flash-Speicher fungiert dabei als erweiterter Arbeitsspeicher.

Das Ergebnis laut Branchenberichten: Die nutzbare Speicherkapazität steigt um das Zwei- bis Vierfache. Die Speicherkosten sinken um bis zu 50 Prozent. Das ist kein Luxusproblem — Analysten von Gartner und IDC erwarten, dass DRAM- und SSD-Preise bis Ende 2026 um bis zu 130 Prozent steigen könnten. AMD plant, die MEXT-Technologie in seine EPYC-Server-CPUs und Instinct-GPUs zu integrieren.

Analysten sehen CPU-Renaissance

Die Strategie kommt an der Wall Street gut an. Bernstein hob das Kursziel auf 600 Dollar an und vergab ein „Outperform“-Rating. Die Bank sieht eine mögliche CPU-Renaissance, angetrieben durch den Bedarf sogenannter agentischer KI-Anwendungen. Citi stufte die Aktie auf „Buy“ hoch mit einem Ziel von 575 Dollar. Baird geht noch weiter: 625 Dollar.

Hintergrund dieser Upgrades sind starke Quartalszahlen. Im ersten Quartal 2026 erzielte AMD einen Umsatz von 10,25 Milliarden Dollar — ein Plus von fast 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 57 Prozent auf 5,78 Milliarden Dollar. Für das zweite Quartal erwartet AMD rund 11,2 Milliarden Dollar Umsatz, was einem Wachstum von 46 Prozent entspräche.

Infrastruktur, Samsung und ein Sicherheitsproblem

AMD Ventures beteiligte sich an einer 350-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde für TensorWave. Das Unternehmen aus Las Vegas betreibt eine KI-Cloud mit rund 10.000 AMD Instinct GPUs und plant den Einsatz der kommenden MI355X-Cluster. Die Botschaft dahinter: AMD will ein ernsthaftes Gegengewicht zum NVIDIA-Ökosystem aufbauen.

Parallel laufen Gespräche mit Samsung über eine Chip-Fertigungspartnerschaft. AMD bereitet sich auf den Wechsel zu 2-Nanometer-Prozessen vor und will seine Lieferkette breiter aufstellen.

Weniger erfreulich: Im Consumer-Bereich sorgte ein Firmware-Update für Aufregung. Das AGESA-1.2.7.0-Update deaktivierte die Transparent Secure Memory Encryption für Ryzen-Chips wie den Ryzen 7 9700X. AMD bestätigte, dass diese Sicherheitsfunktion — sie schützt vor sogenannten Cold-Boot-Angriffen — künftig nur noch in PRO-Prozessoren verfügbar sein soll.

Einen Ausblick auf die nächste Produktgeneration liefern erste Details zum Zen-6-Threadripper (Codename „Mustang Peak“). Die Chips sollen auf einem neuen TR6-Sockel basieren, 2-Nanometer-Fertigung nutzen und PCIe 6.0 unterstützen. Der geplante Launch liegt in der zweiten Hälfte 2027 — bis dahin dürfte die Nachrichtenlage rund um AMD nicht ruhiger werden.

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