AMD Aktie: Nebius erhöht Preise für EPYC um 25 Prozent
AMD profitiert von höheren Cloud-Tarifen und starker Rechenzentrumsnachfrage, während Analysten von Piper Sandler 600 US-Dollar als Kursziel nennen.

- AMD-Cloud-Mieten steigen um 25 Prozent
- Piper Sandler bestätigt Kaufempfehlung
- Data-Center-Umsatz wächst um 107 Prozent
- AMD-Cluster übertrifft Nvidia bei Sprachmodellen
Der US-Halbleiterkonzern AMD konnte am gestrigen Handelstag einen deutlichen Kurszuwachs verbuchen. Auslöser für den Optimismus an den Märkten waren Berichte über steigende Mietpreise für AMD-Prozessoren bei Cloud-Dienstleistern sowie eine positive Analysteneinschätzung. Die Aktie, die heute vorbörslich bei 477,00 € notiert, setzt damit ihren starken Trend fort und liegt seit Jahresbeginn bereits mit 159 % im Plus.
Starke Nachfrage treibt Rechenzentrums-Preise
Medienberichten zufolge kündigte der Cloud-Spezialist Nebius deutliche Preiserhöhungen an, die zum 1. Oktober in Kraft treten sollen. Während die Mieten für Nvidia-Grafikprozessoren um 17 bis 21 % steigen, klettert der Stundensatz für AMD EPYC Genoa CPUs sogar um 25 %.
Dieser Anstieg von 1,2 auf 1,5 Cent pro Stunde wird am Markt als klares Signal für die massive Nachfrage nach Rechenleistung gewertet. Da Kunden mit langfristigen Reservierungen Rabatte erhalten, zielen die neuen Tarife vor allem auf das kurzfristige „Pay-as-you-go“-Geschäft ab, in dem die Kapazitäten derzeit besonders knapp sind.
Analysten sehen Potenzial bis 600 Dollar
Die Experten von Piper Sandler bestätigten am gestrigen Donnerstag ihre Kaufempfehlung mit dem Votum „Overweight“ und riefen ein Kursziel von 600 US-Dollar aus. Als Begründung führen die Analysten an, dass sowohl die Helios-Server-Plattform als auch die kommenden Venice-KI-Prozessoren planmäßig in die Produktion gehen.
Das Unternehmen profitiert massiv vom fortlaufenden Ausbau der KI-Infrastruktur, was sich bereits in den Zahlen für das zweite Quartal 2026 widerspiegelte. In diesem Zeitraum stieg der Umsatz im Data-Center-Segment um 107 % auf 6,7 Milliarden US-Dollar, während der Gesamtumsatz der Gruppe um 50 % zulegte.
Wettbewerbsvorteil bei KI-Clustern
Auch technologisch konnte AMD zuletzt gegen den Marktführer Nvidia punkten. Neue Benchmark-Ergebnisse zeigen, dass ein Cluster aus 512 AMD MI355X-Beschleunigern bei der Verarbeitung großer Sprachmodelle wie DeepSeek R1 die Konkurrenz übertreffen kann.
Mit 2,90 Millionen Token pro Sekunde lag AMD in diesem Szenario vor dem Nvidia GB300-System, das auf 2,71 Millionen kam. Zwar behält Nvidia bei kleineren Hardware-Konfigurationen die Oberhand, doch AMD beweist damit seine Skalierungsfähigkeit für große Rechenzentren.
Trotz dieser operativen Erfolge gab es zuletzt Insider-Verkäufe in der Führungsetage: Forrest Norrod, Leiter der Data-Center-Sparte, veräußerte am Dienstag 17.261 Aktien im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans. Anleger scheinen dies jedoch gelassen zu nehmen.
Angesichts eines Abstands von 54 % zum gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage bleibt die Aktie charttechnisch in einem robusten Aufwärtstrend. Neben dem boomenden Cloud-Geschäft achten Marktteilnehmer jedoch auch auf die Risiken, die sich durch schrumpfende Umsätze in den Bereichen Gaming und Semi-Custom ergeben könnten.
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