AMD Aktie: Nvidia startet Vera-Auslieferungen im Juni

Nvidias Vorstellung des Vera-Server-Chips setzt AMD unter Druck, während Analysten trotzdem optimistisch bleiben.

Die Kernpunkte:
  • Nvidia kündigt neuen Server-Chip an
  • AMD-Aktie zeigt sich stabil
  • Ark Invest reduziert AMD-Bestände
  • Quartalszahlen am 4. August erwartet

AMD-Aktien treten am Mittwoch auf der Stelle. Nvidia hat neue technische Details zum kommenden Vera-Server-Chip veröffentlicht — nur Stunden vor AMDs eigener Advancing-AI-Konferenz 2026. Der Zeitpunkt könnte für AMD kaum ungünstiger sein.

Die Aktie notiert bei 486,95 Euro, ein Plus von 2,02 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 477,30 Euro. Im vorbörslichen US-Handel hatte das Papier zeitweise über zwei Prozent verloren, während auch Nasdaq- und S&P-500-Futures nachgaben.

Nvidia greift AMDs Kernmarkt an

Nvidia hat Details zu seinem neuen Vera-Rechenzentrums-Chip vorgestellt. Der Prozessor soll direkt gegen AMDs EPYC-Serie und Intels Xeon-Chips antreten. Nvidia teilte zudem mit, bereits im Juni mit den ersten Vera-Auslieferungen begonnen zu haben — an Kunden wie OpenAI, Anthropic und SpaceX.

Das trifft AMD an einer empfindlichen Stelle. Der Konzern hat seine EPYC-Prozessoren als zentralen Baustein seiner KI-Infrastruktur-Strategie für Hyperscale-Kunden positioniert. Trotz des Wettbewerbsdrucks gilt AMD im Markt für Server-CPUs weiterhin als gut aufgestellt und gewinnt weiter Marktanteile, gestützt durch enge Beziehungen zu großen Cloud-Anbietern.

Cathie Wood reduziert ihre Position

Ein weiteres Signal sorgt für gemischte Stimmung: Cathie Woods Ark Invest hat ihre AMD-Position trotz der starken Kursrally verkleinert. Die Fonds verkauften diesen Monat rund 145.550 AMD-Aktien im Wert von etwa 79 Millionen Dollar. AMD bleibt dennoch die achtgrößte Position im ARK Innovation ETF.

Der Verkauf steht im Kontrast zur überwiegend positiven Analystenstimmung der vergangenen Wochen.

Analysten bleiben optimistisch

Die Wall Street hält trotz der kurzfristigen Unruhe an ihrer positiven Einschätzung fest. Bank of America bestätigte am 14. Juli ihr Kaufrating und hob das Kursziel auf 620 Dollar an. KeyBanc erhöhte am selben Tag sein Overweight-Kursziel auf 725 Dollar, TD Cowen setzte sein Buy-Ziel am 13. Juli auf 675 Dollar herauf.

Die Aktie handelt aktuell zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 181,5 — ein deutlicher Aufschlag, der hohe Wachstumserwartungen widerspiegelt. Angesichts der starken Rally der vergangenen Monate sichern manche Anleger offenbar Gewinne, bevor der nächste große Katalysator ansteht: die Quartalszahlen.

Zahlen als nächster Prüfstein

AMD legt am 4. August die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Analysten erwarten einen Gewinn von 1,55 Dollar je Aktie, nach 48 Cent im Vorjahresquartal. Beim Umsatz rechnet der Markt mit 11,28 Milliarden Dollar, gegenüber 7,68 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

Der Bericht wird zum Test dafür, ob AMDs Dynamik im KI-Infrastrukturgeschäft den wachsenden Druck durch Nvidias CPU-Ambitionen ausgleichen kann. Charttechnisch bleibt die Aktie trotz der vorbörslichen Schwäche in einem intakten Aufwärtstrend: Sie notiert rund 10 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt und liegt nur 4,84 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 511,70 Euro. Die Entscheidung, ob dieser Trend hält, fällt spätestens mit den Zahlen am 4. August.

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